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Das jüdische Echo · 1929-12-27 · 52 (27.12.1929) · p. Seite 774

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
52 (27.12.1929)
Date
1929-12-27
Page
Seite 774 (sequence 8)
Language
German
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774 Das Jüdische Echo Nr. 52 Massen von Frauen ist Henrietta Szold zur führenden Persönlichkeit in der jüdischen Öffentlichkeit gereift. Als Schöpferin und Seelengeberin der Organisation der Zionistinnen Amerikas, der „Hadassah“, hat sie ihre historische Bedeutung erlangt. Und das nicht nur in der Geschichte ihres eigenen Volkes, aus dessen Renaissance die Initiative und Mitarbeit der Hadassah schlechthin nicht wegzudenken ist. Es steht vielmehr in der Sozialgeschichte der Menschheit bisher ohne Beispiel da, daß es einer Frau gelingen konnte, Zehntausende von Geschlechtsgenossinnen zu einer ideellen Bewegung von solch nationaler Verantwortung zusammenzuschließen. Man muß sich nur vergegenwärtigen, daß die Hadassah 50 000 jüdische Frauen, darunter 10 000 junge Mädchen, in den Vereinigten Staaten umfaßt und beinahe den gesamten Gesundheitsdienst des jüdischen Palästina mit seiner Unzahl von Institutionen und einem Budget von mehr als 4 Millionen Mark bestreitet. Die Frauen sind heute nicht zu zählen, die auch außerhalb der Hadassah, sei es als Mitglieder der Histadruth Naschim, sei es als Mitglieder der WIZO oder auch sonst wann einen Hauch ihres Geistes verspürt und sich zu ihr bekennen als zu ihrem edelsten Vorbild. Nachrichten aus Palästina Die Palästinaregierung übernimmt volle Verantwortung gegenüber Touristen Jerusalem, 19. Dezember. (JTA.) Der Gouverneur von Jerusalem, Major Keith-Roach, teilte dem Schiffahrtsbüro mit, daß Touristen, die Palästina besuchen wollen, ohne Bedenken ins Land kommen können; die Regierung übernimmt die volle Verantwortung für ihre Sicherheit. Gemäß den Voranmeldungen werden in dieser Saison etwa 10 000 Touristen erwartet. Aber immer noch Unruhe und Unsicherheit Jerusalem, 20. Dezember. (JTA.) Haifaer Araber, die elektrische Kraft von der Palestine Electric Corporation beziehen, erhielten Briefe, die ..Die schwarze Hand“ unterzeichnet sind und in denen ihnen für den Fall, daß sie weiter Kunden der Palestine Electric Corporation bleiben, mit dem Tode gedroht wird. Die Gegend um die jüdischen Kolonien Rosch Pinah und Metullah im Norden wird immer unsicherer; Juden, die dieses Gebiet bereisen, werden von Arabern angegriffen. Am meisten haben die bei den britischen Truppen angestellten jüdischen Chauffeure zu leiden, von denen zwei bei einem aus dem Hinterhalt gemachten arabischen Angriff schwer verletzt wurden. In Jaffa wurden vier arabische Boykottagitatoren verhaftet, drei wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Nathan Doctorsky, ein Mitglied der Kwuzah Ajelet Haschachar, wurde unter der Beschuldigung, einen Araber ermordet zu haben, vor Gericht geladen. Der Araber wurde während der Unruhen im August in der Nähe der Kwuzah tot aufgefunden. Zwei Safeder Juden, die wegen Plünderung während der Unruhen vor Gericht geladen wurden, wurden freigesprochen, nachdem sich ergab, daß die gegen sie auftretenden arabischen Zeugen wider besseres Wissen die Anzeige erstattet hatten. Es ist dies der fünfte Fall, daß Juden auf Grund der Aussage von Arabern vor Gericht gestellt, aber freigesprochen werden. „Haarez“ veröffentlicht Briefe von arabischen Bauern, in denen erklärt wird, daß nicht die jüdische Einwanderung, sondern die Ausbeutung durch die reichen Araber an dem Elend der Fellachen die Schuld trägt. In einem der Briefe wird erzählt, daß zwei arabische Notabein des Dorfes Dinban in der Nähe der während der Unruhen geplünderten und zerstörten Kolonie Artuff während der türkischen Herrschaft in Palästina zum Tode verurteilt waren, aber durch die Intervention des Juden Levi aus Artuff gerettet wurden; bei den jüngsten Unruhen aber drangen diese beiden Notabein in das Haus Levis ein und plünderten es aus. Androhung schwerer Strafen für Unruhestifter Jerusalem, 19. Dezember. (JTA.) Eine soeben veröffentlichte „Blasphemy Ordinance“ droht jedem, der ein Wort oder einen Ton äußert, der dazu angetan ist, die religiösen Gefühle eines anderen zu verletzen, ein Jahr Gefängnis an. Bekanntlich hat die Palästina-Regierung Ende Oktober eine auf englischem Gewohnheitsrecht basierende „Seditous Offences Ordinance“ erlassen, in welcher für Verbrechen gegen die Regierung oder gegen einen Teil der Bevölkerung, einer Rasse oder einer Körperschaft lebenslängliches Gefängnis vorgesehen ist. Zehn Araber wegen Ermordung von fünf Jeschiwah-Studenten in Hebron vor Gericht Jerusalem, 19. Dezember. (JTA.) Der Untersuchungsrichter beendete die Vorvernehmung von dreizehn Arabern aus Hebron, die beschuldigt werden, am Tage des Massakres in ein Haus in Hebron eingedrungen zu sein und dort fünf Studenten der Jeschiwah ermordet zu haben. Drei der Beschuldigten wurden wegen Mangels an Beweisen aus der Haft entlassen, zehn wurden dem Gericht übergeben, das gegen sie in kurzem den Prozeß eröffnen wird. In Jaffa wurde der Araber Hussein Abdel Hamid, der beschuldigt war, den jungen Benjamin Goldberg aus Tel-Awiw, Sohn des Zionistenführers J. L. Goldberg, der sich mit einigen anderen jungen Juden aus Tel-Awiw zur Rettung einer isolierten jüdischen Arbeitergruppe begab, ermordet zu haben, aus der Haft entlassen. — Scheich Muzafar aus Jaffa, der auf der von den Zeitungen veröffentlichten schwarzen Liste der Regierung unter Nr. 16 erwähnt ist und von dem der stellvertretende Kommissar des Süddistrikts vor der Untersuchungskommission behauptet hatte, daß er ein „Rede- Narr“ sei, wurde von der Regierung aufgefordert, 500 Pfund als Bürgschaft für künftiges Wohlverhalten zu erlegen. Der Scheich weigerte sich, den Betrag zu erlegen, man erwartet, daß er verhaftet werden wird. Strenge Ahndung falscher Zeugenaussagen Jerusalem, 19. Dezember. (JTA.) Zwei Juden aus der Jerusalemer Vorstadt Mekor Chajim standen heute vor dem Richter unter der Beschuldigung, einen Araber aus einem benachbarten Dorfe durch Mißhandlung verletzt zu haben. Die arabi- B. MARSTALLER kgl. Hofsattler / München Erzeugnisse unserer Großwerkstätten: Schiffskoffer / Schrankkoffer Autokoffer (D. R. Patent) Menage* u. Toilettekoffer FEINE LEDERWAREN Fernruf Nr. 90939 Verkaufsräume Damenstiftstraße 16

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