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Das jüdische Echo · 1929-12-06 · 49 (6.12.1929) · p. Seite 722

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
49 (6.12.1929)
Date
1929-12-06
Page
Seite 722 (sequence 4)
Language
German
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722 Das Jüdische Echo Nr. 49 wesend war, gab dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur gegenüber seiner Meinung Ausdruck, daß der Attentäter aus persönlichem Groll gegen Bentwich das Attentat verübt habe. Jerusalem, 28. November. XJTA.) Major A. T. O. Lees vom Ordnungsdienst im Jerusalemer Distrikt, der von arabischer Seite als Zeuge zitiert wurde, schildert vor der Untersuchungskommission den Verlauf der Ereignisse vom 17. bis 23. August, der den Unruhen vorangegangenen Woche. Er wußte nur zu erzählen, was in dieser Zeit unter den Arabern vor sich ging, er liaf während der ganzen Zeit keinen einzigen Juden gesprochen. Lees sagte aus, seiner Meinung nach habe sich die jüdische Menge an der Klagemauer am Samstag nach der arabischen Gegendemonstration ziemlich ungebührlich benommen. Er, Lees, habe eine von Panik ergriffene arabische Familie aus dem jüdischen Stadtviertel Marchnajiin fortgebracht. Im Aufträge des stellvertretenden Distriktsoffiziers Cust habe sich Lees in die Dörfer begeben, um die Dorfbewohner, die um das Schicksal ihrer Verwandten in Jerusalem besorgt waren, zu beruhigen. Er versprach ihnen, daß die Regierung die Araber schützen wird. Araber des Dorfes Liftah und anderer Dörfer hatten darüber Klage geführt, daß sie von Juden angegriffen wurden, sie forderten die Durchsuchung der jüdischen Wohnungen nach Waffen. Die Juden, sagte Lees, haben mich, als ich in ihre Viertel kam, sehr kühl empfangen. Lees sprach in herabsetzendem Tone von den polnischen und russischen Juden. Am 24. August wohnte er einer Zusammenkunft im Büro des Distriktskommissärs Keith Roach bei, der auch der Groß-Mufti beiwohnte. Der Groß-Mufti fragte Herrn Keith Roach ärgerlich, warum er nicht auch die jüdischen Notabein zusammengerufen habe, um sie zu ersuchen, Frieden zu halten. Als er, Lees, mit einigen Mukthars (Dorfältesten) durch Jerusalemer Straßen fuhr, wurde sein Auto von den Juden mit Steinen beworfen. Major Lees erzählte vor der Kommission, daß Araber getötet wurden, die Juden in ihren Häusern in Surbahr beherbergten. Sir Boyd Merritnan fragte den Zeugen, wer diese Araber getötet hat. Lees antwortete, er wisse es nicht. Sir Boyd bemerkte, er als Offizier müsse es doch wissen, daß diese Araber von britischen Soldaten erschossen wurden, die sie für Plünderer hielten. Sir Boyd brachte durch sein Kreuzverhör Lees schließlich dazu, zuzugeben, daß die Juden nichts mit der Ermordung der zwei Araber in Surbahr zu tun hatten und daß die Behauptung der arabischen Exekutive, daß die Juden ihre Beschützer in Surbahr verraten hatten, keinerlei Grundlage habe. Die Hilfssekretäre Moody und Antonius über die Rolle des Mufti S. Moody, einer der Hilfssekretäre der Palästinaregierung, schilderte den arabischen Aufruhr am 23. August. Er wurde von der Menge für einen Juden gehalten und angegriffen. Er kam zum Mufti und forderte ihn auf, die Menge zu beruhigen. Der Mufti rief der Menge zu, kehrt in eure Häuser zurück, die Regierung wird für das vergossene Blut der Araber verantwortlich sein. Gegen Moody sprach der Mufti die Warnung aus, daß man auf die Menge nicht schießen dürfe, da sonst eine sehr ernste Situation geschaffen sein würde. Der Mufti konnte sich bei der Menge nicht mehr Gehör verschaffen, der Mob raste, und er, Moody, konnte den Mufti nur unter Schwierigkeiten in sein Haus zurückbringen. Der Hilfssekretär George Antonius, der sich ebenfalls ausschließlich mit arabischen Angelegenheiten befaßt, sagte aus, das Weißbuch der Regierung über den Status quo an der Klagemauer habe bei den Arabern Befriedigung erweckt, aber die Verzögerung der Durchführung des Weißbuchs habe ihre Besorgnis gesteigert. Der Mufti habe ihn gewarnt und erklärt, daß eine weitere Verzögerung zu ernsten Konsequenzen führen könnte. Als der Aufruhr am 23. August ausbrach, habe der Mufti versucht, den Mob zu beruhigen. Die arabische Menge aber schrie, daß auf sie geschossen wurde, und forderte Waffen. Der Mufti habe die Menge der Moslemiten im Haram-Gebiet aufgefordert, in ihre Dörfer zurückzukehren, aber die Menge gehorchte nicht und forderte unablässig Waffen. Aus verschiedenen Distrikten trafen Meldungen ein, daß Araber von Juden massakriert worden sind. Auf seinen, Antonius’, Vorschlag hat der Mufti einen Führer in die Distrikte entsandt, um die Aufgeregten zu beruhigen. Nachdem diese beiden Zeugen, die von arabischer Seite zitiert wurden, gehört worden waren, vernahm die Kommission abermals den Chefsekretär Luke in einer geheimen Sitzung. Nach Wiederaufnahme der öffentlichen Sitzung wurde der Hilfssekretär Antonius weiter vernommen. Antonius mußte zugeben, daß er der Verfasser der in den Unruhetagen herausgegebenen Bulletins gewesen sei und daß er auch die SCHOKOLADE-PRALINEN-^ GOLD

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