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Das jüdische Echo · 1931-01-09 · 2 (9.1.1931) · p. Seite 24

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
2 (9.1.1931)
Date
1931-01-09
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
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24 Das Jüdische Echo Nr. 2 dische Werk in Transjordanien begegnet. Wenn aber diese Einschränkungen wegfallen und Transjordanien sich der jüdischen Arbeit öffnet, dann werden die Juden sich mit tausend Freuden selber in diesen Teil Erez Israels „vertreiben“ und ihn besiedeln. Die beiden Landesteile gehören zusammen. Die beiden Probleme fallen zusammen: Das Wachstum der jüdischen Siedlung und die Verbesserung des Lebens des arbeitenden Arabers sind in Wahrheit ein Problem. Eine Regierung, die dem verwickelten Palästinaproblem offen und redlich gegenüberträte, müßte das anerkennen, und dann wäre die Lösung des Problems nur eine Frage von Zeit, Geduld und praktischer Begabung. Und die Absurdität von großen besiedlungsfähigen leerstehenden Flächen in Transjordanien einerseits und andererseits nach Heimatboden dürstender jüdischer Massen in Polen und Jemen und sich hoffnungslos quälender Gebirgsfellachen, — diese himmelschreiende Absurdität würde dann verschwinden, wie sie auch im Laufe der Zeit verschwinden wird. Die wirklichen Kräfte sowohl des jüdischen Lebens in der Galuth wie des arabischen Arbeiterlebens in Palästina werden sich mit ihr nicht abfinden, werden sie wegschwemmen mit all dem Lug und Trug, auf dem sie beruht; Transjordanien wird seinen Teil an der Lösung des Palästina- Problems beitragen müssen. (Aus dem deutschen „Dawar“.) M. B. Zehn Jahre jüdische Gewerk** schäften in Palästina — Jubiläum der Histadruth Haowdim Jerusalem, 1. Januar. (JTA.) Im ganzen Lande Palästina beging die jüdische Arbeiterschaft die Feier des zehnjährigen Bestehens der Histadruth, die Ende Dezember 1920 auf einer Konferenz palästinensischer Arbeiter in Haifa begründet worden ist. Der vollständige Name dieser allgemeinen gewerkschaftlichen Organisation der jüdischen Arbeiter in Palästina lautet: „Histadruth haklalith schel Haowdim haiwrim beerez Israel.“ Die Histadruth ist ein Bund von Fachorganisationen (der Organisation der Landarbeiter, der bei den öffentlichen und bei den Bauarbeiten beschäftigten Arbeiter, der Bahnarbeiter, der Metallarbeiter u. dgl.), der von einer Zentralstelle in Tel-Awiw aus geleitet wird. Die zwei bedeutendsten Sektionen sind die Organisation der Landarbeiter, die alle Arbeiterpachtgenossenschaften im Lande und daneben noch die landwirtschaftliche Lohnarbeiterschaft umfaßt, und die Organisation der Bauarbeiter, die selbst eine Zeitlang der bedeutendste Unternehmer im Baugewerbe in Palästina war und bis zum 31. Dezember 1926 Arbeiten im Gesamtbeträge von über 40 Millionen Mark ausgeführt hat. Die Bauarbeiter-Kooperative (Solei Boneh) mußte jedoch 1927 liquidiert werden. Auf der zweiten Konferenz (Februar/März 1923) der Histadruth wurde beschlossen, sie in eine Arbeitergesellschaft (Chewrath-Owdim) umzuwandeln, die als solche erstrebt, Eigentümerin aller Siedlungen und aller Institutionen der Arbeiterschaft zu sein. Laut Beschluß dieser Konferenz trat die Histadruth der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale bei. Die Zahl der Histadruth-Mitglieder beträgt derzeit etwa 30 000. Die Histadruth stellt die bedeutendste jüdische Organisation in Palästina dar und beeinflußt das jüdische Leben Palästinas in hohem Maße. Die in Tel-Awiw erscheinende Arbeitertageszeitung „Davar“ bemerkt zum Histadruthjubiläum u. a.: „Das Fest fällt in eine Zeit, in der der Zionismus einer schweren Gefahr — wirtschaftlich, politisch, ideologisch — ausgesetzt ist, und die Gefahr bedroht insbesondere die Arbeiterschaft. Der Arbeiter hat den Grund gelegt zu einer arbeitenden jüdischen Gemeinschaft in Erez Israel. Er hat weite Perspektiven für einen größeren Zionismus, einen Zionismus der jüdischen Massen, eröffnet. Er ändert die Bedingungen dieses Landes von Grund auf und rüstet sich, der Versklavung des palästinensischen Arbeiters ein Ende zu machen. So stoßen die Kräfte der Beharrung, die, bewußt oder unbewußt, dem größeren Zionismus der Arbeit sich entgegensetzen, zuerst auf den Widerstand der Histadruth. Die Histadruth umfaßt Arbeiter verschiedener Parteien und verschiedener Anschauungen, städtische und ländliche, gelernte und ungelernte, selbst arbeitende Besitzer und Taglöhner, Mitglieder von Kwuzotli, Kibbuzim und Moschwe Owdim, Laden- und Büroarbeiter, Hausbedienstete, Lehrer und Schriftsteller, Männer und Frauen, — sie alle hat der tiefe Wunsch nach schöpferischer jüdischer Arbeit und nach Kampf für soziale Gerechtigkeit in eine Front zusammengeschlossen. Sicher hat die Histadruth auch Fehler gemacht. Aber umtobt von einem Sturm der Angriffe übernimmt die Histadruth die volle Verantwortung für das, was sie geleistet hat: Einwanderung zehntausender Arbeiter; eine mehrtausendköpfige Arbeiterjugend, bereit, in die Arbeiterfront einzutreten; die Massen des Hechaluz, mit dem Willen zur Einwanderung und zur Beteiligung an Sieg und Niederlage; Arbeitersiedlungen, Symbole der gesellschaftlichen, menschlichen, landwirtschaftlichen Kultur; eigenes Erziehungs- und Gesundheitswesen; volle Beteiligung am Aufbau der ersten jüdischen Stadt und der Schaffung jüdischer Komplexe in den alten Städten; Kampf gegen Arbeitslosigkeit und für Überwindung der wirtschaftlichen Krise; Kampf für die Rechte ‘des Arbeiters in Gesellschaft und Staat; Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Erhöhung des Lebensstandards des Arbeiters, ein großes Netz von Produktiv-, Kredit- und Konsumgenossenschaften; Arbeiterinnenwirtschaften und Arbeitervorstädte; hervorragende Rolle in dem Kampf des ganzen Jischuw in den Tagen der Unruhen; Kampf für das Recht des jüdischen Volkes auf freie, schöpferische Lebensgestaltung in Erez Israel; Streben nach Verwirklichung des Aufbaus in friedlichen Beziehungen zu dem arabischen Arbeiter, in gemeinsamer Arbeit, gemeinsamem Kampf mit ihm. Diese Leistungen erlauben der Histadruth, erhobenen Hauptes vor dem Urteil der Geschichte dazustehen, in einer Zeit, da Feinde ringsum sie und das zionistische Werk bedrohen. Die Konsolidierung der Keren Hajessod-Siedlungen Wenn auch wegen der mangelnden Eingänge des Keren Hajessod die Auszahlung des Konsolidierungsbudgets an die Siedlungen erst zu einem geringen Teil erfolgen konnte, so sind doch in den letzten Monaten eine Reihe von Maßnahmen getroffen worden, die diese Siedlungen der Konsolidierung näher bringen. Besondere Fortschritte sind hinsichtlich des Abschlusses von Verträgen mit den Siedlern erzielt worden. Das Kolonisations- Department der Jewisli Agency hat in den letzten Monaten mit den Siedlungen: Kinereth, Magdiel, Kfar Gun, Jadjur, Daganiah A, Ben Schemen, Tel Josef, Kirjath Anawim, Daganiah B, Nachlath Jehuda, Chefzibah, Atharot, Herzlia, Gederah, Gewa,

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