Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1929-11-15 · 46 (15.11.1929) · p. Seite 681

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
46 (15.11.1929)
Date
1929-11-15
Page
Seite 681 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103083-9176119--09916-9082825
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 46 Das Jüdische Echo 681 Jefler Shisäugling, jedes SKihaserl, selbst der Shihönig - muß vor dem ersten Schneefall den neuen, reich Illustrierten Pracht-Katalog für Skilauf u.Wandern vom weltberühmten Sporthaus Schuster, München 2 C 7, Rosenstraße 6, studiert haben. Jedermann erhält denselben auf Verlangen unberechnet und postfrei und kann sich dadurch am zweiten großen alpinen Preisausschreiben kostenlos beteiligen. Mühle. Sir Boyd: Die arabische Exekutive behauptet, daß die Juden auch feuerten, als schon die Truppen in der Stadt waren. Foley antwortet ausweichend und sagt schließlich: Am 27. August seien in Hadar Hakarmel Schüsse gefallen. Sir Boyd fordert klare Antwort. Major Foley gibt schließlich zu* daß die Schüsse von jüdischer Seite zur Abwehr eines arabischen Angriffs auf einen Teil von Hadar Hakarmel abgegeben wurden. Ist es nicht schändlich, sagte Sir Boyd zu Foley, daß Sie durch Ihre Aussage den Eindruck erwecken, daß die Juden auf schutzlose Araber geschossen hätten? Ist es auch wahr, daß mehrere jüdische Polizisten entlassen wurden, weil sie Schüsse abgegeben haben? Foley: Das ist vollkommen unwahr, denn diese Polizisten verfügten über keine Waffen. Sie wurden entlassen, weil sie sich weigerten, unbewaffnet Dienst zu tun. Sir Boyd: Die arabische Exekutive hat behauptet, daß im Besitz eines jüdischen Postbeamten in Hadar Hakarmel Handgranaten und Dynamit gefunden wurden. Foley: Davon weiß ich nichts. Sir Boyd: Warum sagen Sie nicht gleich, daß dies nicht wahr sei! Als Chef der Polizei müssen Sie es doch wissen! Unter großer Spannung der Anwesenden ging Sir Boyd Merriman zur Behandlung der Vorgänge in Safed über. Er verlas den Bericht des Polizeichefs von Safed Faraday, der mit den Worten beginnt: der lang erwartete moslemitische Aufstand gegen die Juden hat nun begonnen. Sir Boyd wies dokumentarisch nach, daß Mayor Foley, dem auch Safed unterstand, der Aufforderung von Captain Faraday, Polizeiverstärkung nach Safed zu entsenden, keine Beachtung geschenkt hatte, obwohl erwiesenermaßen zu jener Zeit 200 Polizisten in Haifa stationiert waren. Major Foley gab zu, daß er von Faraday wiederholt um Hilfe angegangen worden war., Ich habe ihm, sagte er, acht Polizisten geschickt. Die übrigen Polizisten, fügte er hinzu, waren in Haifa unentbehrlich. Sir Boyd (sehr erregt): Wußten Sie denn nicht, daß in Safed entsetzliche Gefahr drohte und daß Hilfe dringend benötigt wurde? Foley: Das wußte ich. Regierungsanwalt Kenelm Preedy versuchte, die Maßnahme Major Foleys, der über 30 jüdische Arbeiter in der Mühle gefangen nahm und sie mehr als einen Monat in Haft behielt, zu rechtfertigen. Harry Snell, das sozialistische Mitglied der Kommission, der sonst sehr selten das Wort ergreift, fiel Preedy in die Rede: Das befremdet mich. Wenn nur vier Pistolen gefunden wurden, warum wurden mehr als 30 Mann verhaftet? Hier warf Sir Walter Shaw, der Vorsitzende der Kommission, ironisch ein: Es ist ein Glück, daß nicht auch Frauen und Kinder dort gefunden wurden, sie wären mit verhaftet worden. Und wie kommt es, fuhr er fort, daß die von den Mühlenarbeitern bewohnt gewesenen Baracken niedergebrannt wurden, obwohl doch die Mühle selbst nicht angegriffen wurde? Darauf Foley: die Baracken wurden niedergebrannt, weil sie eben jüdische Baracken waren. Es ist doch klar, sagte Sir Walter Shaw, daß die Leute aus diesen Baracken Zuflucht in dem Mühlengebäude suchten. Major Foley: Damals wußte ich das noch nicht. Der Regierungsanwalt fragte Foley: Sagten Sie, daß die Juden mit dem Aufruhr begannen, oder sagten Sie, daß die Verwundung eines Arabers durch Juden die Ursache zu den Unruhen gab: Foley: Ich habe letzteres gesagt. Preedy: Sind Sie Judenfeind? Foley: Nein. Preedy: Haben Sie alles getan, um die Juden zu schützen? Foley: Ja. Sir Walter Shaw faßte die Aussage Foleys zusammen, die dahin gehe, daß er glaubte, über genügende Kräfte zu verfügen, um die Juden zu schützen und daß die Juden ihrerseits zuviel Aufwand bei ihrer Selbstverteidigung trieben. Major Foley fügte hinzu: Wenn ich allein für die Sicherheit zu sorgen gehabt hätte, es wäre mir gelungen, die Ruhe aufrecht zu erhalten. Sir Walter Shaw: Wie viele Juden wurden getötet? Foley: Sechs. Stoker: Wie viele Araber wurden getötet? Foley: Es gab 12 tote und 20 verwundete Araber einschließlich der durch die Truppen Getöteten und Verwundeten. Sir Walter Shaw: Haben die Juden die Araber oder die Araber die Juden angegriffen? Nach langem Zögern antwortete Major Foley: Die arabische Demonstration am 2 4. August hat den Aufruhr eingeleitet. Sobald die Truppen in der Stadt eintrafen und das Feuer auf die Aufrührer eröffneten, war der Aufruhr niedergeschlagen. Damit endete das Verhör mit Major Foley. Es wird nun das Verhör mit Captain Playfair wieder aufgenommen, der nochmals unterstrich, daß bei Ausbruch der Unruhen in Jerusalem keine Streitkräfte zur Verfügung waren, um die Ruhe aufrechtzuerhalten. Sir Boyd Merriman fragte Captain Playfair, ob die arabische Polizei in der Not verläßlich sei. Playfair erwiderte mit einem kurzen Nein. Der Anwalt der Araber, Stoker, fragte, ob nicht auch die jüdische Polizei unzuverlässig wäre. Der Zeuge bej a h t e diese Frage. Captain Playfair erklärte im weiteren Verlauf des Verhörs, er habe dem stellvertretenden Oberkommissar Luke das Angebot gemacht, früher mit seinen Truppen nach Jerusalem zu kommen; Luke habe ihn aber erst am 2 3. August gerufen. Auf Befragen von Sir Boyd Merriman erklärte Captain Playfair, daß, wenn es gelungen wäre, den Aufruhr in Jerusalem rechtzeitig zu unterdrücken, dies eine abschreckende Wirkung auf das ganze Land gehabt hätte. Wären die Panzer-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.