Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 3 (16.1.1931)
- Date
- 1931-01-16
- Page
- Seite 37 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Das Jüdische Echo 37 Sachen. Richtig ist nur, daß er bei den bevorstehenden Wahlen zur Jüdischen Nationalversammlung in Palästina (Assefath Haniwcharim) nicht mehr kandidiert. Jerusalem, 11. Januar. (JTA.) Zu der außerordentlichen Sitzung des Aktions-Comitees, die am 14. Januar in London eröffnet wird, werden sich von den in Palästina ansässigen A.-C.-Mitgliedern bloß die Vertreter der Arbeiterschaft Palästinas begeben, während die den allgemeinen Zionisten und dem Misrachi angehörigen A.-C.-Mitglieder nicht nach London fahren werden. Der Führer der Histadruth, Ben Gurion, der sich augenblicklich in Amerika aufhält, wird sich von dort aus direkt zur Aktions-Comitee-Sitzung nach London begeben. Warschau, 8. Januar. (JTA.) Die Exekutive der Organisation der Allgemeinen Zionisten in Polen „Eth Liwnoth“ hat beschlossen, einer Verschiebung des Kongreßtermins, falls die amerikanischen Zionisten eine solche verlangen sollten, zuzustimmen. Um Goldmann und Meir Berlin Warschau, 8. Januar. (JTA.) Die Organisation der Radikalen Zionisten in Polen, die unter der Führung des Abg. Grünbaum stehende Partei „Al Hamischmar“, hat in Warschau eine Konferenz abgehalten, in der der Beschluß gefaßt wurde, den Austritt des Vertreters der Radikalen Zionisten Dr. Nahum Goldmann aus der auf der letzten Aktions-Komitee-Tagung gewählten Politischen Kommission zu verlangen. In einer Resolution wurde ferner die Abhaltung des Zionistenkongresses zum festgesetzten Februartermin gefordert und gegen jede Verschiebung des Kongreßtermins protestiert. London, 8. Januar. (JTA.) Der Misrachi-Führer Rabbi Meir Berlin hat zum Protest gegen die von Dr. Weizmann bei den Verhandlungen der Jewish Agency mit der englischen Regierung befolgten Methoden seine Demission als Mitglied der Zionistischen Exekutive eingereicht. Mittwoch, den 7. Januar, fand eine außerordentliche Sitzung der Zionistischen Exekutive statt, in der diese zur Demission Rabbi Berlins Stellung nahm. Nach längerer Aussprache erklärte sich Rabbi Berlin auf Grund neugetroffener Vereinbarungen bereit, seine Demission zurückzuziehen. Zionistische Finanzkrise Vorläufig keine Ausgabe von Einwanderungszertifikaten an Chaluzim Jerusalem, 4. Januar. (JTA.) Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, hat die Exekutive der Jewish Agency im Hinblick auf die außerordentlich schwierige Finanzlage die Palästina- Ämter angewiesen, die weitere Verteilung von Arbeitereinwanderungszertifikaten einzustellen. Es wird somit ein großer Teil der anfangs November von der britischen Regierung ausgegebenen 1500 Arbeiterzertifikate vorläufig nicht ausgenutzt werden. Die Ausgabe von Zertifikaten soll erst wieder aufgenommen werden, bis genügende Mittel zur Verfügung stehen, um die Einwanderer sofort nach ihrer Ankunft mit Arbeit versorgen zu können. Der Schatzmeister der Exekutive der Jewish Agency Dr. Werner Senator ist nach London abgereist, um an der außerordentlichen Sitzung des Aktions-Komitees, die am 14. Januar eröffnet wird, teilzunehmen. Die Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency haben beschlossen, unabhängig von der Regelung der Gehaltsfrage, die auf der außerordentlichen Aktions-Komitee-Sitzung in London erfolgen, soll, und außer ihren regelmäßigen Beiträgen für Keren Hajessod, Jüdischen Nationalfonds und andere Palästina-Zwecke ein Monatsgehalt dem Palästina- Aufbaufonds zur Verfügung zu stellen. London, 5. Januar. (JTA.) Infolge der schwierigen Finanzlage der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation hat sich die Exekutive der Jewish Agency genötigt gesehen, zehn Beamte ihres Londoner Hauptbüros zu entlassen. Ferner wurde aus Ersparungsrücksichten die Veröffentlichung der Preßrevue, in der bisher alle auf Zionismus und Palästina Bezug habenden Artikel der arabischen und jüdischen Presse veröffentlicht wurden, vorübergehend eingestellt. In einer gleichzeitig versandten Mitteilung gibt die Exekutive bekannt, daß die Revue wieder erscheinen wird, sobald sich die finanziellen Verhältnisse gebessert haben. Nathan Straus gestorben Ein großer Menschenfreund und ein großer Jude N e u y o r k , 12. Januar. (JTA.) Im hohen Alter von 83 Jahren verstarb am Montag, dem 11. Januar, in Neuyork, Herr Nathan Straus, der große jüdische Philantrop und Menschenfreund. In der amerikanischen Judenheit ist die Trauer um Nathan Straus, auf den sie stolz war, groß. Nicht nur in Amerika, sondern in der ganzen Welt hatte der Verstorbene, dessen menschenfreundlichem Wirken die Abwendung von viel Unglück zu verdanken ist, und dessen Kinderschutzanstalten und Anstalten für Milch-Pasteurisierung, die er in zahlreichen Ländern gegründet hat, Tausenden von Kindern das Leben gerettet haben, einen großen Namen. Nathan Straus wurde im Jahre 1848 in Ottersberg (Rheinpfalz) geboren, 1854 wanderten seine Eltern mit ihm aus Deutschland nach den Vereinigten Staaten aus. Im Jahre 1872 trat er in die Importfirma seines Vaters L. Straus & Sons ein und wurde dann Teilhaber des Neuyorker Warenhauses R. H. Macy & Co., sowie des Brooklyner Warenhauses Abraham & Straus. In der demokratischen Partei Neuyorks spielte er von je eine führende Rolle. 1898 wurde er Präsident des Neuyorker „Beard of Health“. Von dieser Zeit an begann seine weltumfassende gesundheitliche und philantropische Tätigkeit. Er schuf insbesondere nicht nur in denVereinigten Staaten, die er 1911 bei dem Berliner Internationalen Kongreß zum Schutze der Kinder und 1912 beim Tuberkulosekongreß in Rom offiziell vertreten hat, sondern auch in zahlreichen europäischen Ländern Stationen zur Verteilung von pasteurisierter Milch. Noch vor dem Weltkriege schloß sich Nathan Straus der zionistischen Bewegung an. Im Jahre 1912 gründete er in Jerusalem Suppenküchen sowie ein Health-Büro, das mit dem jüdischen Pasteurinstitut und dem deutschen Malariainstitut zu einem Institut in Jerusalem vereinigt wurde. Während des Krieges, im Jahre 1915, entsandte er ein Lebensmittelschiff nach Palästina und brachte dadurch der hungernden jüdischen Bevölkerung dieses Landes Hilfe. Er spendete alljährlich größere Summen für jüdische, zionistische und allgemeine philantropische Zwecke. Mehrere Male wurde er zum Ehrenpräsidenten der Zionistischen Organisation Amerikas gewählt. In den Jahren 1920 bis 1922 war er Präsident des American Jewish Congress. Vor einigen Jahren gründete er in Jerusalem das große „Gesundheits-Zentrum“, welches Abzwei-