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Das jüdische Echo · 1929-10-11 · 41 (11.10.1929) · p. Seite 613

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
41 (11.10.1929)
Date
1929-10-11
Page
Seite 613 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 41 Das Jüdische Echo 613 dem sie die Mai-Demonstration der Arbeiter zum Vorwand dieser Hetze nahm. Als dies fehlschlug, versuchten sie, die Arabermassen mit dem Märchen zu schrecken, daß die Juden sie ihres Bodens berauben und arm machen wollten. Dieses Märchen wurde nicht geglaubt, da allen bekannt war, daß der Lohn des ungelernten arabischen Arbeiters in Palästina höher sei als in den benachbarten Ländern. Als alle diese Legenden versagten, griffen die Effendis und die Geistlichkeit zu ihrer letzten Waffe und stachelten den religiösen Fanatismus der arabischen Massen durch die Verbreitung der Legende auf, daß die Juden sich der Omar-Moschee und anderer moslemitischer heiliger Stätten bemächtigen wollen. Im Namen der Religion also veranstalteten sie das Blutvergießen und das Zerstörungswerk. Ich hoffe, schloß Dov Hos, daß es der Untersuchungskommission gelingen wird, die für das Blutvergießen Verantwortlichen festzustellen. Ich möchte nur die Aufmerksamkeit der Konferenz auf die Tatsache lenken, daß meine Kollegen hier und auch meine Kameraden in Palästina des Glaubens sind, daß ein erheblicher Teil der Verantwortung auf die Palästina-Administration fällt. Ich hoffe, daß die Kommission auch diese Seite des Problems einer sorgfältigen Untersuchung, unterziehen wird. Ich hoffe auch, daß die uns seitens der britischen Arbeiterbewegung zuteil gewordene Unterstützung, wie sie in einer ganzen Reihe seitens der Arbeiterpartei angenommenen Resolutionen zum Ausdruck gekommen ist, fortdauern und sich noch erweitern wird. Die Lage in Palästina Ruhiger Gottesdienst an der Klagemauer zu Rosch-Haschonoh Jerusalem, 7. Oktober. (JTA.) Der jüdische Gottesdienst an der Klagemauer zu Rosch-Haschonoh ging in vollständiger Ruhe vor sich. Der Gouverneur von Jerusalem, Major Keith Roach und der Befehlshaber der Palästina-Polizei, wohnten der Eröffnungsandacht bei. In der Nähe der Klagemauer war eine Telephonstation angebracht worden, bei der ein Polizeioffizier stand, der die Lage ständig beobachtete. Die Bewachung der Klagemauer in den Rosch- Haschonoh-Tagen Jerusalem, 7. Oktober. (JTA.) Während den Rosch-Haschonoh-Tagen war die Klagemauer, an der eine große jüdische Gemeinde betete, militärisch sehr scharf bewacht. Schon am Freitag, dem 4. Oktober, 10 Uhr vormittag, wurde eine mit Maschinengewehren und Handgranaten ausgerüstete starke Infanterieabteilung zur Verstärkung der Polizeiwache an die Klagemauer beordert. Sie rückte von drei Seiten an und nahm an der David-Zitadelle Aufstellung. Als um 4 Uhr nachmittags die Juden sich zum Gebet an die Klagemauer begaben, umsäumten Abteilungen Soldaten mit Stahlhelmen die zur Klagemauer führenden Straßen und Wege. Die kürzlich aus Ägypten eingetroffenen Panzerautos haben an den Haupttoren der Altstadt strategische Positionen eingenommen. Am Freitag vormittag wurde eine militärische Verfügung betreffend die jüdischen Gottesdienste an der Klagemauer veröffentlicht, in der die Juden daran gemahnt werden, daß an der Klagemauer nur diejenigen Gegenstände benutzt werden können, die in der Verfügung der Regierung umschrieben worden sind. Das von den Moslemiten neu geöffnete, zur Omar-Moschee führende Tor an der rechten Seite der Klagemauer bleibt während der jüdischen Feiertage geschlossen. Auch wurde den Arabern verboten, ihre Maultiere an der Klagemauer vorbei zu treiben, wie sie dies an jüdischen Feiertagen in früheren Jahren zu tun pflegten. Überhaupt wurde jeder Durchgangsverkehr an der Klagemauer während der jüdischen Feiertage verboten. Der Marsch der Truppen, die Feldküchen und Munitionskisten mit sich führten, zur Klagemauer lockte große Menschenmassen aus den Häusern auf die Straßen, insbesondere auf die zur Altstadt führende Jaffastraße. In der Luft kreuzten mehrere Äroplane. Es war offenbar Absicht der Regierung, die militärische Kundgebung so eindrucksvoll wie möglich zu gestalten. Rückkehr der Flüchtlinge zu Rosch-Haschonoh Jerusalem, 1. Oktober. (JTA.) Die palästinensische Polizei hat alle vorbereitenden Maßnahmen getroffen, um die jüdischen Flüchtlinge in die Lage zu versetzen, in die verlassenen Heime zurückzukehren. Es wird erwartet, daß bis zum Rosch-Haschonoh-Fest alle jüdischen Flüchtlinge mit Ausnahme jener aus Hebron, Moza und Giveath Schaul in ihre Heime zurückgekehrt sein werden.- Der Jerusalemer Waad Hair (Jüdische Gemeindeverwaltung) wurde von der Regierung ersucht, den Flüchtlingen mitzuteilen, daß die Behörden alle Vorkehrungen für ihre Sicherheit getroffen haben und daß sie nunmehr getrost in ihre alten Heime zurückkehren mögen. Wiederum Mord an einem Juden in Jerusalem Jerusalem, 2. Oktober. (JTA.) In der Nacht zum 1. Oktober wurde der aus dem Yemen stammende 35jährige jüdische Schuhmacher Seliman Mouhajez von einer durch das Fenster in seine Wohnung abgeschossenen Gewehrkugel tödlich getroffen. Er war allein in seiner Wohnung. Seine Nachbarn hörten wohl einen Schuß fallen, aber wegen des herrschenden Belagerungszustandes, der ein Betreten der Straße nach 6 Uhr abends verbietet, wagte es niemand das Haus zu verlassen, um zu erkunden, was es mit dem Schuß für eine Bewandtnis hatte. So lag Seliman Mouhajez aus einer schweren Kopfwunde blutend eine ganze Nacht in seiner Wohnung, bis ihn Nachbarn gegen 5 Uhr morgens in einer Blutlache liegend auffanden und ihn ins Hadassah-Hospital transportierten. Sein Zustand ist hoffnungslos. Sacher und Ruthenberg bei Chancellor Jerusalem, 2. Oktober. (JTA.) Im Zusammenhang mit der Tötung des jüdischen Schuh- £Üerkaußäeü$ SCHRAMM 1 CMüriehen ftosenstraße£ 1

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