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Das jüdische Echo · 1929-12-13 · 50 (13.12.1929) · p. Seite 741

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
50 (13.12.1929)
Date
1929-12-13
Page
Seite 741 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 50 Das Jüdische Echo 741 unsere Ziele abzusehwächen und unsere Gesinnungen zu ändern. Kein anderer als Blumenfehl, der Vorkämpfer der Bündnispolilik, hat uns dies unter anderen Umständen klar gemacht — so wenig wir auf die eindeutige Formulierung unserer nationalen Bestrebungen verzichtet haben, weil die Freundschaft z. B. des Centralvereins für eine unpolitische Wohlfahrlsarheil in Palästina zu haben gewesen wäre, so wenig wollen wir auf unsere berechtigten nationalen Forderungen verzichten, weil es so aussiehl, als oh die Welt heule dem Zionismus nur Unverständnis entgegenbringen würde. (Oder redet man uns diese Befürchtung nur ein?) Kein Zweifel, der Zionismus ist heute in einer schlechten Situation, in Frez Israel sowohl wie in der ganzen Welt, er ist in eine Verteidigungsstellung gedrängt worden, wo er (moralisch und geistig betrachtet) der Angreifer sein sollte; kann dies für einen Zionisten ein Argument sein, vom Zionismus zu lassen, oder auch nur an Stelle einer politischen Konzeption eine im wesentlichen philantropische und kulturelle zu setzen? Ist dies erkennen wirklich „Verdrängungspolitik“? Ist es nicht eher „Verdrängungspolilik“, diese Gegensätze für sekundär und peripher zu erklären? Keinem Zionisten kann darum heute erspart bleiben, Stellung zu nehmen und sich zu entscheiden: die praktische Arbeit des deutschen Zionismus ist unendlich wichtig und soll in ihrer Bedeutung nicht verkleinert werden — aber muß sie, um erfolgreich zu sein, nicht getragen werden von einem starken und ungebrochenen zionistischen Willen, von einer kraftvollen zionistischen Bewegung? Und deren Vorhandensein ist wiederum abhängig von der klaren und unverfälschten Formulierung des zionistischen Gedankens; der zionistische Gedanke darf sich deshalb nicht auf Irrwege abdrängen lassen, auch heute und gerade heute nach der Erweiterung der Jewish Agency und den Vorfällen in Palästina nicht; dies wird der ganze deutsche Zionismus erkennen und sich auf dem XXIII. Delegiertentag danach organisieren müssen. Ignaz Ein rieh Nachrichten aus Palästina Der Hadassah-Arzt Dr. Berkowitz von Arabern niedergeschossen Jerusalem, 4. Dezember. (JTA.) Der Arzt des Hadassah-Hospitals Dr. Berkowitz wurde, während er am Nachmittag auf dem Wege von der jüdischen Kolonie Jessoth Hamaala nach der Kolonie Ajeleth Haschachar in Nordgaliläa war, aus dem Hinterhalt angeschossen und schwer verletzt. Zwei Ärzte aus Safed leisteten ihm die erste Hilfe und brachten ihn in das Safeder Hospital. Dr. Berkowitz ist der sechste jüdische Arzt, der seit den Augustunruhen ein Opfer arabischer Überfälle geworden ist. Wie Dr. Ticho, der berühmte Augenarzt, der vor kurzem in Jerusalem überfallen und durch Schüsse schwer verletzt wurde, war auch Dr. Berkowitz ein Wohltäter der Araber. das Rücktrittsgesuch von Dr. Hans Kolm genehmigt. Man ist in palästinensischen Kreisen der Ansicht, daß der Rücktritt Dr. Hans Kolms auch im Zusammenhang steht mit seiner Tätigkeit innerhalb der Brith-Schalom-Organisation. Lea Golinkiii, die Primadonna der Palästinaoper, gestorben Jerusalem, 3. Dezember. (JTA.) Madame Lea Golinkin, die Primadonna der Palästinaoper und Gattin des Direktors der Palestine Opera Company, ist im Alter von 36 Jahren an Krebs gestorben. Von der Arbeit der Gerichte Jerusalem, 9. Dezember. (JTA.) Das Jerusalemer Berufungsgericht bestätigte die gegen zwei Araber wegen Ermordung von Rabbi Kastei in Hebron ausgesprochenen Todesurteile. Das Berufungsgericht bestätigte ferner die Todesurteile gegen die zwei Brüder Raneim, die der Ermordung von Isaac Mamaan in Safed schuldig befunden wurden. Gegen den Jaffaer Juden Chajim Berachja wurde gemäß Artikel 170 des Strafgesetzes Klage erhoben; er wird beschuldigt, einem im Zusammenhang mit den Augustunruhen des Mordes angeklagten Juden zur Flucht verholfen zu haben. — In Haifa wurden 9 Juden, von denen einer über 65 Jahre alt ist, unter der Beschuldigung verhaftet, während der Unruhen auf Araber geschossen zu haben. Sie wurden alle gegen eine Geldbürgschaft aus der Haft entlassen. Jerusalem, 9. Dezember. (JTA.) Das Gericht verurteilte einen Araber aus Hebron, der am Tage des Hebron-Massakres die beiden Brüder Dov und Ariali Chaikel ermordet hat, zu 18 Jahren Gefängnis. Das gleiche Gericht verurteilte einen Araber, der während des Massakres sich der Plünderung schuldig gemacht hat, zu 18 Monaten Gefängnis. Ein dritter Araber wurde wegen Aufreizung zu Gewalttaten zu 9 Monaten Gefängnis, ein vierter, der am Tage des Massakres bewaffnet aufgegriffen wurde, zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Sämtliche vier Araber haben auf Anraten ihrer Anwälte ein Geständnis abgelegt und kamen auf diese Weise mit milderen Strafen davon. Zwei Juden, die auf Grund der Aussagen eines Arabers aus Lifka und seiner Tochter der Brandstiftung und der Plünderung angeklagt waren, wurden freigesprochen, nachdem sich vor Gericht ihre vollständige Unschuld herausgestellt hat. Der Araber und seine Tochter wurden von den Freigesprochenen wegen falscher Zeugenaussage und Meineids verklagt. Gegen den arabischen Polizeiboten Abdul Gliadi Tabek, der das Attentat auf den Oberstaatsanwalt Norman Bentwich verübte, wurde ein Verfahren gemäß Artikel 170 des Strafgesetzes, der eine lebenslängliche Gefängnisstrafe vorsieht, eingeleitet. Dr. Hans Kohn nicht mehr Direktor des Werbedepartements des Keren Hajessod Jerusalem, 4. Dezember. (JTA.) Der Direktor der Propagandaabteilung des Keren Hajessod, Herr Dr. Hans Kohn hat an den gegenwärtig in Berlin weilenden Leiter des Keren Hajessod, Herrn Dr. Arthur Hantke, das Ersuchen gerichtet, ihn seiner Amtspflichten zu entbinden, er lege das Amt eines Direktors des Werbedepartements zurück, um sich seinen wissenschaftlichen Arbeiten ganz widmen zu können. Dr. Hantke hat Cafe Wintergarten Franz Schnabel Vollständig renoviert (m. Parkettboden) neu eröffnet Nachmittags-Konzert / Abend Tanz Kapelle Josd Zangelas Zivile Preise / Kein Weinzwang / Kein Eintritt Tassen und Portionen Kaffee werden verabreicht

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