Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 51 (20.12.1929)
- Date
- 1929-12-20
- Page
- Seite 763 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 51 Das Jüdische Echo 763 Organisation gewidmet. Es wurde eine neue Leitung aus fünfzehn Personen mit Df. Ehrlich als Präsident gewählt. Die radikalen Zionisten unter Führung von Robert Stricker blieben auch diesmal dem Parteitag fern, nachdem wochenlange Versuche, eine Verständigung zwischen der Mehrheit und den Radikalen herbeizuführen, ergebnislos geblieben sind. Der Delegiertentag nahm einstimmig die folgende von den Zionisten-Revisionisten eingebrachte Resolution an. „Der außerordentliche Delegiertentag des Zionistischen Landesverbandes für Österreich lenkt die Aufmerksamkeit der Zionistischen Exekutive auf die sich täglich verstärkende Propaganda zugunsten eines Parlamentes in Palästina, sowie auf die unverantwortlichen Äußerungen und Verhandlungen verschiedener zionistischer Kreise. Der Delegiertentag ist der Ansicht, daß es Aufgabe der Zionistischen Exekutive ist, der britischen Regierung verständlich zu machen, daß die überwältigende Mehrheit der zionistischen Bewegung sich niemals damit einverstanden erklären wird, auf die Idee eines Judenstaates und einer jüdischen Mehrheit in Palästina zu verzichten, daß die jüdische öffentliche Meinung hinter dem Baseler Programm, der Balfourdeklaration und dem unverkürzten Mandate einheitlich und geschlossen steht, daß diie Zionisten den Kampf um das Endziel nie aufgeben werden.“ Die Ausschreitungen rumänischer Studenten in Klausenburg und in Temesvar Bukarest, 15. Dezember. (JTA.) Am 10. Dezember, an dem Tage, den die reaktionäre rumänische Studentenschaft alljährlich als Gedenktag des Numerus-clausus-Kampfes feiert, fanden in Klausenburg (Cluj) und in Temesvar (Timisoara) Studenten-Demonstrationen statt. In Klausenburg wurden jüdische Kaufläden angegriffen. In Temesvar hat eine große Gruppe demonstrierender Studenten, nachdem sie in der Redaktion einer ungarischen Zeitung und in einer Druckerei Verwüstungen angerichtet hat, die Fensterscheiben am Gebäude des jüdischen Gymnasiums ausgeschlagen. Fünf Studenten wurden verhaftet. Exmittierung der „Chewrath Mefizeh Haskalah“ in Leningrad Moskau, 2. Dezember. (JTA.) Die Verwaltung der O. P. E„ der seit vielen Jahrzehnten bestehenden „Chewrath mefizeh haskalah“ (Verein zur Verbreitung von Bildung unter den Juden in Rußland), gegen die die jüdischen Kommunisten seit langem eine hemmungslose Kampagne führen, wurde von der Wohnungsbehörde aufgefordert, ihre Büros und die Räume ihrer umfangreichen Bibliothek binnen einer Woche zu räumen. Die Bibliothek der O. P. E. galt von je als einer der wertvollsten Schätze jüdischen Schrifttums. Durch die bevorstehende Exmittierung entsteht die Gefahr, daß die Bibliothek zugrunde geht. „Chewrath mefizeh haskalah“ ist die älteste jüdische Kulturinstitution in Rußland. Gemeinden-u. Vereins-Echo Jugendring, München. Am Montag, dem 9. Dezember, sprach Adolf Gellmann über „Die Grundideen des Judentums.“ Er führte aus, daß es für den Jugendring besonders notwendig sei, in den Geist des Judentums einzudringen. In der anschließenden Aussprache über organisatorische Grundfragen kam man zu dem Ergebnis, die Abende vorläufig ausfallen zu lassen. Denn, wie sich herausstellte, ist einerseits die Arbeit in den einzelnen Organisationen so intensiv, anderseits wird in München so viel geistig Wertvolles geboten, daß eine rein geistige Arbeit in einem Jugendring keine wesentlichen Vorteile bieten könnte. Was aber trotz allem die Grundidee des Jugendrings betrifft, nämlich gegenseitiges Näherkommen und Zusammenarbeiten von Menschen verschiedener Einstellung, so bleibt diese selbstverständlich bestehen und wird auch wieder konkretere Formen annehmen, sobald ein gemeinsames Jugendheim geschaffen wird. Ferner wird bis dahin ständig ein kleiner Kreis von geistig interessierten Menschen Zusammenarbeiten. Schriftliche Anmeldung an Walter Koschland, Pettenkoferstraße 4. — Außerdem ist geplant, Ostern 1930 ein gemeinsames Lager aller am Jugendring beteiligten Organisationen zu veranstalten. München. Kadimah. Es soll nochmals darauf aufmerksam gemacht werden, daß heute, am Samstag, dem 21. Dezember 1929, im Cherubinsaal des Hotels „Vier Jahreszeiten“ um 20 Uhr unsere Chanukkah-Feier stattfindet. Wir wollen nochmals alle an der heranwachsenden Jugend interessierten Eltern und vor allem die jüdische Jugend ^selbst höflichst bitten, recht zahlreich zu erscheinen. Eintrittskarten m i t Programm zu 1 RM. und 50 Rpf. an der Abendkasse. Jüdischer Jugendverein Die Chanukkahfeier des JJV. findet am 2. Januar 1930 statt. Wo? Natürlich im Lessingsaale, denn die Stätte unserer ernsten Arbeit soll Zeuge unserer würdevollen Festesfreude sein. Was bieten wir? Das soll unsere Chanukkahüberraschung werden! Merkt euch auf dem neuen Kalender an: 2. Januar, pünktlich um 20.30 Uhr: Chanukkahfeier des JJV.!! Gäste und Freunde unserer Bewegung sind herzlichst willkommen! Eintritt frei! Bar-Kochba. Damen-, Mädchen- und Kinderabteilung. Der gesamte Turnbetrieb fällt während der Weihnachtsferien aus und wird wieder mit Beginn der Volksschulen aufgenommen. Hebräische Sprachkurse München Neuer Stundenplan für das Wintersemester: Mo 7.30-9 Uhr Kurs V 9—10 Uhr Kurs II 10-11 Uhr Kurs I - Di 5 —6.15 Uhr K i nderkurs III 7.15-8.15 K J.V.-Kurs 8.15-9.3C Bibelkurs - Mi 4.15-5.15 Kinderkurs I 5.15-6.30 Kinderkurs II 7-8.15 Uhr Kurs III 8.30-9.30 Jesaia-Kurs Do 7.15-8.15 Kurs II 8.15-9.15 Kurs I 9.15—10.45 Kurs IV - Der gesamte Unterricht findet abends statt. Leiter der Kurse: A. Percikowitsch. Es wird besonders auf den Bibelkurs für Damen aufmerksam gemacht, der jeden Dienstag von 8.15 bis 9.30 Uhr stattfindet und auf den Jesajakurs, der jeden Mittwoch von 8.30 bis 9.30 Uhr abgehalten wird.