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Das jüdische Echo · 1931-01-16 · 3 (16.1.1931) · p. Seite 38

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
3 (16.1.1931)
Date
1931-01-16
Page
Seite 38 (sequence 6)
Language
German
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38 Nr. 3 Das Jüdische Echo gungen in mehreren Orten Palästinas hat. Zur Erhaltung dieser Institution, die Angehörigen aller Konfessionen offen steht, spendete er eine große Geldsumme. 1929 ließ er für das Institut ein großes Gebäude in Jerusalem aufführen. Das Gesundheitszentrum trägt seinen und seiner Gattin, Lina Gutherz-Straus, Namen. Lina Gutherz-Straus verstarb im Jahre 1930. Sie stand ihrem Manne in allen seinen philantropischen Werken zur Seite, war in der amerikanischen Organisation jüdischer Frauen und Mädchen „Hadassah“ an führender Stelle tätig und . hat die Institutionen der Hadassah ungemein gefördert. Nathan Straus war Ehrenbürger der Stadt Neuyork. Die Neuwahl der Ässefalh Hanlwcharim Starker Vorsprung der Arbeiterpartei und der Revisionisten Jerusalem, 6. Januar. (JTA.) Nach Ablehnung der von den Sephardim und den Revisionisten eingebrachten Verschiebungsanträge durch den Waad Leumi haben Montag, den 5. Januar die Wahlen zur jüdischen Nationalversammlung in Palästina (Assefath Haniwcharim) stattgefunden. Die Wahlbeteiligung war, insbesondere in Jerusalem, sehr stark. Das Geschäftsleben ruhte vollständig, eine große Menschenmenge füllte die Straßen. Die Propaganda der Parteien erreichte am Wahltag ihren Höhepunkt. Hier und dort gab es geradezu improvisierte Wählerversammlungen unter freiem Himmel. Propagandawagen der einzelnen Parteien durcheilten bis zur letzten Minute die Hauptstraßen der Stadt. Jerusalem bot am Wahltage das Bild einer rein jüdischen Stadt. Strahlender Sonnenschein trug zur Hebung der festlichen Stimmung bei. Trotz lebhaftester Bewegung kam es zu keinerlei Ruhestörungen und die für den Wahltag verstärkte Polizei hatte nirgends Gelegenheit einzugreifen. Wie der Waad Leumi der Jüdischen Telegraphen- Agentur mitteilt, wurden im ganzen Lande 85 000 Wahllegitimationen verteilt. Etwa 10 000 Wahlberechtigte konnten aus verschiedenen technischen Gründen nicht mehr in die Wählerlisten aufgenommen werden. Die Wählerkarten wurden allen jenen jüdischen Einwohnern Palästinas zugestellt, die im Jahre 1927 als Mitglieder der Knesseth Israel, des auf Grund des palästinensisch-jüdischen Gemeindegesetzes geschaffenen jüdischen Landesverbandes, eingetragen waren. Etwa 10 000 Juden, die sich seit 1920 in Palästina niedergelassen haben, haben vorläufig noch kein Wahlrecht. Zur Knesseth Israel gehören 114 Wahlgemeinden, wobei die Einzelbezirke in den großen Städten nicht mit eingerechnet sind. Die Agudat Israel, deren Mitglieder von dem im palästinensischen Gemeindegesetz vorgesehenen Recht, jüdische Sondergemeinden zu bilden, Gebrauch gemacht und sich der Knesseth Israel nicht angeschlossen haben, boykottiert die Wahl. Sie hat Plakate anschlagen lassen, in denen die orthodoxe jüdische Bevölkerung neuerlich an das von der Agudah erlassene Verbot, an der Wahl teilzunehmen, erinnert wird. Auch die sephardischen Rabbiner fordern in Plakaten die orthodoxen orientalischen Juden auf, der Wahl fern zu bleiben, daWahlbeteilgung im Hinblick darauf, daß auch die Frauen Wahlrecht besitzen, als sündhaft anzusehen sei. Bemerkenswerter Weise hat der sephardische Oberrabbiner Jacob Meir diesen Aufruf nicht mit unterzeichnet. Die Abstimmung wurde abends um 10 Uhr abgeschlossen. Die Wahlen haben nachstehendes Ergebnis gebracht: Arbeiterpartei 31, Revisionisten 16, Sephardim 6, Misrachi 5, Allgemeine Zionisten 5, Yemeniten 3, Linke Poale Zion 3 und Frauenpartei 2 Mandate. Die „Proletarische Liste“ (Kommunisten) konnte kein Mandat erlangen. Die Wahlbeteiligung betrug im Durchschnitt 60 Prozent, in Jerusalem, wo insgesamt 9376 Stimmen abgegeben wurden, nur 55 Prozent; stärker war die Wahlbeteiligung in Tel-Awiw, wo von 22 000 Wahlberechtigten 17 162 zur Wahl gingen. In Haifa übten von den etwa 10 000 Wahlberechtigten 6773 ihr Wahlrecht aus. Die Mitglieder des Kolonistenverbandes haben sich an den Wahlen nicht beteiligt. Die Arbeiterpartei hat von den insgesamt abgegebenen 48 124 Stimmen 22 336, also 46 Prozent, auf sich vereinigt, und zieht als sträkste Partei in die neue Nationalversammlung ein. Bei den Wahlen im Jahre 1925 entfielen auf die Arbeiterliste 43 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die zweitstärkste Partei, die Revisionisten, haben den stärksten Stimmenzuwachs gegenüber 1925 zu verzeichnen. Während sie 1925 nur 7 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten haben, sind diesmal 20 Prozent aller Stimmen auf die Jabotinsky-Liste entfallen. Sitzung des Rates des Preußischen Landesverbandes Einberufung des neuen Verbandstages für 22. und 23. März Berlin, 12. Januar. (JTA.) (Amtlich) Am 11. Januar hat in Berlin unter dem1 Vorsitz des Präsidenten, Kammergerichtsrat Wolff, eine Sitzung des Rates des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden stattgefunden. Da mit Rücksicht auf die Ende November 1930' erfolgten Neuwahlen zum Verbandstage ein früherer Zusammentritt des Rates nicht möglich war, hatte sich ein recht umfangreicher Beratungsstoff angesammelt. Zu seiner Bewältigung war der Rat noch in seiner alten Zusammensetzung berufen. Erst wenn in den Großgemeinden und den aus den übrigen Gemeinden gebildeten Wahlbezirken die Abordnung neuer Ratsmitglieder erfolgt und von dem Verbandstag die ihm obliegende Wahl einiger weiterer Mitglieder vorgenommen sein wird, kann der neue Rat sich konstituieren und damit die Verwaltung des Landesverbandes übernehmen. Zum stellvertretenden Schatzmeister des Landesverbandes wurde an Stelle des im vorigen Jahre verstorbenen Direktors Hugo Ostberg, der neu in den Rat eingetretene Direktor Gerson Bach gewählt. In der Sitzung wurde zunächst das Ergebnis der Wahlen von 30. November 1930 festgestellt. Es entspricht durchaus den in der Öffentlichkeit bereits bekanntgewordenen vorläufigen Ermittlungen. Sodann wurde beschlossen, den Verbandstag auf den 22. und 23. März 1931 einzuberufen und auf seine Tagesordnung, abgesehen von den regelmäßigen Gegenständen (Tätigkeitsbericht des Rates, Rechnungsabschluß und Voranschlag), insbesondere die folgenden Punkte zu setzen: Stand der Bestrebungen nach Schaffung einer Reichsorganisation und Er-

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