Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 46 (15.11.1929)
- Date
- 1929-11-15
- Page
- Seite 683 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 46 Das Jüdische Echo 683 Oberrabbiner Kook für fortdauernden Besuch der Klagemauer Jerusalem, 5. November. (JTA.) Oberrabbiner Kook nimmt in einem Gespräch mit Pressevertretern gegen den Vorschlag von „Haarez“ Stellung, den Besuch der Klagemauer bis zur Entscheidung der Heiligenstättenkommission zu unterbrechen. Er empfiehlt den fortdauernden Besuch der Klagemauer, wodurch die Verbindung der Juden mit ihrer Kultstätte dokumentiert wird. Der arabische Boykott Jerusalem, 5. November. (JTA.) Seitdem der arabische Boykott eingesetzt hatte, wurden in Jerusalem 15 neue arabische Läden eröffnet. ,,Haaretz“ teilt mit, daß Major Keith Roach, der Distriktskommissar von Jerusalem, der Polizeirichter fungiert, zwei arabische Boykottagitatoren, die von der Polizei bei frischer Tat festgenommen waren, wegen Mangels an Beweisen freigesprochen hat. Advokat Levanon, der früher selbst Polizeirichter war, hat gegen das Urteil Keith Roachs Berufung eingelegt. Die palästinensisch-arabische Exekutive hat dem Magistrat von Jaffa für seinen Beschluß, die Ruthenberg-Elektrizitätsgesellschaft zu boykottieren, auf telegraphischem Wege den Dank ausgesprochen. Arabische Arbeiter und Bauern haben sich am Streik wenig beteiligt Jerusalem, 5. November. (JTA.) Wie jetzt feststeht, haben sich die Bewohner der arabischen Dörfer und die arabischen Arbeiter im großen ganzen an dem von der arabischen Exekutive für den 2. November, dem Balfour-Tag, proklamierten Streik nur wenig beteiligt. Auch die arabischen Angestellten in den Regierungsunternehmungen taten Dienst. In den Steinbrüchen von Athlit, in den Salzwerken und in anderen Industrien würde voll gearbeitet. Auch die arabischen Arbeiter in den jüdischen Kolonien streikten nicht. Wieder ein Todesurteil gegen einen Araber — Zurückziehung der Mordanklage gegen neun Juden Haifa, 6. November. (JTA.) Vor dem Gerichte in Haifa hatten sich wiederum vier Araber aus Safed wegen Mordes, begangen an Juden am Tage der Unruhen, zu verantworten. Ein Araber wurde zum Tode verurteilt, die übrigen wurden freigesprochen. Der Untersuchungsrichter in Haifa hat die gegen neun Juden aus Haifa, die beschuldigt wurden, in der Vorstadt Nahlu einen Araber getötet zu haben, eingeleitete Untersuchung eingestellt, da das gegen sie erbrachte Beweismaterial sich als falsch und unerheblich herausgestellt hat. Zwölf Araber, die in der Nähe von Neß Zioneh einen Orangenhain ausgeplündert haben, wurden zu je neun Monaten Gefängnis verurteilt. Neue Gewalttätigkeiten der Araber in Palästina Jerusalem, 5. November. (JTA.) Es fällt auf und erregt Besorgnis, daß Überfälle von Arabern auf Juden, die aus dem Hinterhalt geschehen, in den lelzten Tagen wie auf Verabredung wieder eingesetzt haben. Am Dienstag, dem 5. November, wurden in der Jerusalemer Altstadt drei Juden verletzt, ln der Nacht zum 4. November wurden auf die von Juden bewohnte Jerusalemer Vorstadt Givad Schau! Schüsse abgefeuert, durch die der jüdische Wächter der Vorstadt verletzt wurde. Die Schüsse kamen aus der Richtung des Dorfes Liftah und des Dorfes Deryassin. Auf dem Wege von Jerusalem nach Bethlehem wurden jüdische Arbeiter der Jerusalemer Electric Company aus dem Hinterhalt beschossen und mit Steinen beworfen. Es wurde aber niemand verletzt. Ein jüdischer Polizist am Jerusalemer Zenlralgefängnis mußte von seinem Posten zurückgezogen werden, weil er von den arabischen Sträflingen fortdauernd attackiert wurde. Einer der Sträflinge brachte ihm eine erhebliche Verletzung bei. Der Polizist erstattete Anzeige gegen die Angreifer. ln Palästina wird weiter Boden gekauft Jerusalem, 5. November. (JTA.) In der letzten Woche wurde die Übertragung der durch die „Pa lest ine Land Development Co. Ltd.“ in .Jerusalem erworbenen etwa 600 Dunam im Pflanzungsgürtel der Scharon-Ebene nördlich von Jaffa im Katasteramt offiziell vollzogen. Bekantlich hat die „Palesline Land Development Co. Ltd.“ in dieser Zone in den letzten Jahren große Flächen in jüdischen Besitz gebracht, auf denen neue Siedlungen mit intensivem Pflanzungsbau, wie Herzliah, Raananah, Magdiel, Gan-Chajim, Hadar, Gan-Raweh, Gan-Raschall und andere entstanden sind. Hunderte von in den Städten unbeschäftigt gebliebenen Arbeitern werden bei den Pflanzungen in diesen Siedlungen beschäftigt. Die „Schwarze Liste“ der Palästina-Regierung Jerusalem, 7. November. (JTA.) Das Dokument „Schwarze Liste“, das vor kurzem in den Besitz des Palästina-Korrespondenten des Neuyorker „Jewish Daily Forward“, Chaim Liberman, gekommen ist, und wegen dessen Veröffentlichung die Arbeiter-Tageszeitung „Davar“ unterdrückt worden ist, lautet in der Übersetzung: Büro des Distriktspolizeiinspektors Distriktspolizeihauptbüro Jerusalem An Abdin Boy Hishaimy, A. S. P. Division, betr. Schwarze Liste. Mit Bezug auf den Bericht über die im Büro am 2. Juli 1929 abgehaltene Konferenz lege ich hiermit eine Liste der Namen von Personen bei, die Sie auf Ihre Liste stellen sollen. . . . Halten Sie die Schwarze Liste unter Verschluß . . . Alles, was die auf die Liste gesetzten Personen unternehmen, soll sofort dem Hauptbüro mitgeteilt werden. Die hier angeschlossene Liste heißt „Schwarze Liste A“ und sollte die Ihnen im Januar 1928 gesandte Liste ersetzen. Die Schwarzen Listen B und G sind zu revidieren. Bestätigen Sie mir den Empfang. Gez. L. Harrington, Polizeiinspektor, Jerusalem-Distrikt. Die Sehwarze Liste enthält die folgenden Namen (jeder Name trägt eine Nummer, aber zu Nr. 6, 7, 8, 18, 14, 15 fehlen die Namen): Jerusalem-Distrikt: (1) Hazj Amin Husseini (The Grand Mufti), (2) Djamal El Husseini, (8) Subi Alibi Chadra, (4l Azash Vachad, (5) Yasihu Derfel; Northern-Distrikt: (6), (7), (8), (9) Achmed Al Imam, (10) Salim Abdul- Ramam, (11) Izet Druza, (12) Zab Birman, (18), (14), (15); Southern-Distrikt: (16) Sheik Abdul Karer Muzchar (Sheik aus Jaffa), (17) Sheik Suliman el Tazji el-Faruki, (18) Hamdi el Huseini, (19) Abdul Chani El Karmi, (20) Chaim Auerbach (oder Daniel), (21) Isaac Barzilv, (22) Elihu Topper, (28) Hillel Beil Yehuda, (24) Meyer Cooperman. Die Setzung der Namen von Führern der arabischen Nationalisten und der Kommunisten auf ein und dieselbe Liste bedeutet soviel, daß die Polizei an ein gewisses Zusammenarbeiten dieser beiden Lager glaubt. I. MÜNCHENER PLISSE-BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN Holsaum, Knöpfe, Endeln Kanten,KostUmstlckereien Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 22 9 75