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Das jüdische Echo · 1929-10-25 · 43 (25.10.1929) · p. Seite 641

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
43 (25.10.1929)
Date
1929-10-25
Page
Seite 641 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 43 Das Jüdische Echo 641 wundenen Ghettomanier biedert sie sich und ihre Anhänger vor der Öffentlichkeit als die allein echten und patriotischen Vertreter der deutschen Judenheit an und bemüht sich, die Juden des Palästinawerkes als Menschen minderer Gesinnung herabzusetzen — eine Methode, die in allen aufrechten christlichen und jüdischen Kreisen sich nicht gerade mehr besonderen Ansehens erfreut. Sie ist taktlos, denn sie bringt unnötigerweise inner jüdische Gegensätze in die Öffentlichkeit, sie verletzt zahlreiche deutsche Juden, Zionisten und Nichtzionisten, die sich für das Palästinawerk einsetzen, und sie tritt ans Tageslicht ausgerechnet am Vorabend von Rösch Haschanah, in einer Zeit, die gerade der Eintracht und der Versöhnung gewidmet sein soll. Und endlich ist sie falsch, denn sie hält die Angriffe verhetzter und fanatischer Araber, die „deutliche Sprache der Tatsachen“, wie sie es nennt, für einen Grund, das große jüdische Kulturwerk in Palästina aufzugeben. Mit demselben Recht müßte man jede andere jüdische Kulturbeslrebung in der Well, den Kampf um Gleichberechtigung, um Freiheit des Glaubens usw. usw. aufgeben, denn wo hätten solche jüdischen Bestrebungen nicht den Widerstand feindlicher oder fanatischer Massen gefunden? Wir wären nicht wert, die Nachkommen all der jüdischen Helden und Märtyrer der Jahrtausende zu sein, wenn gerade dieses Argument in einer solchen Frage irgendwelchen Eindruck auf uns machen würde. Die Erklärung, dieses Dokument jüdischer Würdelosigkeit, wie ich nicht anstehe es zu nennen, könnte ja den Vorkämpfern für den Palästinaaufbau durchaus recht sein. Denn sie wird und muß für diese Idee werben: Bei zahlreichen Juden und Nichtjuden, bei Zionisten und Nichtzionisten, die ich gesprochen habe, habe ich nur Worte der Empörung über die Erklärung gehört. Aber nicht darum handelt es sich, nicht um Zionismus oder Antizionismus, nicht um die Berechtigung des Palästinaaufbaus oder eines jüdischen Nationalismus dort, sondern darum, ob heute noch deutsche Juden das Recht haben, in dieser Manier jüdische Bestrebungen zu bekämpfen und herabzusetzen. Ich bedauere feststellen zu müssen, daß auch Brüder unserer Loge, die ich als wahrhafte, aufrechte Juden und Männer schätze, sich — sicherlich besten Glaubens — haben bereit finden lassen, die Erklärung zu unterschreiben. Es liegt mir gewiß fern, neue Differenzen in die Loge zu tragen, aber ich halte es doch für nötig, daß unsere Loge oder noch besser die Großloge zu dieser Erklärung, die meines Erachtens die jüdische Ehre und Würde verletzt, Stellung nimmt und mit aller Entschiedenheit von ihr abrückt. Mit herzlichen Brudergrüßen in W. B. u. E. Ihr sehr ergebener Dr. Julius Simon. Wir erhallen ferner Kenntnis von nachstehendem interessanten Brief: Frankfurt a. M., den 16. Oktober 1929. An den ersten Vorsitzenden des „Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands“, Herrn Rabbiner Dr. Hugo Hahn, Essen. Lieber Verbandsfreund! Der Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands ist bereits vor acht Jahren die erste große nichtzionistische Organisation Deutschlands gewesen, die sich begeistert für den Palästinagedanken eingesetzt hat; und dies zu einer Zeit, wo er noch nicht so populär war wie heute. Getreu dieser heute schon traditionellen Palästinafreundschaft und getreu dem Statut, das dem Verband vorschreibt, in „gesamtjüdischem Denken und Wollen“ zu arbeiten, sind Sie, lieber Verbandsfreund, und zwei weitere Mitglieder der Verbandsleitung dem Initiativkomitee zur Erweiterung der Jewish Agency beigetreten, ein Schritt, der im Lande wohl einmütige Zustimmung gefunden hat. Darüber hinaus aber hat die Verbandsleitung in den letzten Wochen — unter dem Eindruck der Vorgänge in Erez-Israel — die Aufforderung an unsere Freunde ergehen lassen, einen Hain der jüdischen Jugendvereine im Einsteinwald des Keren Kajemelh Lejisrael zu pflanzen. Wir sind überzeugt, daß diese Aufforderung die nahezu einhellige Zustimmung aller Verbandsfreunde findet. Indem wir dies alles fest stellen, müssen wir unserer tiefen Beschämung darüber Ausdruck geben, daß es möglich war, daß sich unter jener würdelosen „Erklärung deutscher Juden“, die jüngst in Tageszeitungen veröffentlicht wurde, auch einige wenige Namen von Mitgliedern unseres Verbandes fanden. In der Überzeugung, daß diese Mitglieder hierdurch gröblich gegen Grundsätze, Geist und Arbeit unseres Verbandes verstoßen haben, richten wir an Sie, lieber Einen Wagen kaufen, ohne Mercedes-Benz zu prüfen, heiljt wählen ohne Maljstab Daimlers Benz A.«G. Verkaufsstelle München Personenwagenverkauf: Lenbachplatz 4, Tel. 50672, 59390 Lastwagenverkauf und Reparaturwerk: Dachauer Str. 112, Tel. 63237/ 38/39 Leiter: D i r e k t o r J a k o b We r I i n “ V-***/.-* ■#;■ J'ist f v>y\

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