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Das jüdische Echo · 1929-12-20 · 51 (20.12.1929) · p. Seite 755

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
51 (20.12.1929)
Date
1929-12-20
Page
Seite 755 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 51 Das Jüdische Echo 755 gegners Jefferies entnommen ist. Sir Boyd Merriman wies nach, daß sogar die in Jefferies Buch vorkommenden groben Druckfehler in dem vom Mufti vorgelegten Text übernommen sind, so heißt es u. a. in dem Text übereinstimmend mit Jefferies Buch mit Bezug auf die Heiligen Stätten „individuality“, während in Wirklichkeit „inviolability“ gemeint ist. Von der Untersuchungskommission wurden dann vernommen Otto Lutz, ein Mitglied der deutschen Kolonie in Haifa, der aussagte, daß am 27. August Juden aus Bath Halim eine arabische Arbeitergruppe beschossen hätten, ferner die Scheichs von Beisan und Beerheba, die über wirtschaftliche Ausbeutung durch Juden klagten. Während der ganzen Nachmittagssitzung bemühten sich die Anwälte der arabischen Exekutive nachzuweisen, daß das erste an dem verhängnisvollen Freitag, den 23. August, gefallene Opfer ein Araber war. Der Leiter des Regierungshospitals, Dr. Yousseif Hajjar, konnte sich an die Zeit des tödlich verletzten Arabers, der Hannah Karker hieß und Christ war, nicht erinnern. Jerusalem, 9. Dezember. (JTA.) In der Freitagsitzung der britischen Untersuchungskommission kam es zu einer Kontroverse zwischen dem Anwalt der Regierung, Kenelm Preedy, und dem Anwalt der Zionistischen Exekutive, Sir Boyd Merriman, bei der Behandlung der Frage, ob die Palästinaregierung noch vor Ausbruch der Unruhen an die Krankenhäuser die Weisung hat ergehen lassen, sich zur Aufnahme von Verletzten vorzubereiten, weil Unruhen erwartet werden. Darauf wurden noch weitere von arabischer Seite genannte Zeugen verhört. Die Zeugen der Zionistischen Exekutive Jerusalem, 10. Dezember. (JTA.) Am Montag, 9. Dezember, begann die Untersuchungskommission mit der Vernehmung der vom Anwalt der Zionistischen Exekutive zitierten Zeugen. Als erster kam zu Worte der Leiter des Büros der Zionistischen Exekutive ‘ Palästinas, Dr. Isaiah Braude, der während der Abwesenheit Harry Sachers und der anderen Mitglieder der Exekutive zusammen mit Herrn Hoofien von der Anglo- Palestine Company die Zionistische Exekutive gegenüber den Behörden repräsentiert hat. Dr. Braude sagte aus, sein Kollege Hoofien habe während der Tagung des Zionistenkongresses in Zürich ein Telegramm an Wladimir Jabotinsky, Präsidenten der Union der Zionisten-Revisionisten, nach Zürich gesandt, welches lautete: „Doar Hayom“ (das von Jabotinsky geleitete Organ) ignoriert die Beschlüsse des Kongresses mit Bezug auf die Klagemauer und fordert zu Aufruhr und Gewalt auf. Obwohl nicht zu erwarten ist, daß viele Personen der Aufforderung der Zeitung folgen werden, kann es dennoch zu einer Katastrophe kommen, die niemandem Nutzen bringen könne. Ich fordere Sie auf, die Redaktion telegraphisch zu ersuchen, ihre Haltung zu ändern, sonst wird die Verantwortung auf ihr Haupt und die Häupter der Ihrigen fallen.“ Jabotinsky hat sofort nach Erhalt dieses Telegramms der Redaktion von „Doar Hayom“ die Weisung gegeben, die Agitation einzustellen. Am 7. August veröffentlichte „Doar Hayom“ einen Artikel, in welchem erklärt wurde, daß Gewalt nicht angewandt werden dürfe; gleichzeitig wurde der Waad Leumi wegen seiner „Geheimdiplomatie“ angegriffen. Die weitere Aussage Dr. Braudes bot nicht mehr viel neues, da die im Verhör mit ihm berührten Tatsachen bereits bei der Vernehmung des Chefredakteurs Luke zur Sprache gebracht und durch das von Sir Boyd mit Luke angestellte Kreuzverhör zum Teil geklärt wurden. Dr. Braude wurde hauptsächlich über diejenigen Punkte befragt, bei denen Luke in seinem Verhör ein gewisses Zögern an den Tag legte. Dr. Braude entwickelte auch die jüdischen Gesichtspunkte hinsichtlich der unmittelbaren Ursachen der Unruhen. Der mißglückte Versuch, den Ausbruch der Unruhen zu verhindern Dr. Braude schilderte den Verlauf der Zusammenkunft jüdischer und arabischer Repräsentanten im Hause des stellvertretenden Oberkommissars, H. C. Luke, am Morgen des 23. August, einige Stunden vor Ausbruch der Unruhen. Es handelte sich darum, daß die jüdischen und die arabischen Führer eine gemeinsame beruhigende Proklamation an die Bevölkerung erlassen. Dr. Braude erzählte, er sei durch den von Jamal el Husseini damals bezeugten guten Willen so sehr beeindruckt worden, daß er, Braude, eiligst die von den jüdischen und den arabischen Führern gemeinschaftlich zu unterzeichnende Erklärung schriftlich fixierte. Die Ruhe muß erhalten werden, war das einzige, was ich dachte. In meinem Entwurf war von „freundschaftlichen Beziehungen“ die Rede, aber als ich die Worte vorlas, bemerkte ich ein ironisches Lächeln auf dem Gesicht von Auni Bey Abdul Hadi (der arabische Anwalt, der jetzt das Kreuzverhör mit Braude führt), ich strich darum diesen Satz. Hier das Original, fügte Dr. Braude hinzu; sie können die weggestrichenen Worte darauf sehen. Es wurde ein dritter Entwurf angefertigt, erzählt Dr. Braude weiter, den Luke als eine mögliche Basis für eine gemeinsame Erklärung hielt. Aber Auni Bey erklärte, es sei die Zeit noch nicht gekommen, in der Juden und Araber ihre Namen unter ein Dokument gemeinsam setzen könnten. Ich machte den Vorschlag, das getrennte Proklamationen erlassen werden sollen. Luke hielt diesen Vorschlag für vernünftig, Auni Bey aber erklärte: Entweder wir schaffen ganze Ordnung oder keine. So beschlossen wir, zu einem späteren Zeitpunkt wieder zusammen zu kommen. Der ganze Text der von Braude entworfenen Proklamation lautet: Wir Unterzeichneten Vertreter der moslemitischen und der jüdischen obersten Institutionen teilen den Juden wie den Moslemiten mit, daß wir bei einer gemeinsamen Versammlung zu dem Schluß gekommen sind, daß die gegenwärtig unter Moslemiten und Juden herrschende Erregung hauptsächlich auf Mißverständnis zurückzuführen ist; wir sind überzeugt, daß das Mißverständnis durch guten Willen aufgeklärt werden kann. Aus diesem Grunde fordern wir, daß Juden wie Moslemiten ihr äußerstes tun, um friedliche und ruhige gegenseitige Beziehungen herzustellen. Wir alle mißbilligen Gewaltakte und appellieren an den Moslemiten und Juden, seine oberste Institution in der heiligen Arbeit zu unterstützen, die den Zweck hat, Frieden zwischen den beiden Nationen zu stiften. Jerusalem, 12. Dezember. (JTA.) Mehr als vier Stunden lang unterzog der Regierungsanwalt Kenelm Preedy den früheren stellvertretenden Leiter der Zionistischen Exekutive, Dr. Isaiah Braude, einem scharfen Kreuzverhör. Indem der Regierungsanwalt sein Bestreben darauf richtete, den Vorwurf Sir Beyd Merrimans, daß die Regierung, obwohl sie mit dem Ausbruch der Unruhen

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