Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 45 (8.11.1929)
- Date
- 1929-11-08
- Page
- Seite 667 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
- Tiberias 1× ep/1048138
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Nr. 45 Das Jüdische Echo 667 Waffen besaßen, Keulen verteilt. 200 junge Juden haben sich in der Altstadt als Selbstwehr organisiert. Er selber habe aus dem Moschee-Gebiet Revolverschüsse gehört. Er hatte den Mufti ersucht, einen angesehenen Scheich zur Beruhigung der Menge zu entsenden, aber der Mufti hatte den Scheich Hassan zu der Menge entsandt, dem er (Major Harrington) mißtraute, weil er als Fanatiker geradezu berüchtigt war, und schon am IG. August auf dem Pflaster vor der Klagemauer eine aufhetzerische Rede an moslemitische Demonstranten gehalten hatte. Sir Frank Boyd Merriman, der Anwalt der Jewish Agency, führte in einer Ansprache aus, die in Palästina begangenen Scheußlichkeiten hätten das Gewissen der Welt in Aufruhr versetzt. Die britische Polizei in Palästina sei noch unter der konservativen Regierung organisiert worden. Es ist die Pflicht aller, die sich an der Verwaltung des Landes beteiligen, das Mandat mit unerschütterlicher Loyalität durchzuführen und das Jüdische Nationalheim aufbauen zu helfen. Es sei Pflicht der Regierung, für die Sicherung des Friedens zu sorgen. Die Schwäche des Chefsekretariats der Regierung lähme das ganze Land. Der Chefsekretär Herr Luke, der im Juli und August an der Spitze der Verwaltung stand, hat die Araber glauben machen, daß ihre Forderungen, wenn sie nur hartnäckig vertreten werden, Erfolg haben würden. Die Schwäche des Herrn Luke hat sich auf eine Anzahl seiner Untergebenen übertragen, so konnte der Eindruck entstehen, daß die Palästina-Regierung nicht mit der Politik sympathisiere, die durchzuführen Pflicht der Administration ist. In einer solchen Atmosphäre war ein Ausbruch der Unruhen unvermeidbar. Am 1. November begab sich die Kommission auf eine zweitägige Reise nach Safed, auf der sie auch die Kwuzoth Beth-Alpha, Tiberias und Haifa besuchte. Palästina~Debatte im Unterhaus London, 30. Oktober. (JTA.) Am Dienstag, dem 29. Oktober, nachmittags, traten das britische Unterhaus und Oberhaus zu ihren ersten Sitzungen nach den Sommerferien zusammen. Gleich in dieser ersten Sitzung, in der Snowden in Abwesenheit MacDonalds als Chef der Regierung fungierte und Henderson eine Erklärung über die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Rußland abgab, kam es im Unterhaus zu einer kurzen Aussprache über die Lage in Palästina, die die gespannte Aufmerksamkeit des Hauses gefunden hat. Lord Winterton stellte an die Regierung die Frage, ob die Untersuchungskommission, die eben ihre Arbeit in Palästina begonnen hat, in der Lage sein wird, ihren Bericht noch vor Ende dieses Jahres dem Parlament vorzulegen; ferner ob den Mitgliedern des Unterhauses Gelegenheit gegeben wird, mit ihren Kollegen von der Kommission über die Lage in Palästina eine Aussprache zu pflegen. Der Unterstaatssekretär für die Kolonien, Herr William Lunn, erwiderte, er könne unmöglich sagen, ob der Bericht der Palästinakommission vor Weihnachten fertig sein und noch in diesem Jahre dem Parlamente wird unterbreitet werden können. Sobald aber der Bericht vorliegen wird, werden die Mitglieder des Unterhauses selbstverständlich in der Lage sein, ihn im Parlament zu erörtern. Der Sekretär der Unabhängigen Arbeiterpartei, Herr Fenner Brockway, ersuchte die Regierung, die Möglichkeit einer Konferenz repräsentativer jüdischer und arabischer Führer zur Beilegung des Konfliktes in Erwägung zu ziehen. Unterstaatssekretär William Lunn erwiderte, diese Möglichkeit werde gerade im jetzigen Augenblick von der Regierung erwogen. Major Nathan, der bekannte jüdische Parlamentarier, ersuchte die Regierung um eine Information über die augenblickliche Lage in Palästina. Unterstaatssekretär Lunn erklärte, was an Informationen vorliegt, wird schon durch das Kolonialamt veröffentlicht. Im Hinblick darauf, daß die Untersuchungskommission eben erst ihre Arbeit begonnen hat, würde die Regierung es vorziehen, irgendeine allgemeine Erklärung über die Lage in Palästina heute noch nicht abzugeben, sondern sie für einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Das Mitglied des Unterhauses, Wardlaw Milne, stellte die Frage, ob angesichts des Ernstes der Lage in Palästina und im Hinblick darauf, daß die Kompetenzen der Untersuchungskommission begrenzt seien, es nicht wünschenswert sein würde, eine allgemeine Aussprache über Palästina im Parlamente stattfinden zu lassen. William Lunn erklärte, seiner Meinung nach sei die Lage in Palästina nicht so ernst, wie der Vorredner es meinte; er glaube, es wäre ebensowenig für Palästina wie für das Unterhaus von irgendeinem Vorteil, im gegenwärtigen Augenblick eine Diskussion über die Lage in diesem Lande heraufzubeschwören. Die englische Regierung hat von der Palästinaregierung keinerlei Warnung erhalten Lo n d o n , .4. November. (JTA.) In der Sitzung des englischen Unterhauses richtete Captain Eden eine Anfrage an die Regierung, weshalb sie vor Ausbruch der Unruhen nicht die entsprechenden Vorkehrungen zur Hintanhaltung derselben getroffen habe, wo sie doch vorher seitens der Palästinaregierung eine entsprechende Warnung erhalten hätte. Der Unterstaatssekretär für die Kolonien, William Lunn, erwiderte auf diese Anfrage, es sei nicht richtig, daß die Regierung in London seitens der Palästinaregierung vor Ausbruch der Unruhen irgendeine Warnung erhalten hätte. Nachrichten aus Palästina Ruhiger Verlauf des Balfourtages in Palästina Jerusalem, 3. November. (JTA.) Der zwölfte Jahrestag der Verkündigung der Balfour-Deklaration am vergangenen Sonnabend, dem 2. November, ist in ganz Palästina in vollkommener Ruhe verlaufen. Gemäß der Proklamation der Arabischen Exekutive waren die arabischen Läden zum Zeichen des Protestes gegen die Deklaration geschlossen, von den Moscheen und hier und da auch von Wohnhäusern wehten Trauerfahnen. Da der Balfourtag in diesem Jahre auf einen Sabbat fiel und die jüdischen Lä- Ifiauft KOohlfahrtsbriefmartcn im lIDoljlfaljrts* und Jugendamt Der 3fr JulftwgemeinDe lltlündjen fjerjog<(tla)-*5tra|je 5/1» fernfprerfier 92883.