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Das jüdische Echo · 1929-11-08 · 45 (8.11.1929) · p. Seite 669

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
45 (8.11.1929)
Date
1929-11-08
Page
Seite 669 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 45 Das Jüdische Echo 669 Besorgnisse seitens der Behörden hin, sondern sie ist eine der Vorsichtsmaßnahmen, die seit den jüngsten Unruhen programmäßig getroffen werden. Die Einwanderungsfrage Jerusalem, 3. November. (JTA.) Auf Ansuchen der Zionistischen Exekutive wegen Bewilligung neuer Einwanderungs-Zertifikate hat die Palästina- Regierung eine offizielle Antwort bisher nicht erteilt, es verlautet aber, daß die Regierung nicht viel weniger als die Hälfte der von der Exekutive angeforderten Zahl der Zertifikate zu bewilligen bereit ist, wobei die Regierung in drei Monaten die Frage nochmals erwägen will. Die Forderung der Zionistischen Exekutive ist in der Wirtschaftslage begründet, für die Regierung scheinen aber momentan politische Erwägungen maßgebend zu sein. — Im September sind 603 Juden in Palästina eingewandert, 130 Juden sind ausgewandert. Die Yemen-Juden dürfen nicht nach Palästina gehen Jerusalem, 1. November. (JTA.) Der Iman- Yahia des Yemen hat den Juden seines Landes verboten, nach Palästina auszuwandern. Mehrere Juden, die sich zur Auswanderung nach Palästina vorbereiteten, wurden ins Gefängnis geworfen. Nach der bisherigen Ordnung verfiel das Vermögen der nach Palästina gehenden Juden dem Staate. Septembereingänge beim Keren Haiessod 44 463 Pfund Jerusalem, 29. Oktober. (JTA.) Die Keren- Hajessod-Oberweisungen an das Hauptbüro des Keren Hajessod betrugen im Monat September d. J. 44 463 Pfund. Davon gingen ein aus den Vereinigten Staaten 14 714, Deutschland 6218, Argentinien 6047, England 4478, Südafrika 4400, Polen 2703, Rumänien 1282, Tschechoslowakei 927, Erez Israel 632, China (Shanghai) 600, aus anderen Ländern 2462 Pfund. In der Überweisung aus den Vereinigten Staaten ist eine Summe von 50 000 Dollars als spezielle Überweisung für Erziehungszwecke von Frau Frida Warburg inbegriffen. Die Überweisung aus Deutschland enthält einen Betrag von 4000 Pfund als erste Rate der Sammlungen unter der Parole „Hilfe durch Aufbau“. Jüdische Produkte aus dem Emek Von Helene Hanna Thon Wer im Augenblick das palästinensische Leben vorwiegend in den Städten beobachtet, dem drängt sich der Vergleich mit einem aufgescheuchten Ameisenhaufen auf. Alles ist aus der Ordnung geraten, vernachlässigt seine Arbeit und seine gewohnten Interessen, lebt ein Leben von heute auf morgen, in der Erwartung ruhigerer und sicherer Zeiten, in denen man zu seinem normalen Lebenslauf zurückkehren kann. Kommt man dann in die Siedlungen des Keren Hajessod, so findet man mit einem wahren Gefühl der Erlösung, daß sich hier nur wenig verändert hat. Man geht in der üblichen Weise seinem mühseligen Tagewerk nach, legt neue Saat in die Erde, kauft neues Vieh und verkauft seine Produkte wie sonst oder vielmehr besser wie sonst, da die Nachfrage der jüdischen Stadtbevölkerung nach jüdischen Produkten der Landwirtschaft seit dem zwischen Juden und Arabern bestehenden Wirtschaftsboykott erheblich gestiegen ist. Auch dieser Boykott selber machte sich auf dem flachen Lande viel weniger bemerkbar, wenngleich natürlich auch hier Juden und Araber im Augenblick eine Reserve gegen einander bewahren. Ein Unterschied gegenüber der sonstigen Situation besteht darin, daß die Zahl der Wächter in den Kolonien verstärkt wurde und daß an verschiedenen Orten kleine Detachements von Polizei und Militär stationiert sind. Es ist übrigens auch von typischer Bedeutung, daß die Beziehungen zwischen den englischen Soldaten und der Zivilbevölkerung nirgendwo so freundschaftlich und kameradschaftlich sind, wie besonders in den Kolonien des Emek, wo eben die Bevölkerung zum größten Teile aus kräftigen und mutigen arbeitenden jungen Leuten besteht, deren Art den jungen Soldaten weit verständlicher ist als die der jüdischen Städter. In den ländlichen Gegenden ist man viel weniger mit den politischen als mit den täglichen Arbeits- und Wirtschaftsfragen beschäftigt, und der Kolonist, der in die Stadt kommt, ist ganz erstaunt, daß das Leben hier so sehr aus den Fugen geraten ist. Für die jüdische Gesamtbevölkerung hat der ungestörte Fortgang der Landarbeit in diesen Tagen, in denen man in höherem Maße als je zu jüdischen Produkten greift, gewaltigen Wert. Erst jetzt kommt man zur vollen Würdigung der stetigen Entwicklung, welche die jüdische Landwirtschaft in den letzten Jahren genommen hat und des besonderen Wertes derjenigen Kolonien, die — wie die Emek-Siedlungen des Keren Hajessod — nicht ausschließlich auf Export angewiesenen Pflanzungsbau treiben, deren Produkte vielmehr der Versorgung des Inlands dienen. Bei der Beurteilung der Leistungen seitens der Emek-Kolonien für die Besorgung der Städte muß man in Betracht ziehen, daß heuer — dank den ausgiebigen Winterregen und mäßigen Sommertemperaturen — ein ganz besonders gutes Erntejahr war. Die Weizenernte war vorzüglich, und es zeigte sich besonders deutlich, daß das Zusammenarbeiten der palästinensischen Landwirtschaft mit den Rothschildschen „Grand Moulins“ von hoher Bedeutung für die erstere ist; denn während früher weniger die Qualität des Weizens als vielmehr seine grobe Verarbeitung den Absatz steigerte, ist jetzt das in den Mühlen hergestellte Mehl kaum weniger fein als das australische. Trotzdem ist der palästinensische Markt natürlich noch sehr an den Import aus Australien gewöhnt, was den Absatz des heimischen Mehles gefährdet. Gut war auch die Ernte an Gerste und Mais, die von den Juden — statt der bei den Arabern gebräuchlichen Durrha — zu Futterzwecken angebaut werden. CONTINENTAL Schreibmaschinen das Fabrikat der Wanderer-Werke A.G Hauptvertrieb für SUdbayern: ioh.Winklhofer&Söhne München 50 Telephon 73844 :: Forstenrieder Str. E3 Reparaturen aller Systeme

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