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Das jüdische Echo · 1929-12-06 · 49 (6.12.1929) · p. Seite 723

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
49 (6.12.1929)
Date
1929-12-06
Page
Seite 723 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 49 Das Jüdische Echo 723 Nachricht über die Beschlagnahme der 25 Gewehre bei Juden in Haifa, wo in Wirklichkeit nur zwei Gewehre beschlagnahmt wurden, verbreitet hat. Er klärte dies folgendermaßen auf: Der Haifaer Distriktskommissar meldete, daß 25 Juden wegen Waffenbesitzes verhaftet wurden, und da er das Wort „Juden“ in diesem Zusammenhang nicht erwähnen wollte, habe er es durch das Wort „Gewehre“ ersetzt. Sir Boyd wies durch Zitate nach, daß Antonius, obwohl er einen Ruf als Kenner der arabischen Presse genießt, doch falsch berichtete, als er behauptete, die arabische Presse habe ihre Befriedigung über das Regierungsweißbuch bezüglich der Klagemauer geäußert. Es erschienen mehrere Artikel, in denen gegen das Weißbuch scharf gehetzt wurde. Auf Befragen Sir Boyds berichtete Antonius, daß der Groß-Mufti nach den Unruhen im Jahre 1921 in contumaciam verurteilt worden sei. Sir Boyd ergänzte diese Mitteilung durch die Hinweise, daß der Mufti sein Wort gebrochen habe und aus dem Lande geflohen sei, daß der damalige High Commissioner, Sir Herbert Samuel, den Mufti in die damals proklamierte allgemeine Amnestie nicht einschloß und daß der Mufti erst später auf Grund einer Sonderpetition begnadigt wurde. Jerusalem, 29. November. (JTA.) Der Aufmarsch der von der arabischen Exekutive vor die Untersuchungskommission zitierten Zeugen dauert an. Der Postbeamte Alan Watkin sagte aus, er habe am 23. August beobachtet, wie Juden vom Dache eines Hauses in der Jaffastraße Wurfgeschosse auf den vorbeiziehenden Trupp der Araber aus Liftah geschleudert haben. Viscount Erleigh, der zweite Anwalt der Zionistischen Exekutive, wies darauf hin, daß zur Zeit, wo der vom Zeugen erzählte Vorfall sich abgespielt haben soll, bereits zwei Juden, einer in der Jaffastraße und einer am Jaffator, getötet und die beiden jüdischen Schriftsteller Dr. v. Weisl und Ittamar Ben Avi verwundet worden sind. Der britische Polizist Dove machte eine Aussage, aus der hervorgehen sollte, daß der erste Araber bereits am 23. August 12.30 Uhr von Juden getötet worden sei. Der arabische Polizist Saleh Sayed sagte aus, er habe den tödlich verwundeten Araber, von dem Dove berichtete, noch vor 1 Uhr entdeckt. Im Hospital hat Sayed erzählt, er habe den Mann um 1.30 Uhr aufgefunden; vor der Kommission besteht er darauf, daß es vor 1 Uhr war. Angebliche Entweihung einer Moschee Nochmals der „Misrach“ Scheich Tufik Kemal von der Moschee in dem ausschließlich von Juden bewohnten Stadtviertel Sichron Mosche sagte aus, daß in diese Moschee eingebrochen worden war. Auch sein Haus und die heiligen Gräber waren beschädigt. Nachbarn erzählten ihm, daß am 26. August frühmorgens die Juden dort eingebrochen waren. Wissen Sie, daß Juden drei Tage lang auf Anordnung des Waad Leumi die Moschee bewachten? fragte Sir Boyd den Scheich. Scheich Tufik Kemal erwiderte, daß er dies nicht wisse. Der Araber Abd el Kader Rashied sagte aus, am 15. August sah er eine jüdische Prozession, der eine Fahne auf Halbmast vorangetragen wurde und deren Teilnehmer mit Stöcken und Eisenstäben bewaffnet waren, auf die Klagemauer zu sich bewegen. Er folgte der Prozession. Er, der hebräisch versteht, hörte die Rufe: „Nieder mit unseren Gegnern!“ „Der Buraq gehört uns, die Klagemauer gehört uns!“ „Nieder mit denen, die unsere heilige Stätte schmähen!“ Der Zeuge zeigte der Kommission eine Anzahl „Misrach“-Bilder, die er vor dreieinhalb Jahren in einem jüdischen Laden in der Jerusalemer Altstadt erworben hat. Sir Boyd fragte den Zeugen: Wollen Sie behaupten, daß diese Bilder das arabische Gefühl verletzten? Statt des Zeugen antwortete der Sekretär der arabischen Exekutive, Moghanan Elias Effendie. So ist es. Auf die nochmalige Frage Sir Boyds, ob auf Misrach-Bildern angebrachte Zitate aus dem Propheten Jesaja und Jeremias, die die Erlösung Zions prophezeien, Moslemiten beleidigen können, erwiderte der Zeuge: Jeder Moslem, der hört, daß Juden nach Palästina zurückkehren wollen, mag diese Rückkehr auf ein Prophetenwort basieren oder nicht, vermutet eine jüdische Angriffsabsicht. Abdul Kader Effendie schilderte ■ die Prozession junger Juden zur Klagemauer am Tischa b’Aw und behauptete, die jungen Juden hätten Stöcke und Eisenstäbe mit sich getragen. Unter Kreuzverhör genommen, konnte er sich nicht daran erinnern, ob wirklich und wieviel Stöcke und Eisenstäbe in der Prozession getragen wurden. Er konnte nicht angeben, ob es ein oder zwei, oder ob es 50 oder 60 waren. Der Klagemauer-Muezzin als Zeuge Als Zeuge erscheint Haj Hassan el Zahani, ein junger marokkanischer Araber, der als Muezzin über der Mauer während der jüdischen Kundge- P£LZMOD£N äßßRNHARD BAUCH MÜNCHEN SCHÄFFLERSTRKSSE 3 KÄUFINGERSTRHSSE 25 BRIENNER STRASSE 8

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