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Das jüdische Echo · 1929-10-18 · 42 (18.10.1929) · p. Seite 629

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
42 (18.10.1929)
Date
1929-10-18
Page
Seite 629 (sequence 14)
Language
German
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Nr. 42 Das Jüdische Echo 629 hochangesehene sozialistische Politiker, wird am 15. Oktober d. J. 60 Jahre alt. Er betätigt sich an hervorragender Stelle in verschiedenen Hilfsorganisationen, gehörte früher der Welthilfskonferenz an und ist jetzt Vorsitzender des Rates von HIAS- EMIGDIRECT. Innerhalb der Jüdischen Gemeinde Berlin betätigt er sich besonders rege im Wohlfahrtsamt, im Arbeiterfürsorgeamt und im Arbeitsnachweis. Prof. Elbogen bleibt in Berlin Berlin, 9. Oktober. (JTA.) Professor Ismar Elbogen von der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, der vor kurzem den ehrenvollen Ruf erhalten hat, als Professor für jüdische Geschichte an die Columbia-Universität in New York zu gehen, hat sich entschlossen, seinem Berliner Lehramt treu zu bleiben und den Ruf nach New York abzulehnen. Eduard-Lasker-Feier in Berlin Berlin, 16. Oktober. (JTA.) Am Sonntag vormittag fand auf dem alten jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee eine schlichte Gedenkfeier für Eduard Lasker statt, dessen Geburtstag sich zum hundertsten Male jährte. Der Grabhügel, unter dem Lasker gemeinsam mit seinem Freunde Ludwig Bamberger ruht, war zu Ehren des Tages mit Blumen geschmückt. Neben den Kranzspenden der Familie Lasker hatte auch der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens eine Kranzspende niedergelegt, ebenso der demokratische Verein Waldeck, dessen Kranz eine Schleife in den Farben der Republik trug. Die amerikanische Expertenkommission für Biro-Bidschan in Berlin Berlin, 13. Oktober. (JTA.) Die Gesellschaft zur Förderung des jüdischen Siedlungswerkes in den Ländern der Sowjetunion hat für Freitag, den 11. Oktober, zu einem Presse-Tee nach dem Brüdervereinshaus geladen, um den Mitgliedern der amekanischen Expertenkommission und der von der amerikanischen Kolonisationsgesellschaft JCOR nach Biro-Bidschan entsandten Delegation, die sich auf der Rückreise nach den Vereinigten Staaten einige Tage in Berlin aufhalten, Gelegenheit zu geben, über ihre Wahrnehmungen in Biro-Bidschan und über die Eignung dieses Landes für eine jüdische Massenkolonisation zu berichten. Ein Ehrenmal für die jüdischen Gefallenen im Göttingen Göttingen, 7. Oktober. (JTA.) Am Sonntag, dem 22. September, wurde auf dem jüdischen Friedhof in Göttingen ein von der Ortsgruppe Göltingen des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten gestiftetes Ehrenmal für die 19 Gefallenen aus der Göttinger jüdischen Gemeinde eingeweiht. Prof. Dr. Alois Pick, der Präsident der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, 70 Jahre alt Wien, 13. Oktober. (JTA.) Am Dienstag, dem 15. Oktober, vollendet der Präsident der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, Generaloberstabsarzt a. D. Universitälsprofessor Dr. Alois Pick, sein siebzigstes Lebensjahr. Zahlenmäßiger Niedergang der Wiener jüdischen Gemeinde Wien, 7. Oktober. (JTA.) Die Wiener Israelitische Kultusgemeinde zählte im Juni d. J. 172 Geburten und 193 Sterbefälle, im Juli 115 Geburten und 210 Sterbefälle, im August 86 Geburten und 157 Sterbefälle. In dem gleichen Vierteljahr waren 195 Austrille aus dem Judentum gegen 91 Eintritte bzw. Wiedereintritte zu verzeichnen. Einweihung eines Ehrenmals für die im Weltkrieg gefallenen jüdischen Frontkämpfer in Wien Wien, 13. Oktober. (JTA.) Am Sonntag, dem 13. Oktober, dem Vorlage des Jom Kippur, fand auf der israelitischen Abteilung des Wiener Zentralfriedhofes die leierliche Enthüllung des Ehrenmals für die im Weltkriege gefallenen jüdischen Frontkämpfer statt. Das Rothschild-Haus rettet die österreichische Volkswirtschaft Wien, 8. Oktober. (JTA.) Die österreichische Presse äußert sich in Worten höchster Anerkennung über das Wiener Rothschildhaus, das durch die Übernahme der ins Wanken geratenen und immobil gewordenen Bodenkreditanstalt (der seinerzeitigen kaiserlichen Hofbank) durch das eigene Finanzinstitut die „österreichische Kreditanstalt für Handel und Gewerbe“ die österreichische Volkswirtschaft vor schwersten Erschütterungen bewahrt hat. Die linksstehende Presse benutzt diesen Anlaß, um den antisemitischen Regierungsparteien, insbesondere der Christlichsozialen Partei, einen Spiegel vorzuhalten und sie darauf hinzuweisen, daß ein jüdischer Bankier zur Rettung der österreichischen Volkswirtschaft berufen werden mußte. (Der Fall der Bodenkreditanstalt ist auch deshalb besonders bemerkenswert, weil der Niedergang dieses Instituts auf eine von Machtgier verursachte Verquickung von Geschäft und Politik ihres bisherigen Leiters August Sieghart, eines getauften Juden, der früher Singer hieß, zurückzuführen ist. Sieghart, der schon in der Monarchie einen ungeheuren Einfluß besaß, unterstützte in den letzten Jahren vor allem durch seine Presseunternehmungen die Heimwehrbewegung.) Die Pester Kultusgemeinde für Palästina Budapest, 9. Oktober. (JTA.) Der Vorstand der Pester Israelitischen Religionsgemeinde hat in einer unter dem Vorsitz von Dr. Nikolaus Hajdu abgehab tenen Sitzung beschlossen, für die Opfer der Palästinaunruhen 10 000 Pengö (7300 RM.) zu spenden und anzuordnen, daß an den hohen Feiertagen für den gleichen Zweck gesammelt werde. Antisemitische Studentenexzesse in Budapest Budapest, 9. Oktober. (JTA.) Heute ist es in Budapest wiederum zu Ausschreitungen der antisemitischen Studentenschaft gekommen; sie wurden seit einigen Tagen erwartet und dennoch nicht verhindert. Budapester Tageszeitungen haben in den letzten Tagen mitgeteilt, daß unter den Studenten eine Verbetzungsaktion im Zuge sei und daß loyal gesinnte Studenten ihren jüdischen Kollegen den Rat erteilt hätten, sich eine kurze Zeit von der Universität fernzuhalten. Es wurden Flugzetlel mit chiffriertem Text verteilt: ,,Wissen Sie schon, Herr Kol- Fernruf Nr. 90939 B. MARSTALLER kgl. Hofsattlcr / München Erzeugnisse unserer Großwerkstätten: Schiffskoffer / Schrankkoffer Autokoffer (D. R. Patent) Menageu. Toilettekoffer FEINE LEDERWAREN Verkaufsräume Damenstiftstraße 16

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