Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 49 (6.12.1929)
- Date
- 1929-12-06
- Page
- Seite 726 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9072829-9103083-9176133--09970-9082879- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Safed 3× ep/1046078
OCR text
726 Das Jüdische Echo Nr. 49 Nachrichten aus Palästina Luke geht in Urlaub Jerusalem, 2. Dezember. (JTA.) Der Chefsekretär der Palästinaregierung, H. C. Luke, der während der Unruheepoche in Palästina bei Abwesenheit von Sir John Chancellor die Geschäfte des Oberkommissariats geleitet hat, und der vor einigen Tagen von der Untersuchungskommission über Ursache und Verlauf der Unruhen eingehend vernommen wurde, tritt am Mittwoch, dem 4. Dezember, einen für fünf Monate berechneten Urlaub an. Bereits vor mehreren Wochen hieß es, daß Luke kurz nach seiner Vernehmung durch die Untersuchungskommission einen längeren Urlaub antreten und wahrscheinlich nach Palästina nicht mehr zurückkehren wird. Neuer arabischer Terror in Safed Jerusalem, 1. Dezember. (JTA.) Ein Trupp Araber zu Pferde drang um 11 Uhr abends in das jüdische Viertel von Safed ein, obwohl in Safed noch immer der Straßenverkehr nach 8 Uhr abends verboten ist. Die Araber schleuderten Steine in ein Fenster, an dem ein Jude saß. Der Jude wurde getroffen und schwer verletzt ins Hospital verbracht. Acht Araber, von denen man annimmt, daß sie am Angriff beteiligt gewesen waren, wurden verhaftet. Eine Abordnung der jüdischen Gemeinde von Safed ersuchte den in Safed eingetroffenen Kommissar des Norddistrikts, die Zahl der in Safed stationierten britischen Polizisten sowie die Zahl der jüdischen Nachtwächter zu erhöhen, damit eine Wiederholung solcher Angriffe verhindert werde. Der Distriktskommissar versprach, diese Forderung in Erwägung zu ziehen. Er ließ sodann die arabischen Notabein zu sich kommen und erklärte ihnen, daß jeder weitere Angriffsversuch strengstens geahndet werden wird. Drei Araber, die Feuerwaffen aus Transjordanien nach Palästina einschmuggelten, wurden in der Nähe der jüdischen Kolonie Rosch Pineli bei Safed verhaftet. Unruhe und Schießereien Jerusalem, 28. November. (JTA.) Gegen das Plantagengebiet „Tel Mond“ in der Nähe von Tulkram, das den Namen von Lord Melchett (Alfred Mond) trägt, wurden in der Nacht von unbekannter Seite Schüsse abgegeben; niemand wurde verletzt. Die Misrachi Kwuzah im Tale Jezreel wurde beschossen, die Telegraphendrähte zur Siedlung wurden zerschnitten. Jerusalem, 27. November. (JTA.) Von Juden besetzte Autos wurden zwischen Jerusalem und der Gartenvorstadt Talpioth aus dem Hinterhalt beschossen, ebenso Autos, die von Tel-Awiw nach Petach Tikwah fuhren. Aus einem mit arabischen Notabein besetzten Auto, das an der jüdischen Kolonie Tel Joseph im Tale Jezreel vorbeifuhr, wurden auf eines der jüdischen Gehöfte Schüsse abgegeben. Unter den Insassen des Autos erkannte man bestimmt Vadi Bustani, den Urheber des Überfalls auf den PJCA-Konzessionsboden in Caesaria. In der Nähe von Ramleh wurde nachts ein Araber durch einen auf ihn abgegebenen Schuß schwer verletzt. Man glaubt, daß er irrtümlich für einen Juden gehalten wurde. Ein Araber aus Liftah in der Nähe von Jerusalem gab aus einem Revolver Schüsse auf den Direktor des jüdischen Diskin-Waisenhauses in Jerusalem ab. Die Schüsse gingen fehl. Jerusalem, 26. November. (JTA.) In der Nacht zum 24. November wurden in der im Gebiete der Haifa-Bucht gelegenen und dem rumänischen Juden Katz gehörenden Orangen- und Bananen-Plantage auf einem Gebiet von 42 Dunam sämtliche Bäume herausgerissen. Der Schaden ist enorm. Mehrere Araber sind als der Tat verdächtig verhaftet worden. Bereits in den Tagen der Unruhen im August wurde diese Farm von Arabern überfallen, die in ihr Zerstörungen verursachten. Der Schaden betrug damals etwa 10 000 Pfund. Mehrere jüdische landwirtschaftliche Arbeiter, die jüdischen Boden im Gebiete der Haifabucht pflügten, wurden von einer vom Advokaten Fuad aus Afuleh geführten Bande Araber angegriffen und gezwungen, die Pflugarbeit einzustellen. Die Polizei hat angeordnet, daß die Arbeit bis auf weiteres nicht wieder aufgenommen werden soll. Araber wie Juden wurden zur Vernehmung vor das Polizeiamt zitiert. Generalstreik und Zusammenstöße in Jaffa Jerusalem, 25. November. (JTA.) Der Streik arabischer Ladenbesitzer in Jaffa als Protest gegen die Verhaftung von neun Führern der arabischen Boykottpropaganda hat sich zu einem Generalstreik entwickelt. Es besteht die Absicht, in Jerusalem und in Nablus Sympathiestreiks zu veranstalten. Außer der bereits mitgeteilten Verhaftung von acht arabischen Führern, unter ihnen Scheich Maizafer und Mishab Habbab, soll nun auch der angesehenste arabische Führer in Jaffa, Omar Bittir, verhaftet worden sein. Der Kommissar des Süddistrikts Major Campbell hat bereits den Prozeß gegen die Verhafteten 'eingeleitet und zunächst einen von ihnen, Mishab Habbab, zu 12 Monaten Gefängnis verurteilt. Im Verlauf des Montags versuchten arabische Massen in Jaffa, Straßenkundgebungen zu veranstalten, die aber durch Polizei verhindert wurden. Es kam dabei zu schweren Zusammenstößen zwischen den Demonstranten und der Polizei. Militär griff ein und stellte die Ruhe her. Panzerautomobile patrouillieren durch die Straßen. Das englische Kriegsschiff „Ramiilion“ kreuzt vor Jaffa. Ungeachtet des Generalstreiks in Jaffa konnten am 24. November vierhundert mit einem Dampfer eingetroffene jüdische Einwanderer, unter ihnen zahlreiche Chaluzim. ohne besondere Schwierigkeiten in Jaffa landen. Der Führer der arabischen Kommunisten Hamdi cl Husscini, einer der Hauptanstifter der ersten Unruhen in Jaffa, gegen den, wie berichtet, ein Haftbefehl erlassen wurde, ist am 23. November CONTINENTAL Schreibmaschinen das Fabrikat der Wanderer-Werke A.G Hauptvertrieb für Südbayern: Joh.Winklhofer&Söhne München SO Telephon 73844 :: Forstenrieder Str. 53 Reparaturen aller Systeme