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Das jüdische Echo · 1929-10-18 · 42 (18.10.1929) · p. Seite 625

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
42 (18.10.1929)
Date
1929-10-18
Page
Seite 625 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 42 Das Jüdische Echo 625 administrativen und politischen Probleme in Ordnung gebracht sind. Er ergreife den Anlaß, um die außerordentliche Hingabe zu rühmen, mit der die Juden der ganzen Welt und besonders die Juden Amerikas das Werk des Wiederaufbaus Palästinas fördern. Das offizielle Statement Neuyork, 11. Oktober. (JTA.) Nach Schluß der Unterredung zwischen der, Abordnung der Jewish Agency und Herrn Ramsay Macdonald wurde das folgende Statement herausgegeben, welches die Ausführungen des Premierministers Macdonald schriftlich fixiert: Der Premierminister führte zum Beginn seiner Ansprache aus, daß er aus seinen früheren Palästina- Reisen persönliche Erfahrungen hinsichtlich der Probleme dieses Landes habe; er habe die meisten jüdischen Siedlungen im Lande besucht und schätze die von den jüdischen Siedlern im Interesse der Entwicklung des Landes gemachten Anstrengungen und Fortschritte hoch ein. Er werde, sagte er weiter, das ihm überreichte Memorandum dem Kolonialamt zur Prüfung überweisen und fügte hinzu, daß die Abordnung versichert sein möge, daß die Regierung Seiner Majestät willens sei, ihre bereits festgesetzte Politik und ihre Pflichten hinsichtlich des Mandates voll zu erfüllen und darauf zu achten, daß das Gesetz in unparteiischer Weise gehandhabt und die Ordnung nach jeder Richtung hin aufrecht erhalten werde. Die Regierung Seiner Majestät anerkennt, daß die jüdische Einwanderung in Palästina eine unbedingte Notwendigkeit für die Errichtung eines Jüdischen Nationalheims gemäß den im Mandat niedergelegten Bedingungen sei, aber die Einwanderung müsse von der wirtschaftlichen Kapazität des Landes, seiner Fähigkeit, neue Einwanderer aufzunehmen, abhängen. Der Premierminister fügte hinzu, daß er die hinsichtlich der Staatsböden in Palästina bestehenden Schwierigkeiten sehr wohl kenne. Der Premierminister schloß mit der Erklärung, daß zunächst die Resultate der Untersuchungskommission abgewartet werden müssen, und daß er nichts sagen wolle, was so ausgelegt werden könnte, als wollte er diese Resultate vorwegnehmen. Nach Empfang des Berichtes der Untersuchungskommission wird die Situation im Lichte der erkundeten Tatsachen geprüft werden. Zum Schluß betonte der Premierminister dringend die Wichtigkeit einer Zusammenarbeit und einer Verständigung zwischen den jüdischen und arabischen Bevölkerungsteilen Palästinas. Die Reise Emile Vanderveldes durch Deutschland Kundgebungen in Nürnberg, Frankfurt, Stuttgart, Kassel, Mannheim und Dresden — Oskar Wassermanns Antwort an die Gegner des Palästinawerkes in Deutschland Berlin, 10. Oktober. (JTA.) Emile Vandervelde, der Führer der Arbeiter-Internationale und frühere belgische Außenminister, unternimmt gegenwärtig mit seiner Gattin eine Reise durch Deutschland, um für das Palästinawerk zu werben. In der vergangenen Woche sprach das Ehepaar Vandervelde im Rahmen sehr eindrucksvoll verlaufener Kundgebungen in Nürnberg, Frankfurt a. M. und Stuttgart; in den letzten Tagen sprachen sie in Kassel, Mannheim und Dresden. Zu einer Kundgebung von außergewöhnlicher Eindringlichkeit gestaltete sich die Versammlung in Kassel, zu der ein überparteilicher Ausschuß, bestehend aus Polizeipräsident Dr. Hohenstein als Mitglied des Deutschen Komitees Pro-Palästina, Dr. Ernst Baumann als Mitglied des Initiativkomitees der Jewish Agency und Dr. Kugelmann als Vorsitzender der Zionistischen Ortsgruppe, eingeladen hatte. Neben Herrn und Frau Vanderwelde sprachen Arnold Zweig und Dr. Martin Rosenblüth. Mit starker Begeisterung sprach Emile Vandervelde über seine Stellung zu Land und Menschen. Er, der Sozialist, bekennt sich zum jüdischen Nationalismus, weil dieser kein gewöhnlicher Nationalismus ist, sondern einen Sonderfall in der Weltgeschichte darstellt. Viele Völker haben jahrhundertelang auf ihre Wiedergeburt gewartet. In Mannheim sprachen Herr und Frau Vandervelde in einer außerordentlich gut besuchten Versammlung, die von Dr. Arnold Hildesheimer geleitet war. Alfred Leonhard Tietz (Köln) betonte den unerschütterlichen Willen des Judentums und der Jewish Agency, den Aufbau Palästinas in Freundschaft mit der arabischen Bevölkerung durchzuführen. — Zum Schluß sprach noch zusammenfassend und ergänzend Dr. Georg Landau. Die Kundgebung in Dresden, mit der Herr und Frau Vandervelde ihre Aktion in Deutschland abschlossen, gestaltete sich durch das gleichzeitige Auftreten von Oskar Wassermann zu einem besonderen Ereignis. Der Vorsitzende des sächsischen israelitischen Gemeindeverbancles und der Dresdener Gemeinde, Herr Rechtsanwalt Salinger, begrüßte die auswärtigen Gäste, ferner den Präsidenten des Sächsischen Landtags Weckel und die Vertreter der Behörden und politischen Parteien. Frau Vandervelde schilderte die sozialen Institutionen in Palästina, Emile Vandervelde entwickelte mit einer beispiellosen rhetorischen Vollendung seine Gedanken über das Palästinawerk und die politische Situation. Oskar Wassermann führte aus, das Auftreten Vanderveldes beweise, welche tiefe Wirkung der Aufbau Palästinas durch die Juden auf die ganze zivilisierte Menschheit ausübe. Die Arbeit für Palästina ist Arbeit für das Judentum. Eine neue Jugend wolle man in Palästina erziehen, die das Nationalheim zum geistigen Zentrum der gesamten Judenheit mache. Und wer die Jugend in Palästina gesehen habe, ist überzeugt davon, daß hier eine Generation heranwachse, die sich von allen bisherigen wesentlich unterscheidet. Die Pioniere haben gezeigt, daß der Idealismus, der sie beseele, stark genug sei, um aller materialistischen Triebe Herr zu werden. Was uns bisher fehlte, war die Hilfe des Weltjudentums in einem Maße, das den Aufbau in großzügiger Form ermöglicht. Oskar Wassermann wandte sich nun gegen die Angriffe der Gegner des Palästinawerkes auf die deutschen Mitglieder der Jewish Agency. Unsere Aufgabe, sagte er, ist es, zu den Juden zu sprechen. Er wisse nicht, wer legitimiert sei, den Unterzeichnern des Aufrufes zur „Hilfe durch Aufbau“ zu unterstellen, daß sie nicht das deutsche Judentum vertreten. Einige Organisationen hätten sich absentiert, gewiß, aber nicht die Organisationen stellen das deutsche Judentum dar, sondern seine anerkannte Vertretung, seine jüdischen Gemeinden, von denen die Großgemeinden Berlin, Frankfurt, Hamburg und München in dem Initiativkomitee für die Jewdsh Agency vertreten sind. Er verstehe nicht, I. MÜNCHENER PLISSE-BREN NEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN Holsaum, Knöpfe, Endeln Kanten.Kostümstlckareien BurgstraBe 16/3 Knopflöcher Telephon 22 9 75

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