Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 49 (6.12.1929)
- Date
- 1929-12-06
- Page
- Seite 729 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 49 Das Jüdische Echo 729 Sammlung wird aus 41 Mitgliedern, der Gemeindevorstand aus 11 Mitgliedern bestehen. Die Stellvertreter kommen in Fortfall. Wahlfreier hebräischer Unterricht an den humanistischen Gymnasien Preußens Berlin, 1. Dezember. (JTA.) Der Unterrichtsausschuß des Preußischen Landtags nahm den Antrag Prelle (Dt. Frakt.) an, wonach dafür gesorgt werden soll, daß an allen* humanistischen Gymnasien wahlfreier hebräischer Unterricht erteilt werde, ohne daß den Teilnehmern daraus besondere Kosten erwachsen. Der Jüdische Museumsverein ins Leben getreten Max Liebermann Ehrenpräsident, Eugen Landau Präsident Berlin, 29. November. (JTA.) Am Donnerstag, dem 28. November, fand im Hotel Kaiserhof die konstituierende Versammlung des Jüdischen Museumsvereins statt. Rechtsanwalt S. Gronemann begrüßte die Erschienenen im Namen des Gründungsausschusses. Auf seinen Antrag erfolgten die Genehmigung der Satzungen und die Wahl des Vorstandes durch Zuruf. Zum Vorsitzenden wurde Herr Generalkonsul Eugen Landau, zum Schriftführer Dr. Karl Schwarz, zum Schatzmeister Herr Eugen Caspary, zu Beisitzern wurden Adolf Dpnath, Dr. Max Osbron, Dr. Aron Sandler, Georg'Tietz und Arnold Zweig, zum Ehrenpräsidenten Prof. Max Liebermann gewählt. Die Nationalsozialisten gegen Hugenbergs Filmgeschäfte Berlin, 2. Dezember. (JTA.) Die vom Führer der Berliner Nationalsozialisten Abgeordneten Dr. Goebbels herausgegebene Zeitschrift „Der Angriff“ greift Hugenberg an, weil er den „alljüdischen Tendenzfilm“ den Al-Jolson-Tonfilm „Der Jazzsänger“ in seinen Ufatheatern laufen läßt. „Der Angriff“ versteigt sich zu der folgenden Drohung: „Gelingt es Herrn Hugenberg nicht, seine Geschäftsjuden dazu zu zwingen, das deutsche Filmpublikum mit einer ekelhaften alljüdischen Propaganda zu verschonen, so wird man zur Selbsthife schreiten müssen. Die Nationalsozialisten werden nicht davor zurückschrecken, einen politischen Kampf gegen die Ufa zu führen. Wir fordern die Ufa auf, den Film „Der Jazzsänger“ binnen drei Tagen vom Spielplan abzusetzen. widrigenfalls sämtlichen Nationalsozialisten im Reich geraten werden wird, die Theater der Ufa in Zukunft zu meiden.“ Resultat der Wahlen in die Jüdische Gemeinderepräsentanz Leipzigs Leipzig, 2. Dezember. (JTA.) Am Sonntag, dem 1. Dezember, wurden in Leipzig die Wahlen in die Repräsentanz der jüdischen Gemeinde durchgeführt. Die Propaganda seitens der verschiedenen Parteien war eine sehr rege. Es wurde wie gewöhnlich in zwei Sektionen (für Inländer und für Ausländer getrennt) abgestimmt; jede der Damplmolkerei „SCHWABING“ München 23 Tel. 33557 Inhaber: Hans "Wäßle Leopoldstr. 59—61 , « Deutsche Edelbutterund Schlagrahm; S S ein Versuch und Sie werden dauernd ““ ® Kunde sein. Filialen: Augustenstr. 76, Kölner PI. 8, Leopoldstr. 48, Ungererstr.56 Sektionen wählte ihre eigenen Abgeordneten. Fünfzig Prozent der Wahlberechtigten schritten zur Urne. In der Inländer-Sektion wurden rund 1500, in der Ausländer-Sektion rund 3000 Stimmen abgegeben. Gewählt wurden acht Liberale (alle in der Inländer-Sektion), ferner zwei Mitglieder der Jüdischen Volkspartei und ein Orthodoxer. Die Poale Zion ging ohne Mandat aus. 125jähriges Bestehen des Philantropin in Frankfurt a. M. Berlin, 28. November. (JTA.) Am 1. Dezember begeht das Philantropin in Frankfurt a. M. die Feier seines 125jährigen Bestehens. Zur Zeit umfaßt das Philantropin (Schulwerk der Israelitischen Gemeinde) ein Reformrealgymnasium mit Realschule nebst Lyzeum und Frauenschule und einen Kindergarten. Unter demselben Patronat, aber gesonderter Leitung steht eine vollausgebaute Realschule. Die Gesamtschülerzahl beträgt über 800, die höchste seit Bestehen der Anstalt. Hakenkreuz-Gruppe an der Frankfurter Universität verboten Frankfurt a. M., 26. November. (JTA.) Rektor und Senat der Universität Frankfurt a. M. haben in ihrer Sitzung vom 26. November 1929 folgenden Beschluß gefaßt: „Die Hochschulgruppe Frankfurt a. M. des Nationalsozialistischen Studentenbundes wird gemäß Paragraph 41 der Vorschriften für die Studierenden Deutschlands vom 1. Oktober 1914 wegen der Beleidigung gegen die Frankfurter Universität, die in den am 21. und 22. November 1929 von dieser Gruppe verteilten Flugblättern enthalten ist, für dauernd verboten.“ Gegen die Verantwortlichen soll außerdem eingeschritten werden. Kundgebung für den Hilfsverein in Aachen Aachen, 26. November. (JTA.) In Aachen fand in diesen Tagen eine Kundgebung für den Hilfsverein der Deutschen Juden statt. Herr Generaldirektor Alfred Leonh. Tietz (Köln) wies auf die großen Aufgaben des Hilfsvereins der Deutschen Juden in der Vor- und Nachkriegszeit hin. Herr Dr. Wischnitzer, Generalsekretär des Hilfsvereins, gab einen Überblick über Arbeitsgebiete und Arbeitsmethoden des Hilfsvereins während seines fast dreißigjährigen Bestehens. Die Versammlung vereinigte führende Persönlichkeiten Aachens. Es wurden sehr ansehnliche Beträge zugunsten des Hilfsvereins gezeichnet. Zum Schlüsse wurde ein neungliedrige^ Komitee gewählt, welches die Arbeit in Aachen unter Vorsitz von Herrn Landgerichtsdirektor Dr. A. Rosenthal durchgeführt. Die jüdischen Frontsoldaten Bayerns gegen „Stürmer“ München, 25. November. (JTA.) Auf der diesjährigen Tagung des Landesverbandes Bayern des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten wurde beschlossen, dem Ministerium des Innern einen Protest zu übermitteln gegen die Beleidigung der jüdischen Religionsgemeinschaft durch die vom nationalsozialistischen Abgeordneten Streicher in Nürnberg herausgegebene Zeitung der „Stürmer“. Das Blatt trägt auf der Titelseite die Querschrift: „Die Juden sind unser Unglück.“ Der Landesverband erblickt hierin eine Schändung des Andenkens der 12 000 deutschen Juden, die im Weltkrieg den Tod für das Vaterland gefunden haben.