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Das jüdische Echo · 1929-11-01 · 44 (1.11.1929) · p. Seite 656

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
44 (1.11.1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 656 (sequence 8)
Language
German
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656 Das Jüdische Echo Nr. 44 daß die Verminderung der britischen Truppen gegen den Willen des Oberkommissars Sir John Chancellor geschieht. 300 000 Pfund werden unter den Geschädigten in Palästina verteilt Jerusalem, 22. Oktober. (JTA.) Das Wiederaufbaukomitee in Palästina hat nach einer acht Stunden dauernden Sitzung den Beschluß gefaßt, aus den aus allen Ländern einfließenden Nothilfsspenden einen Betrag von 300 000 Pfund an die Einzelpersonen und Institutionen,, die während der Unruhen Schäden erlitten haben, zur Verteilung zu bringen. Die Verteilung geschieht in einer Weise, daß die städtischen und die ländlichen Punkte des Jischuw fast zu gleichen Teilen mit Zuwendungen bedacht werden. Als Folge der Unruhen ist es zu einem besseren Einvernehmen zwischen dem Neuen und dem Altem Jischuw in Palästina gekommen. Diese Tatsache wird illustriert durch eine Prdigt des orthodoxen Rabbiners im Stadtviertel Mea Schearim, der früher ein Gegner der Chaluzim war, jetzt aber erklärte: Es ist Pflicht aller Gottesfürchtigen für das Leben der Chaluzim zu beten, die uns aus Not und Gefahr gerettet haben. Er setzte sich für Selbstverteidigung ein. Die Anwälte der Jewish Agency besuchen Safed Jerusalem, 22. Oktober. (JTA.) Sir Boyd Merriman und Viscount Erleigh, die Rechtsvertreter der Jewish Agency vor der britischen Untersuchungskommission, besuchten in Begleitung von Colonel Kish, Mitglied der Zionistischen Exekutive, die Stadt Safed und die anderen Orte in Nordpalästina, die unter den Unruhen zu leiden hatten. Die Anwälte werden alle Städte der Kolonien des Landes, in denen Angriffe auf Juden stattgefunden haben, besuchen und an Ort und Stelle den Tatbestand aufnehmen. Arabischer Schulstreik in Jerusalem und in Nablus Jerusalem, 23. Oktober. (JTA.) Seit einigen agen streiken die Schüler der arabischen Schulen in Nablus, so daß die Schulen geschlossen gehalten werden. Heute traten die Schüler der arabischen Schulen in Jerusalem als Zeichen der Sympathie mit den Nablus-Schülern in den Streik ein. Der Direktor des Schuldepartements, Herr Bowman, äußerte sich in einem Interview mit dem JTA-Vertreter, daß die Lehrerschaft den Streik mißbilligt, und daß auch die arabische Exekutive diesen Sonderstreik nicht wollte, weil sie im Hinblick auf den geplanten allgemeinen Demonstrationsstreik Sonderaktionen als schädlich betrachtet. Wahrscheinlich sind die Agitatoren des Streiks von der Moslemitischen Jugendvereinigung bezahlt. Das Unterrichtsdepartement glaubt, daß die Schulkinder durch minderwertige Huligans terrorisiert werden. Bowman hofft, daß der normale Unterricht in Jerusalem wie in Nablus sehr bald wird aufgenommen werden können. Die Arbeit der Gerichte Zwei weitere Todesurteile und zwölf Verurteilungen zu lebenslänglichem Gefängnis Haifa, 27. Oktober. (JTA.) Das Gericht in Haifa unter dem Vorsitz des Oberrichters in Palästina Sir Michael MacDonell und mit Richter Litt als Beisitzenden hat gegen zwei weitere Araber, Ahmed Shariffa und Ahmed Selim Zanib, das Todesurteil ausgesprochen. Sie wurden überführt, Frau Hannah Cohen, die Gattin von Raphael Cohen, am 28. August in Safed ermordet zu haben. Der Gatte der Ermordeten, ihr Sohn und der Arzt erkannten in den Angeklagten die Mörder. Wegen Mischuld an diesem Morde wurden weitere zwei Araber zu je 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Das gleiche Gericht verurteilte 12 Araber aus Safed, die das Haus von Solomon Goldzweig in Safed in Brand steckten, wodurch die Gattin des Goldzweig durch den sich entwickelnden Rauch den Erstickungstod fand, zu lebenslänglichem Zuchthaus. Gegen zwei Jugendliche, die sich an der Brandstiftung beteiligten, wurde auf je fünf Jahre Gefängnis erkannt. Es wurde festgestellt, daß die wegen Ermordung des Isaac Mamaan zum Tode verurteilten Brüder Raneim an der Brandstiftung mitwirkten. Sir Michael MacDonnell begründete das harte Urteil damit, das Gericht zweilfe nicht daran, daß sich die ganze Gruppe verschworen hatte, um jüdisches Leben und Eigentum zu vernichten. Wegen des Anwaltstreiks war kein Verteidiger zur Stelle. Urteil im zweiten Safeder Mordprozeß — Die vier Angeklagten zu je 10 Jahren Gefängnis verurteilt Haifa, 23. Oktober. (JTA.) Das Gericht in Haifa hat die vier Araber aus Safed, die angeklagt waren, an der Ermordung der 60jährigen sephardischen Jüdin Lula Farajoun während des Safeder Pogroms beteiligt gewesen zu sein, zu je 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht fand, daß das Beweismaterial nicht genug gravierend ist, um die Todesstrafe zu rechtfertigen. Die Angeklagten wurden nicht wegen Mordes, sondern wegen Beteiligung an Gewalttaten und Bedrohung jüdischen Lebens und Eigentums verurteilt. Zwei Jahre Gefängnis für den Scheich Taleb Markah Jerusalem, 27. Oktober. (JTA.) Das Gericht in Jerusalem verurteilte den Scheich Taleb Abdul Rahem Markah, der beschuldigt ist, die Niedermetzelung der Juden in Hebron angestiftet zu haben, zu zwei Jahren Gefängnis und zu 50 Pfund Geldbuße sowie zur Erstattung der Gerichtskosten. Auch der letzte Tag des Prozesses war reich an dramatischen Momenten. Ein britischer Beamter erkannte unter den Zuhörern zwei Araber als diejenigen, die an den Massacres in Hebron teilgenommen haben; sie wurden sofort verhaftet. Ein Entlastungszeuge, Abdul Ab Sheich, wurde von Richter Defreitas ein Lügner genannt, als er versuchte, für Taleb ein Alibi zu erbringen, das aber kläglich mißlang. Seine und des Angeklagten Aussage standen in scharfem Widerspruch zueinander. Der Zeuge Ahmud El Zaru, der 22 Juden in seinem Hause aufnahm und sie dadurch vor dem Tode rettete, hat nicht gesehen, wie Taleb den Mob aufstachelte, er gab aber zu, daß der in seinem Hause während der Unruhen sich verber- B. MARSTALLER kgl. Hofsattler / München Erzeugnisse unserer Großwerkstätten: Schiffskoffer / Schrankkoffer Autokoffer (D. R. Patent) Menageu. Toilettekoffer FEINE LEDERWAREN Fernruf Nr. 90939 Verkaufsräume Damenstiftstraße 16

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