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Das jüdische Echo · 1929-11-08 · 45 (8.11.1929) · p. Seite 668

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
45 (8.11.1929)
Date
1929-11-08
Page
Seite 668 (sequence 6)
Language
German
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668 Das Jüdische Echo Nr. 45 den und Büros ebenfalls geschlossen waren, waren die Straßen in Jerusalem fast menschenleer. An einzelnen Stellen machte arabische Jugend den Versuch, sich zusammenzurotten, doch wurde dies von der Polizei nicht zugelassen. Die Judenheit in Jerusalem und im übrigen Lande beging den Balfourtag in stiller Feier; es fanden Zusammenkünfte statt, bei denen für den Balfourwald, der durch den Keren Kajemeth Lejisrael in Ginegar gepflanzt worden ist, und für den die britischen Juden allein 15 000 Pfund aufgebracht hatten, gesammelt wurde. Der Wald hat durch die jüngsten Ereignisse nicht im geringsten gelitten; er wird noch in diesem Winter die Zahl von 315 000 Bäumen erreichen. Kleinere Störungen Jerusalem, 3. November. (JTA.) Der Jude David Misrachi wurde am Freitag, dem 1. November, in der Jerusalemer Altstadt von Arabern angefallen und erheblich verletzt. In Jaffa wurde am 1. November der Jude Kalman Levy von Arabern angefallen und mißhandelt. Auf dem Wege zwischen der Kolonie Newej Jaacoh und Jerusalem wurde eine Gruppe Juden aus einem Hinterhalt beschossen. Keiner wurde verletzt. In keinem dieser Fälle gelang es, der Täter habhaft zu werden. In Haifa wurden einige Araber, die Waffen aus Syrien nach Palästina schmuggelten, verhaftet. Der Sekretär der arabischen Exekutive Palästinas Jamal II Husseini hat sich am 1. November nach London begeben, um die britischen Autoritäten und die öffentliche Meinung darüber aufzuklären, wie die Araber die Lage auffassen. Eine Abordnung der arabischen Exekutive und der Mufti von Safed besuchten den Chefsekretär Luke, um für Aufhebung der gegen Araber in Safed verhängten Todesstrafen zu intervenieren. Luke versprach, dies in Erwägung zu ziehen. Ein Araber aus Hebron, bei dem ein „Talith“ (jüdischer Gebetmantel) gefunden wurde, der offenbar am Tage der Massakers geraubt worden ist, wurde zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Jerusalem, 3. November. (JTA.) Am Balfourtag, am 2. November, der sonst in ganz Palästina vollkommen ruhig verlief, kam es in der Jaffastraße zu einer aufregenden Szene, als ein arabischer Lampenanzünder auf einen jüdischen Passanten namens Jizchak Misrachi Schüsse abgab, die diesen leicht verletzten. Der Araber ist der Polizei bekannt, es wurde gegen ihn Haftbefehl erlassen. In Tel-Awiw und in anderen Orten Jerusalems wurde der Balfourtag von der jüdischen Bevölkerung durch stille Feiern mit akademischem Programm begangen. Für die Aufbau-Institutionen, insbesondere für den Balfourwald, wurde gespendet. Djemal Husseini nach London Nach der arabischen Zeitung „Felestin“ wird Djemal Husseini im Aufträge des Obersten Moslemischen Rates nach London reisen. (Djemal Husseini ist Sekretär des Moslemischen Rates und Mitglied der Arabischen Exekutive. Red.) (Ziko.) Andauernde freundschaftliche Beziehungen zwischen jüdischen und arabischen Arbeitern Jerusalem, 29. Oktober. (JTA.) Während der Unruhetage in Jerusalem haben arabische Arbeiter unter Gefahr ihres eigenen Lebens die vom arabischen Pöbel bedrängten jüdischen Arbeitskollegen, die gleich ihnen im Steinbruch der Regierung auf dem Wege nach Bethlehem beschäftigt waren, gerettet, indem sie ihnen arabische Kleidung verschafften und sie in ihr Dorf mitnahmen. Bei der Rückkehr vom Dorfe zur Arbeitsstätte wurde einer der arabischen Arbeiter, der die Kleider der jüdischen Arbeiter mit sich trug, von englischen Soldaten, die ihn für einen Banditen hielten, erschossen. Die geretteten vier jüdischen Arbeiter veranstalteten nun zu Ehren ihrer Retter eine Feier im Hause des Arbeiterrates von Jerusalem. Jüdische und arabische Arbeiterführer hielten Ansprachen, in denen unterstrichen wurde, daß die Beziehungen zwischen der jüdischen und der arabischen Arl3eiterschaft nach wie vor herzliche seien. Für die Hinterbliebenen des getöteten arabischen Arbeiters wurde eine Geldsammlung veranstaltet. Die Arbeitertageszeitung „Davar“ unterdrückt Jerusalem, 4. November. (JTA.) Die Regierung hat das Erscheinen der hebräischen Arbeitertageszeitung „Davar“ bis auf weiteres verboten. Als Begründung wird angegeben, daß die Zeitung ein Dokument veröffentlicht hat, das eine Mitteilung über eine vom Jerusalemer Polizeikommandanten an einen seiner Gehilfen überreichte Schwarze Liste enthält, in der 24 Namen von des Kommunismus verdächtigten Personen aufgezählt sind. Diese Liste enthält auch die Namen des Großmufti von Jerusalem und anderer besonders tätiger Mitglieder der Arabischen Exekutive. Das Verbot des „Davar“ hat in ganz Palästina ungeheures Aufsehen erregt. Neues Verbot eines arabischen Blattes Die Regierung hat das Erscheinen der arabischen Zeitung „Sirat Almustakim“ in Jaffa für die Dauer einer Woche verboten. Es ist das zweite Mal, daß das genannte Organ wegen seiner Artikel von der Regierung verboten wurde. (Ziko.) Ein britisches Schlachtschiff im Hafen von Jaffa Jerusalem, 3. November. (JTA.) Am 2. November, 5 Uhr nachmittags, traf das britische Schlachtschiff „Ramillies“ aus Malta im Hafen von Jaffa ein. Das 1916 erbaute Schlachtschiff hat eine Wasserverdrängung von 29 350 Tonnen und ist mit acht fünfzehnzölligen und zwölf sechszölligen Kanonen ausgerüstet. Das Eintreffen der „Ramillies“ vor Jaffa deutet, wie verlautet, nicht auf irgendwelche Wäscherei der Münchener Hausfrau Landwehrstraße 57/59 Rgb. Telephon 596858 Zweigstellen; 1 Haushaltwäscherei - „Apollo“ Dachauer Straße 19 Rgb. Telephon 52553 2 Baaderstraße 13 ■ Telephon 25702 3 Gabelsbergerstraße 103 ■ Telephon 596491

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