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Das jüdische Echo · 1929-12-27 · 52 (27.12.1929) · p. Seite 772

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
52 (27.12.1929)
Date
1929-12-27
Page
Seite 772 (sequence 6)
Language
German
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-vry*.. 772 Das Jüdische Echo Nr. 52 in einer rein jüdischen Umgebung. Auch soll man niemand mißachten, weil er Jude sein will; im Gegenteil, man soll es wünschen und anerkennen. Aber genügt es wirklich, den „Schein“ beiseitezuschicben, meint Lewisohn wirklich, daß das Haus Israel, das von der letzten Generation niederzureißen versucht wurde, wieder aufgerichtet werden kann von Menschen, die empfinden, wie Artur Levy, der — so endet das, Buch — mit Sicherheit fühlt, „daß sich der Himmel' über ihm wölbt wie ein schirmendes Dach gegen die Finsternis und daß die Erde, auf der er stand mit seinen Füßen, seine natürliche Heimat war“ — nachdem sein ganzes Leben das gerade Gegenteil bewiesen hat. Das Buch Lewisohns ist kein politisches Buch, aber es ist ein kämpferisches Buch. Weiß es auch nicht recht wofür, so weiß es doch mit aller Klarheit wogegen; ist es für die Erkenntnis des inneren Zustandes der gegenwärtigen Judenheit ein Dokument von größter Wichtigkeit und mehr als dies ist es geeignet jüdisches Bewußtsein zu stärken, den Willen zu jüdischem Sein anzufeuern — unser Erbe zu erhalten. Wenn' es auch keinen Weg zu jüdischem Sein zeigt, so weist es doch dessen Voraussetzungen auf und es verdient darum in diesen Tagen, wo wir Chanukkah feiern, besondere Beachtung: Auch in ihm lebt der Geist der Makkabäer. I. E. Brandeis über Zionismus Gründung einer American Business Corporation Washington, 15. Dezember. (JTA.) In der Sitzung der Exekutive in Washington, in der die Schaffung einer American Business Corporation zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas durch Investierung von Fonds beschlossen wurde, hielt Richter Louis Brandeis, Mitglied des Obersten Gerichts der Vereinigten Staaten, eine zweite große Ansprache über Zionismus seit seinem vor zehn Jahren erfolgten Rücktritt von der Führerschaft der zionistischen Bewegung in Amerika. Ich setze volles Vertrauen in die britische Regierung, führte Brandeis aus; ich glaube an ihren Willen, in Palästina Recht walten zu lassen, ich glaube an die Integrität der Untersuchungskommission. Es würde der britischen Tradition widersprechen, wenn die Regierung nicht furchtlos an die Untersuchung der Lage schreiten, die Verantwortlichkeit für begangene Irrtümer frei erkennen, ein befriedigendes Urteil sprechen und eine Aktion durchführen würde, dazu angetan, die Ordnung in Zukunft zu sichern. Man hat sehr scharf die lokale Administration kritisiert. Und in der Tat zeigen die Geschehnisse vom August mindestens einen Mangel an Verständnis der Lage, aber bestehende Mängel geben noch keinen Grund, die Absichten der britischen Regierung in Zweifel zu ziehen. Wie Herr Felix M. Warburg glaube auch ich, daß die Engländer die von ihnen übernommene Verpflichtung voll durchzuführen entschlossen sind. Dies liegt in der Richtung der schönen Traditionen Großbritanniens, dessen Führer wissen, daß Großbritanniens Stellung in der Welt von der Weiterführung dieser Traditionen abhängt. Die Engländer sind an der Aufrechterhaltung der Ordnung im Nahen Osten mehr interessiert als wir hier; ich hege darum keinerlei Zweifel hinsichtlich dessen, was die Engländer jetzt tun werden. Was uns betrifft, fuhr Richter Brandeis fort, so wollen wir unsere Angelegenheiten in Palästina in einer Weise führen, daß unsere Arbeit dem Interesse aller Einwohner Palästinas, der moslemitischen und christlichen ebenso wie der jüdischen, dienen soll. Ich glaube, dies sei die unter den Juden vorherrschende Meinung. Es gibt Einzelpersonen, die diese Meinung nicht teilen mögen, aber die verantwortlichen Personen erkennen, daß ein Gedeihen Palästinas bedeuten muß: Gedeihen für alle Teile der Einwohnerschaft des Landes. Niemand, der in Palästina geweilt hat, wird bezweifeln wollen, daß die Araber aus der Arbeit der Juden großen Vorteil gezogen haben. Ich verweise nur auf jene Araber, die Böden zu sehr hohen Preisen verkauft haben; ich verweise auch auf die arabischen Geschäftsleute und Arbeiter. Bevor noch eine unter dem Deckmantel des religiösen Fanatismus geführte Agitation unter den Arabern überhand nahm, war sich die große Mehrheit der Araber hierüber im klaren. Im vergangenen Sommer, als man noch nichts von einem kommenden Aufruhr ahnte, hatte ich Gelegenheit, mich mit einigen unserer Volksgenossen, die mit der Führung unserer Angelegenheiten in Palästina betraut sind und ständig in Palästina leben, darüber zu unterhalten, welches unsere Beziehungen zu den Arabern in den von uns eingeleiteten oder für die Zukunft geplanten Unternehmungen sein sollen. Wir erörterten, ob es ratsam sei, die Kooperativen und die Arbeiter- SCHOKOLADE-PRALINEN STOliWERCK J 60 LD 1

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