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Das jüdische Echo · 1929-10-18 · 42 (18.10.1929) · p. Seite 624

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
42 (18.10.1929)
Date
1929-10-18
Page
Seite 624 (sequence 4)
Language
German
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624 Das Jüdische Echo Nr. 42 nämlich von der um die Sicherheit, befreit, werden die Völker sieh in Ruhe der Durchführung von Friedensaufgaben zu widmen vermögen. Das ist für die Juden in allen Ländern der Welt von großer Bedeutung, besonders aber für die zentrale Aufgabe des jetzt lebenden jüdischen Geschlechts für den Aufbau Palästinas. Soweit menschliche Voraussicht reicht, garantiert das geschlossene Einvernehmen zwischen England und Amerika insbesondere England die Möglichkeit, in aller Ruhe Pläne zu verwirklichen, die der Befriedung aller seiner Teile dienen sollen. Diese Stabilität nimmt aber auch allen Gegnern einer friedlichen Entwicklung und Gruppen, welche in der Gewaltanwendung ein taugliches Mittel zur Durchsetzung ihrer Ziele erblicken, die Hoffnung, im Wege der Gewalt eine restlose Verwirklichung ihres mitunter egoistischen und ungerechten Wollens durchsetzen zu können. Das Beispiel der Verständigung, das die Großen gegeben haben, wird auch von den Kleinen befolgt werden müssen. Das Prinzip des Zusammenlebens von Menschen, Völkern und Klassen verlangt gegenseitige Rücksichtnahme. Nicht in der Gewalt, sondern in der Verständigung liegt der zukünftige Weg der Menschheit. Die Verständigung zwischen England und Amerika ist darum eine Friedensbotschaft für die Fernen und Nahen und ein Hoffnungsstrahl für die gesamte Menschheit. Uns aber, die seit Jahrtausenden inbrünstig den Weltfrieden erflehen, ist das historische Ereignis des Einvernehmens zwischen den zwei führenden Mächten der Welt ein Unterpfand für die Möglichkeit ruhiger und ungestörter Aufbauarbeit. Delegierte der Jewish Hgency beim Premierminister Macdonald Felix M. Warburg fordert Sicherheit für das jüdische Nationalheim und Förderung seines Aufbaus gemäß dem Mandat — Vertrauen in die englische Regierung — Anbahnung und Festigung der Freundschaft zwischen Juden und Arabern Ncuyork, 11. Oktober. (JTA.) Der Ministerpräsident Großbritanniens, Herr Ramsay Macdonald, empfing am Freitag, dem 11. Oktober, vormittag, im Hotel Weylin zu Neuyork eine Abordnung der Jewish Agency, die von Herrn Felix M. Warburg geführt wurde und aus den Herren Louis Lipsky, Dr. Cyrus Adler, Bernard Flexner, Dr. Lee K. Frankel, Richter William M. Lewis, Morris Rothenberg und Dr. Stephen S. Wise bestand. Herr Felix M. Warburg verlas eine Erklärung an den britischen Premierminister, in welcher darauf hingewiesen wurde, daß amerikanische Juden in den letzten zehn Jahren mehr als 25 Millionen Dollar nach Palästina geschickt haben, weil sie unbedingtes Vertrauen in die Versicherung der Mandatarmacht gesetzt haben, daß der Aufbau des Jüdischen Nalionalheims in Palästina gefördert und geschützt werden wird; dieses Vertrauen in die Mandatarmacht hat die amerikanischen Juden ferner veranlaßt, in der Verwirklichung des Planes der Erweiterung der Jewish Agency und in der Werbung um die Mitarbeit jener Teile des Judentums, die an den bisherigen Bemühungen für den Aufbau Palästinas nicht teilhatlen, die Führung zu übernehmen. Mehrere neue Unternehmungen werden durch amerikanische Juden im Interesse der Judenheit Palästinas geplant und vorbereitet, aber die Ausführung eines solchen Aufhauprogramms hängt in weitem Maße davon ab, welche Schritte die Mandatarmacht unternehmen wird, um die Sicherheit von Lehen und Eigentum in Palästina absolut zu garantieren. In der von Herrn Warburg verlesenen Erklärung heißt es weiter, daß volles Vertrauen in die Arbeit der nach Palästina entsandten Unlersuchungskommission gesetzt wird und daß die Juden in Palästina und in Amerika Schritte ergriffen haben, um freundschaftliche Beziehungen zu den Arabern anzubahnen und zu befestigen. Herr Warburg schlug vor, daß die Regierung eine unparteiische Radio-Sendestation errichte, die von einem aus Moslemiten, Christen und Juden gemeinsam zusammengesetzten Komitee kontrolliert und verwaltet werden soll; dieses Instrument soll der Popularisierung höherer Lebensideale, der Förderung des guten Bürgersinnes und des freundschaftlichen Zusammenlebens gewidmet sein. Es unterliegt für uns keinem Zweifel, fuhr Herr Warburg fort, daß es trotz der jüngsten Ausbrüche der Leidenschaften möglich sein wird, ein wirtschaftliches, soziales und bürgerliches Leben zum Wohle der Juden wie der Araber in Palästina aufzubauen, so daß eine Wiederholung der jüngsten Unruhen unmöglich sein wird. Nachdem Herr Warburg die von den Juden beim Wiederaufbau Palästinas gemachten Fortschritte auf landwirtschaftlichem, industriellem und erzieherischem Gebiete dargelegt hatte, schloß er mit den folgenden Worten: „Wir erklären jedoch, daß seitens der Regierung entsprechende Vorkehrungen getroffen werden müssen, damit diese und andere Teile des umfassenden Programms der Jewish Agency durchgeführt werden können, daß ferner die Bestimmungen des Mandats mit Wohlwollen durchgeführt werden müssen und daß die jüdische Bevölkerung hei der Anbahnung und Befestigung einer freundschaftlichen Verständigung mit den übrigen Bevölkerungsteilen Palästinas auf die aktive Mitarbeit der Regierung rechnen müsse. Macdonalds Antwort Auf die Ansprache Felix M. Warburgs erwiderte Premierminister Macdonald mit einer Darlegung der von der britischen Regierung ergriffenen Maßnahmen zur Wiederherstellung der vollen Ordnung in Palästina. Die Untersuchungskommission, sagte Herr Macdonald, wird vollkommen unparteiisch bei der Prüfung der jüngsten Unruhen Vorgehen und alle drei Parteien anhören; die Juden, die Araber und die Palästina-Administration. Die britische Regierung, fuhr Herr Macdonald fort, prüfe sorgfältig Hie Boden- und Einwanderungsprobleme Palästinas, aber die Lösung dieser Probleme wird erst dann erfolgen können, wenn die SCHRAMM ZMü ti chen^n^^EÖosenstraßeS

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