Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 43 (25.10.1929)
- Date
- 1929-10-25
- Page
- Seite 642 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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642 Das Jüdische Echo Nr. 43 Verbandsfreund, hiermit die Aufforderung, diesen Mitgliedern die Mißbilligung der Verbandsleitung in geeigneter Weise zum Ausdruck zu bringen. Die Unterzeichneten, von denen der eine tätig auf dem Boden des Zentral-Vereins steht, der andere aktiver Zionist ist, die sich stets für das Aufbauwerk, und nicht nur mit Worten, eingesetzt haben, die in jahrelanger gemeinsamer lokaler und überlokaler Arbeit im Interesse unseres Verbandes verbunden sind, stellen ferner den Antrag: Der Verband möge, über die bisherige Aufforderung an seine Mitglieder zu freiwilliger Leistung für den Aufbau hinausgehend, einen Zwangsbeitrag von 10 Rpf. pro Mitglied und Monat von allen 12 000 dem Verbände angeschlossenen jungen Juden erheben, der dem Keren Hajessod zuzuführen ist. Die beachtliche, hierdurch dem Aufbauwerk zuzuführende Summe, darüber hinaus aber die moralische und erzieherische Bedeutung dieser Maßnahmen scheint den Unterzeichnern die einzig würdige und stolze Antwort auf jene „Erklärung“ zu sein. Mit herzlichem Verbandsgruß Ernst Holzer Jakob Jacobs. Die Lage in Palästina Neuer Angriff auf Kfar Jeladim Jerusalem, 21. Oktober. (JTA.) In der Nacht zum 20. Oktober haben Araber versucht, in die Kinderkolonie „Kfar Jeladim“ im Emek einzudringen, um zu plündern. Der Wächter der Kolonie und der im Dorfe untergebrachte militärische Posten eröffneten das Feuer auf die Eindringlinge, die sofort die Flucht ergriffen, wobei sie bei ihrem Rückzug das Feuer erwiderten. Kurz nach dem zuriickgeschlagenen Angriff trafen aus Afuleh Truppen zum Schutze der Kolonie ein. Wie erinnerlich, ist Kfar Jeladim, wo Pogromwaisen aus der Ukraine angesiedelt sind, vor einem Monat von Beduinen angegriffen worden, die den Wächter niederschossen und einen Teil des Viehes wegführten. Einschränkungen der Gottesdienste an der Klagemauer Jerusalem, 21. Oktober. (JTA.) Seitens der Regierung wurde dem Oberrabbiner Kook mitgeteilt, daß das Lesen der Thora an der Klagemauer nur am ersten und siebten Tage des Sukkoth-Festes, nicht aber in den Zwischentagen (Chol Hamoed) gestattet ist. Die Thoralade dürfe nur an Sabbat- und gesetzlich vorgeschriebenen jüdischen Feiertagen an die Mauer gebracht werden. Die Regierung hat ursprünglich auch den Gebrauch von Ethrog und Lulow während der Gottesdienste am Chol Hamoed verbieten wollen, sie nahm aber von einem solchen Verbot Abstand, als Rabbi Kook erklärte, er sei außerstande, solche Verbote in Kraft zu setzen, er erachte es auch als unter seiner Würde, „behördliche Einschränkungen mittelalterlicher Art“ zu verkünden. Die hebräische Tageszeitung „Haarez“ macht den Vorschlag, daß sich die Juden von der Klagemauer so lange fernhalten, bis die Sonderkonimission zur Regelung der Frage der heiligen Stätte, die das Kolonialamt auf Ersuchen des Oberkommissars Sir John Chancellor ernennen wird, ihr Wort gesprochen hat. Wir glauben nicht, führt „Haarez“ aus, daß es in der Welt einen Richter gäbe, der den Juden ihr Recht auf ungestörte Ausübung ihres Gottesdienstes an der Klagemauer abstreiten würde. Durch die Fernhaltung von der Klagemauer soll den Hetzern unter den Moslems jeder Anlaß genommen werden, falsche Gerüchte über angebliche Verletzung des Status quo durch die Juden zu verbreiten. Der Verlauf des arabischen Generalstreiks in Palästina Jerusalem, 17. Oktober. (JTA.) Der am 16. Oktober in Jerusalem und ganz Palästina von den Arabern durchgeführte Generalstreik ist überall ohne Zwischenfall verlaufen. Die moslemitischen wie die christlichen arabischen Ladeninhaber hielten ihre Läden geschlossen. Auch mehrere jüdische Ladeninhaber, die ihre Läden in arabischen Vierteln der Jerusalemer Altstadt und in den Bazaren haben, sahen sich, um Provokationen aus dem Wege zu gehen, veranlaßt, ihre Geschäfte zu schließen. Der Streik hatte ungefähr die gleiche Ausdehnung wie seinerzeit der anläßlich des Besuches Lord Balfours in Jerusalem proklamierte Demonstrationsstreik. Mit Ausnahme der in der Hauptsache von Juden bewohnten Straßen, in denen reges Leben herrschte, lag die Altstadt verlassen da. Aus den umliegenden Dörfern strömten während des ganzen Vormittags Scharen von Arabern nach Jerusalem zum Besuch der Omar-Moschee. Der Polizeibericht schätzte diese Menge auf etwa 5000 Köpfe. Jeder, der das Jaffa- Tor zur Stadt hineinpassierte oder aus der Stadt hinaus wollte, wurde streng nach Waffen durchsucht. Die arabischen Chauffeure streikten, nur die jüdischen Autobusführer versahen den Dienst und hielten die Verbindung Jerusalems mit den Vororten aufrecht. Viele der Autobusse fuhren unter Polizeibegleitung. Auch die Bootsleute in Jaffa und Haifa schlossen sich dem Streik an, ungeachtet dessen konnten 555 Ghaluzim und Rückwanderer, die am Mittwoch mit einem Dampfer eintrafen, an Land gebracht werden. Die Banken und großen Touristenbüros arbeiteten normal, nur die arabischen Agenten einiger europäischer und amerikanischer Firmen hielten die Büros geschlossen. In allen öffentlichen Institutionen, in den Regierungsämtern, im Eisenbahn-, Telefon- und Die idealen Fahrzeuge von Weltruf sofort lieferbar! Personen und Lieferwagen ___ 8 28 u. 13/40 PS. Deutsch-Amerikanische Automobil-Vertriebs-Ges. m. b. H. Einzige, autorisierte ,.F o r d“ - Vertretung Barer Straße 20 (beim Obelisk) : Telephon-Ruf Nr. 57460 LINCOLN 25/120 Der berühmteste 8 Cylinder der Welt