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Das jüdische Echo · 1929-10-25 · 43 (25.10.1929) · p. Seite 643

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
43 (25.10.1929)
Date
1929-10-25
Page
Seite 643 (sequence 14)
Language
German
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Nr. 43 Das Jüdische Echo 643 lelegraphendienst ging die Arbeit normal vor sich. Die Lehrerschaft der unter der Kontrolle der Regierung stehenden arabischen Schulen wurde benachrichtigt, daß gegen streikende Lehrer die gleichen Disziplinarmaßnahmen wie anläßlich des Streiks im Jahre 1925 zur Anwendung kommen werden. Viele Hunderte arabische Tagelöhner gingen trotz Einschüchterungsversuchen ihrer Beschäftigung nach. Die ersten Todesurteile Haifa, 20. Oktober. (JTA.) Am Freitag, 3.30 Minuten nachmittags, wurde in dem Prozeß gegen die Brüder Raneim und Ahmed Jabor, die angeklagt waren, während des Pogroms in Safed den Juden Isaac Mamaan durch Messerstiche tödlich verletzt zu haben, das Urteil gesprochen. Alle drei Angeklagten wurden zum Tode verurteilt. Eine bedeutsame Aussage des Polizei- Kommandanten von Safed Haifa, 20. Oktober. (JTA.) Der Polizeikommandant von Safed Faraday machte als Zeuge in dem Prozeß gegen die drei Mörder des Isaac Mamaan eine Aussage,, die die Tatsache aufklärt, warum Oberkommissar Chancellor einer bei ihm erschienenen Abordnung der Zionistischen Exekutive und des Jischuw seinerzeit erklärt hatte, er habe die Information, daß die Juden von Safed die Unruhen provoziert hätten. Faraday erzählte, als man Isaac Mamaan mit tödlichen Verletzungen auf der Straße auffand, habe er arabische Worte gesprochen. Man nahm deshalb an, daß es sich um einen von Juden getöteten Araber handle. Die erste amtliche Mitteilung habe deshalb gelautet, es hätten Unruhen stattgefunden, wobei nicht gesagt wurde, daß die Unruhen antijüdischen Charakter getragen haben. Faraday erzählte dann weiter, bei den in Safed durchgeführten Haussuchungen wurden bei Arabern große Mengen von Messern und Dolchen gefunden, während die Haussuchungen bei Juden nur einen ungeladenen Revolver zutage gefördert hätten. „Felestin“ für Boykottierung der Untersuchungskommission Jerusalem, 21. Oktober. (JTA.) Das offizielle Organ der arabischen Exekutive „Felestin“ schlägt vor, daß die Araber die Arbeit der britischen Untersuchungskommission, deren Eintreffen in Palästina jeden Tag erwartet wird, sabotieren soll. Die Zeitung weist darauf hin, daß die Ägypter die Milner-Kommission und die Inder kürzlich die Simon-Kommission boykottierten. Wenn wir die Untersuchungskommission akzeptieren, schreibt „Felestin“, so akzeptieren wir damit die britische Bevormundung, die uns das Mandat und die Balfour-Deklaration beschert hatte. Ein arabischer Kongreß über die Klagemauer- Frage Jerusalem, 17. Oktober. (JTA.) Wie die arabische Presse mitteilt, hat die arabische Exekutive für Ende Oktober einen Nationalkongreß einberufen, der sich ausschließlich mit der Frage der Klagemauer befassen soll; viele Araber aus den benachbarten Ländern sind zur Teilnahme an dem Kongreß eingeladen worden. Es wird beabsichtigt, den Kongreß nach dem Eintreffen der Mitglieder der britischen Untersuchungskommission zu eröffnen. Emir Abdullah sendet dem Oberkommissar ein Memorandum Jerusalem, 16. Oktober. (JTA.) Emir Abdullah von Transjordanien hat dem Oberkommissar für Palästina und Transjordanien Sir John Chancellor ein Memorandum übersandt, in welchem er gegen die vom Zionistenkongreß in Zürich neuerdings festgelegten Ziele der zionistischen Bewegung, ferner gegen den Versuch der Juden, über die Klagemauer zu bestimmen und andere Rechte der Araber anzutasten, protestiert. Jede Verletzung des Status quo an der Mauer, heißt es in dem Memorandum Abdullahs, wird zu neuem Aufruhr in Palästina führen, dem sich dann aber auch Transjordanien anschließen wird. Die palästinensische Revolte wird heftiger als die frühere syrische Revolte sein, weil zu den nationalen Motiven, die die syrische Revolte beeinflußten, in Palästina auch noch religiöse Motive kommen. Emir Abdullah fordert die sofortige Bildung eines Reservekorps der transjordanischen Grenztruppe, da diese Truppe, die gegenwärtig in Palästina Dienst tun müsse, nicht genügt, um den Frieden in Transjordanien zu sichern. Die Zionistische Exekutive fordert 6000 Zertifikate für neue Einwanderer Jerusalem, 21. Oktober. (JTA.) Die Zionistische Exekutive hat der Palästinaregierung Vorschläge betreffend Ausfolgung von 6000 Zertifikaten für neue Einwanderer unterbreitet und diese Vorschläge mit der augenblicklichen Arbeitslage und dem Bedarf nach neuen Arbeitskräften begründet, Wie mitgeteilt wird, haben alle in den Monaten September und Oktober in das Land gekommenen Chaluzim in verschiedenen Arbeitszweigen Beschäftigung gefunden. Ein Teil der neu Eingewanderten ist beim Bau von Wegen zwischen den jüdischen Siedlungen beschäftigt. In Jerusalem besteht Mangel an Arbeitskräften. Aus allen Teilen des Landes laufen Forderungen wegen Zuteilung von Arbeitskräften ein. Aus der jüdischen Welt Die Keren-Hajessod-Aktion in Deutschland Berlin, 21. Oktober. (JTA.) Die diesjährige Herbstaktion des Keren Hajessod hat im Verein mit der „Hilfe-durch-Aufbau“-Aktion der Jewish Agency einen bemerkenswerten materiellen Erfolg gehabt. An regulären Beiträgen und an Sonderspenden gingen in der Zeit vom 1. September bis 15. Oktober RM. 260 000.— bei der Zentrale in Berlin ein. Die Aktion wird fortgesetzt. Die jüdischen Gemeinden in Königsberg, Essen, Leipzig, Brandenburg, Bunzlau, Lüneburg und Alsfeld haben Sonderbeiträge für die Aktion der Jewish Agency bewilligt. Cafe Wintergarten Franz Schnabel Vollständig renoviert (m. Parkettboden) neu eröffnet Nachmittags-Konzert / Äbend Tanz Kapelle Josd Zangelas Zivile Preise / Kein Weinzwang / Kein Eintritt Tassen und Portionen Kaffee werden verabreicht

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