Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 51 (20.12.1929)
- Date
- 1929-12-20
- Page
- Seite 764 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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764 Das Jüdische Echo Nr. 51 M^sZurJescliuosi auf elektrisch aufgenommenen O d c o n - S challplatt en zu haben im ODEON-MUSIKHÄUS JACOB München, Neuhauser Straße 12, neben Pschorr Fernsprecher 91217 Auskunft und Anmeldungen im Unterrichtslokal, Herzog-Rudolf-Straße 1, Tel. 2 97 4 49. Gesuche um Ermäßigung des Schulgeldes sind an Herrn Paul Grünbaum, Rothmundstraße 6, zu richten. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez. Gesamt- Ausschuß der Ostjuden. Wir geben bekannt, daß der Vorverkauf zu unserem großen Chanukkah- Abend mit Theater und Aufführung neu inszenierter jüdischer Volkslieder bereits begonnen hat. Da unsere Veranstaltungen des öfteren ausverkauft waren, empfehlen wir, sich rechtzeitig mit Karten einzudecken. Die Plätze sind durchgehend numeriert und eingebaut. Vorverkauf: Kornhauser, Isartorplatz 8, Tel. 24 5 08; Ewer- Buchhandlung, Ottostraße 2, Tel. 52 4 07; Goldberg. Schwanthalerstraße 24, Tel. 5 96 7 19; D. Korn, Karlstraße 54, Tel. 53 7 33; Orljansky, Neuhauser Straße 29, Tel. 90 5 61; Gidalewitsch, Müllerstraße 42, Tel. 22 9 73. (Siehe Inserat.) Israelitische Volksschule, München. Unsere diesjährige Chanukkah-Aufführung findet am Sonntag, dem 22. Dezember 1929, nachmittags 5.30 Uhr, im Cherubinsaal des Hotels „Vier Jahreszeiten“ statt. Für ein kaltes Büfett ist gesorgt. Karten sind im Vorverkauf in der Schule und beim Kastellan der Synagoge, Herzog-Rudolf-Straße, in der Ewer-Buchhandlung, sowie an der Abendkasse erhältlich. Die Schulleitung. Gesamtausschuß der Ostjuden sagt Herrn Rabbiner Dr. Ehrentreu und Frau zum dritten Buben herzlich Masel tow 5.—; Paul Grünbaum und Frau gratulieren Herrn Dr. Ehrentreu und Frau aus dem gleichen Anlaß. K. K. L. 2.—; Herrn Arnold Goldberg zur Verlobung (unlieb verspätet) 3.— . Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth. Am Donnerstag, dem 5. Dezember, sprach Herr Dr. Th. Malkmus, Dozent der Städtischen Volkshochschule, hier, der gelegentlich seiner Palästinareise sich eingehend über das Schulwerk informiert hatte, über „Palästinensische Schulfragen.“ Er unterschied 1. Talmudschulen, 2. Bildungsschulen nach europäischem Muster und 3. Kinderdörfer, Schulheime und Arbeiterschulen, die revolutionierend auf das Erziehungswesen eingewirkt haben und die ihn am stärksten interessierten. Die außerordentliche Gastfreundschaft, die Herr Dr. Malkmus erfuhr, und die Offenheit von Lehrern und Kindern ermöglichten es ihm, einen tiefen Eindruck in das Wesen der Schulen, des Unterrichts und der Schüler zu tun. Körperliche Arbeit ist dort eine Forderung ganz eminenter Natur, der sich die Kinder mit einer Selbstverständlichkeit unterordnen, die in Europa nur noch in proletarischen Kreisen zu finden ist. Die Arbeit wird zum Erziehungsprozeß, zum Bildungsfaktor. Die Kinder lernen rationellere Methoden selbst herauszufinden, Probleme kennen und lösen, zu beobachten, vergleichen, schematisieren, sie erarbeiten sich das Theoretische durch die Praxis. Prinzipiell wird nichts von außen an die Schüler herangebracht, auch rechnen, schreiben und lesen erlernen sie erst, wenn ihr Interesse dafür erwacht. Leider fehlen noch genügende Lehrbücher in hebräischer Sprache. Um diesem Mangel abzuhelfen, sammelt man Zeitungsausschnitte über wissenschaftliche Abhandlungen, macht man Studienfahrten und nutzt diese in geologischer, botanischer, geographischer, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht aus. Verfehlungen werden nicht durch Strafen geahndet, man forscht den Ursachen nach und sucht das Übel abzustellen. Jeder einzelne genießt eine größere Freizügigkeit, als man sie bei uns gewohnt ist. Das Drückende, das der Arbeit im Abendland anhaftet, fehlt vollkommen. Die Ernährung ist ausgezeichnet, die Kinder sehen blühend aus. ln den Kwuzoth werden die ersten Häuser wohl für das Vieh erbaut, das nächste massive Haus aber gehört den Kindern. Das erste Charakteristikum der Schulen ist das Prinzip der Arbeit, das zweite das der Gemeinschaft. Die Gemeinschaft, die im Gegensatz zur sogenannten Gemeinschaftsschule in Europa, die niemals für die Realität erziehen kann, steht, ist in den Schulen nicht mehr umstritten; auch über das Prinzipielle ist man sich einig. Umstritten sind lediglich Fragen der Technik und Methode. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Dr. Bamberger, Dr. Liebstädter und S. Hamburger, die teils durch Ergänzungen, teils durch Anfragen mit zu dem Gelingen des außerordentlich interessanten Abends beitrugen. Der Abend war sehr gut besucht, insbesondere von jungen Menschen. Geschäftliches Gutes Gebäck. Ein Pfund Bienenhonig, 100 Gramm „Palmin“1 und 125 Gramm Zucker werden erhitzt und als Gewürze das Abgeriebene einer Zitrone, ein Teelöffel Zimt, drei gestoßene Nelken und ein Päckchen Vanillezucker verwendet. Unter die abgekühlte Masse rührt man zwei ganze Eier, zwei Pfund Weizenmehl, zwölf Gramm Hirschhornsalz sowie zwölf Gramm Pottasche. Der Teig wird tüchtig geknetet und dann kleinfingerdick ausgerollt. Man sticht mit einem kleinen Weinglase Scheibchen aus und bäckt sie auf gefetteten Blechen gar. Man überzieht sie nach Belieben mit einer Schokoladen- oder Zuckerglasur. 1 „Palmin“ ist das naturreine Kokosspeisefett von Dr. Schlinck. Mandelplätzchen geraten damit gleich vorzüglich, wie beispielsweise ein Honigblechkuchen oder einfacher Naptfkuchen. „Palmin“ ist hundertprozentiges Fett. Es ist daher außerordentlich ergiebig. Ein Rezeptbüchlein verabfolgen die Kolonialwaren- und Feinkost* geschäfte gern kostenlos.