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Das jüdische Echo · 1929-12-06 · 49 (6.12.1929) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
49 (6.12.1929)
Date
1929-12-06
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nummer 49 6. Dezember 16. Jahrgang Die Arbeit der Untersuchungskommission Arabische Entlastungsoffensive Jerusalem, 25. November. (JTA.) Im Verlauf der weiteren Vernehmung des Chefsekretärs Luke durch die britische Untersuchungskommission brachte der arabische Anwalt, Auni Bey Abdul Hadi, zur Sprache, daß arabische Siedler aus dem Vadi Havarid-Boden vertrieben werden. Luke bemerkte dazu, eine arabische Deputation habe bei ihm in dieser Angelegenheit um eine Unterredung nachgesucht. Der Vorsitzende, Sir Walter Shaw, bemerkte, die Kommission habe soeben ein Telegramm erhalten, in welchem über die Vertreibung der Ansiedler geklagt wird. Die weitere Vernehmung Lukes war wiederum der Erörterung der Politik der Palästinaregierung gegenüber den Arabern gewidmet. Auf eine Frage von Auni Bey bestätigte Luke, daß die Regierung 100 000 Pfund für Entschädigung an die Opfer der Unruhen bewilligt habe. Ihm sei nicht bekannt, daß bisher Araber nicht unterstützt wurden. Auni Bey blieb dabei, daß von den bisher zur Auszahlung gelangten 10 000 Pfund die Araber nichts bekommen haben. Der Anteil jüdischer höherer Zivilbeamter sei verhältnismäßig größer als der der Araber. Luke erklärte, dieses Mißverhältnis könne durch die Tatsache erklärt werden, daß viele jüdische Beamte technisch auf gewissen Gebieten technisch qualifiziert sind. Luke lehnte es ab, die Frage zu beantworten, ob die Regierung den Verkauf von Boden an Juden begünstige. Es mag wahr sein, daß der jüdische landwirtschaftliche Betrieb kostspieliger sei als der arabische, es sei ihm aber nicht bekannt, daß die jüdische Produktion geringer als die arabische ist. Luke trat der Behauptung Auni Beys entgegen, daß beschlossen sei, das Jüdische Nationalheim zu errichten, ohne daß darnach gefragt werden soll, ob die Araber dadurch benachteiligt werden oder nicht. Luke erklärte, die alten jüdischen Kolonien haben dem ganzen Lande Nutzen gebracht. Sir Walter Shaw wies auf die Bestimmung im Mandat hin, daß die zivilen Rechte der arabischen Bevölkerung geschützt werden sollen. Das liberale Kommissionsmitglied, Hopkins Morris, ergänzte diese Bemerkung durch den Hinweis, daß bürgerliche Rechte ja nicht verletzt werden, wenn der Bodenverkauf legal durchgeführt werde. Sir Boyd Merriman fügte noch hinzu, daß das Gesetz Entschädigung für Araber vorsieht, die den verkauften Boden vorher benutzt hatten, auch wenn sie keine Eigentumsrechte auf diesen Boden haben. Stoker verlas Artikel 6 des Mandats, das den Juden Staats- und Brachländer in Aussicht stellt, und sagte, dies bedeute eine Härte für die Araber. Er erwähnte aber nicht die Tatsache, daß bisher nur Arabern Boden geschenkt wurde und daß die Juden noch keinen Boden gemäß Artikel 6 des Mandates bekommen haben. Luke verlas einen Abschnitt aus dem Bericht der Palästinaregierung für 1927, aus dem hervorgeht, daß durch die erhöhte Einwanderung ein allgemeines Steigen der Werte, insbesondere des beweglichen Besitztums, erreicht worden sei. Hopkins Morris wies auf einen anderen Teil des Berichtes hin, in dem davon die Rede ist, daß die Kosten der Lebenshaltung um ungefähr 27 Prozent fielen. Auni Bey führte an, daß, obwohl 1927 unter den Juden Arbeitslosigkeit herrschte, die Regierung 1928 neue Einwanderung gestattet habe. Luke erklärte, der wie<terkehrende Wohlstand habe die Regierung in die Lage versetzt, wieder Einwanderung zu gestatten; ihm sei nicht bekannt, daß die jüdische Einwanderung arabische Arbeitslosigkeit verursacht. Stoker führte die Annullierung der Schuld der Stadt Tel-Awiw an die Regierung als Beweis für Begünstigung der Juden an. Luke wies demgegenüber darauf hin, daß die Regierung auch die Schulden zahlreicher anderer Munizipalverwaltungen, auch die der Jerusalemer Stadtverwaltung, gelöscht habe. Dr. Michael A. Shamas, Graduierter des American Medical College in Beirut, erschien als erster arabischer Zeuge vor der Kommission. Durch die Aussage von Dr. Shamas sollte erwiesen werden, daß das erste Todesopfer ein Moslemit war. Das Attentat auf Bentwich vor der Untersuchungskommission Jerusalem, 26. November. (JTA.) Bei Beginn der Sitzung der britischen Untersuchungskommission am 25. November ergriff der Anwalt der arabischen Exekutive, W. H. Stoker, das Wort, um seinem „tiefsten Entsetzen“, seinem „grenzenlosen Abscheu“ und seiner uneingeschränkten Verurteilung angesichts des Attentatsversuchs auf den Oberstaatsanwalt, Herrn Bentwich, Ausdruck zu geben. Ich, mein Amtskollege Silley, die anderen arabischen Anwälte und die arabische Exekutive — fuhr Stoker fort — sind tief beunruhigt durch diese Ausschreitung und erfreut, daß das Attentat in der Hauptsache mißlungen ist. Die arabische Exekutive hat diesen Gefühlen in einem Telegramm an den High Commissioner, Sir John Chancellor, Ausdruck gegeben. Eine arabische Abordnung hat auch Herrn Bentwich heute morgen im Krankenhaus besucht. Nach Stoker gab der Regierungsanwalt Kenelrn Preedy im Namen der Regierung und im eigenen Namen der tiefen Empörung über das Attentat Ausdruck. Der Anwalt der Zionistischen Exekutive, Sir Boyd Merriman, schloß sich diesem allgemeinen Ausdruck der Empörung über das Verbrechen an. Hierauf erhob sich der Vorsitzende der Kommission, Sir Walter Shaw, zu einer Ansprache, in der er im Namen aller Mitglieder der Kommission Worte der Verdammung dieses „schrecklichen, böswilligen, verabscheuungswürdigen und törichten Verbrechens“ sprach. Der Sekretär der arabischen Exekutive, Moghanan Elias Effendie, der im Gerichtszimmer an-

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