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Das jüdische Echo · 1929-12-06 · 49 (6.12.1929) · p. Seite 727

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
49 (6.12.1929)
Date
1929-12-06
Page
Seite 727 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 49 Das Jüdische Echo 727 verhaftet worden. Er wurde unter der Bedingung freigelassen, daß er seinen Aufenthalt in Nazareth nimmt und sich dort täglich bei der Polizei meldet. Arabische Boykottagitatoren erschienen auf dem Markte in Petach Tikwah und versuchten, auf die anwesenden Araber einen Druck auszuüben, daß sie nicht bei Juden kaufen. Als Polizei heraneilte, ergriffen die Agitatoren die Flucht und entkamen. Ein arabischer Arzt wurde in Jaffa durch Boykottagitatoren angegriffen und schwer mißhandelt. Britische Soldaten befreiten ihn aus seiner mißlichen Lage. Um den Nationalfondsboden im Schaaron-Tale Jerusalem, 25. November. (JTA.) Die Pflugarbeit auf dem von kanadischen Juden für den Jüdischen Nationalfonds erworbenen sogenannten Vadi-Havarit-Boden im Schaaron-Tale mußte auf Ersuchen des Distriktsbeamten Bailey eingestellt werden. Die mit dem Pflügen beschäftigten jüdischen Arbeiter kehrten in die nahe gelegene jüdische Kolonie Chedera zurück. Die Anordnung des Distriktsbeamten ist darauf zurückzuführen, daß Araber, die früher den Boden ohne jeden Rechtstitel benutzt haben, Entschädigungsansprüche stellen. In dieser Gegend wurden 33 000 Dunam Boden bereits auf den Namen des Jüdischen Nationalfonds registriert, weitere 15 000 Dunam werden demnächst als Eigentum des Nationalfopds eingetragen werden. Der Boden eignet sich sehr für Orangenzucht; es ist beabsichtigt, dort Angehörige des jüdischen Mittelstandes anzusiedeln. Die arabischen Anwohner stellen die Legalität des Bodenverkaufs an den Nationalfonds nicht in Frage, sie geben zu, daß sie keinerlei Rechtstitel auf den Boden besitzen. Sie haben auch vom Jüdischen Nationalfonds Entschädigung erhalten und haben daraufhin den Boden geräumt. Nunmehr sind sie wieder auf den Boden zurückgekehrt und verlangen abermals Entschädigung. Eine arabische Deputation erschien beim stellvertretenden Chefsekretär der Regierung, Herrn Mills, und klagte darüber, daß 265 arabische Familien aus dem Vadi-Havarit-Boden wenn auch ohne Rechtstitel Nutzen zogen und nun auf Grund des Bodenrechtes gewaltsam aus diesem Boden entfernt werden sollen. Die arabischen Siedler drohen, daß sie, falls ihre abermaligen Entschädigungsansprüche zurückgewiesen werden, sie vor dem Gebäude der britischen Untersuchungskommission demonstrieren werden, um zu zeigen, daß Araber durch Juden vom Boden vertrieben werden. Der sephardische Friedhof in Jerusalem geschändet Jerusalem, 25. November. (JTA.) Der Friedhof der sephardischen Juden in Jerusalem wurde von unerkannt gebliebenen Tätern geschändet. 20 Mazewoth (Gedenksteine) wurden zertrümmert. Ein als Postbeamter beschäftigter christlicher Araber wurde unter dem Verdachte, das Attentat auf Dr. Ticlio verübt zu haben, verhaftet. Er wurde gegen Kaution vorläufig auf freien Fuß gesetzt. Eine Friedensbotschaft Bentwichs nach dem ' Attentat Jerusalem, 26. November. (JTA.) Am Sonntag abends sollte Norman Bentwich in der Hebräischen Universität den Beginn der Musikvorlesungen des berühmten Pianisten und Komponisten, Prof. Schorr, früher Professor am Staats- Konservatorium in Moskau, als Vorsitzender durch eine Rede einleiten. Da er infolge des Attentats auf ihn nicht mehr erscheinen konnte, sandte er eine Kundgebung, die der Kanzler der Universität, Dr. Magnes, verlas. Nichts Ernstes ist geschehen, schrieb Bentwich, und wenn das Geschehene beitragen konnte, den Weg zum Frieden zu öffnen, wird es zum Guten sein. Ich bin überzeugt, daß wir einen Weg zum Frieden finden werden, finden müssen. Je früher die gegenseitigen Beschuldigungen aufhören, um so früher wird der Friede einkehren. Ich bitte alle, keine Proteste, Klagen und Beschwerden bei der Regierung im Zusammenhang mit meinem Fall zu erheben. Ein arabischer Führer für Aufgabe des Kampfes gegen die Balfour-Deklaration Jerusalem, 27. November. (JTA.) Hassan Sidki al Dejani, Mitglied des Obersten Moslemitischen Rates, tritt in dem offiziellen Organ des Rates, „Al Jamea al Arabia“, für Aufgeben des Kampfes gegen die Balfour-Deklaration ein. Die Balfour-Deklaration, schreibt er, enthält nichts, was den Arabern schaden könnte. Wozu, fragt er, sich im Kampf um eine negative Forderung — Abschaffung der Balfour-Deklaration — erschöpfen? Man sollte eher die Kräfte auf eine positive Forderung: Errichtung eines Parlaments in Palästina, konzentrieren. Wenn wir diese Taktik verfolgen, schließt Hassan Sidki al Dejani, so werden wir die Sympathien der englischen Regierung, des britischen Volkes und des Völkerbundes haben. Weitere neun Todesurteile im Zusammenhang mit dem Safed-Pogrom — Die Ermordung der Familie des Schuldirektors Afriat Jerusalem, 28. November. (JTA.) Das Gericht in Haifa beendete heute die Verhandlung gegen eine größere Zahl Araber aus Safed, die beschuldigt waren, am Tage des Pogroms in Safed den Direktor der Misrachi-Schule Afriat und sämtliche Mitglieder seiner Familie abgeschlachtet zu haben. Das Gericht verurteilte neun Angeklagte, unter ihnen einen Beamten des Gesundheitsdepartements der Regierung, zum Tode und einen Angeklagten zu 15 Jahren schweren Kerker. Drei der Angeklagten, unter ihnen ein Lehrer der Re- Auf der Spur der Urheber der Attentate auf Ticho und Bentwich? Jerusalem, 25. November. (JTA.) Wie der JTA-Vertreter erfährt, wurden zwei Angehörige einer der prominentesten moslemitischen Familie Jerusalems unter der Beschuldigung verhaftet, das Attentat auf den Oberstaatsanwalt Norman Bentwich angestiftet zu haben. Die Verhaftung erfolgte auf Grund der Aussagen des Attentäters Ghani Tabek. Cafe Wintergarten Franz Schnabel Vollständig renoviert (m. Parkettboden) neu eröffnet Nachmittags-Konzert / Äbend Tanz Kapelle Josd Zangelas Zivile Preise / Kein Weinzwang / Kein Eintritt Tassen und Portionen Kaffee werden verabreicht

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