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Das jüdische Echo · 1929-10-04 · 40 (4.10.1929) · p. Seite 601

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
40 (4.10.1929)
Date
1929-10-04
Page
Seite 601 (sequence 18)
Language
German
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Nr. 40 Das Jüdische Echo 601 der Nähe des Alexanderflusses liegt ein kleiner Hafen, Mina-Abu-Sabura, nach welchem der Fluß auch Waadi-Abu-Sabura genannt wird. Der Fluß hindert auch die Dünen des Küstenstrichs, weit ins Innere vorzudringen; die ganze Umgegend des Flusses steht in Blüte und Frucht. Der schmale Dünenstreifen kann ein Bade- und Vergnügungsplatz werden, wie es nur wenige in Palästina gibt. Wer weiß, welche Zukunft auch diesem Küstenstriche winkt, der ebenfalls Volksgut geworden ist? Die Hauptsache jedoch ist und bleibt, daß ein großer Teil der Chawereth-Böden Pflanzungsboden ist. Der N.F. hat weite Landesstrecken in Besitz; aber nur ein verschwindend kleiner Teil davon kommt für Pflanzungen in Frage. Stets waren wir genötigt, zu kaufen, was man gerade los sein wollte, und die Araber, die wir bekanntlich „von ihrem Grund und Boden“ vertreiben, haben niemals etwas Gutes verkauft. Nur solche Böden, mit denen sie nichts anzufangen wußten, haben sie uns abgegeben. Auch der Chawereth- Boden wurde nur deswegen verkauft, weil sich mittendrin ein Sumpf befindet, dessen Trockenlegung natürlich erhebliche Opfer an Geld und Gesundheit erfordern wird. Dennoch ist es ein guter Kauf, wie auch Chedera seinerzeit ein guter Kauf war, um den es sich lohnte, zu leiden, zu kämpfen — und zu siegen. Hier in der Chawereth- Ebene besteht die Möglichkeit, nicht nur Arbeiter, sondern auch Angehörige des Mittelstandes anzusiedeln, Kleinkapitalisten, denen der N.F. eine Parzelle Pflanzungsboden zur Verfügung stellt, auf der sie sich mit eigenen Mitteln ansiedeln. Das ist die Neuerung, die der N.F. mit diesem neuen Bodenkauf einführen will. So wird sich die tröstliche Botschaft des großen Klagepropheten erfüllen: „Noch einmal werde ich Dich wiedererbauen, und Du wirst erbaut dastehen, Jungfrau Israels! „Noch einmal wirst Du Deine Pauken zur Hand nehmen und in fröhlichem Reigen Dich drehen! „Noch einmal wirst Du Weingärten pflanzen auf den Bergen Schomrons, „Pflanzen werden die Pflanzer und einweihen.“ (Jer. 31; 3—4.) Nur mit einem kleinen Unterschiede: statt der Weingärten Orangengärten, und statt der Berge Schomrons die Tiefebene Schomrons ... Fast genau in der Mitte der Chawereth-Ebene findet sich ein kleiner Hügel. Wir bestiegen ihn, und von oben übersahen wir den gesamten Neukauf des Nationalfonds. Die neuen Böden, an Chedera angrenzend, erstrecken sich bis an den Horizont, soweit das Auge reicht. Und hinter uns, südwärts, nach einer kleinen Unterbrechung, abermals jüdische Böden: Herzlia und Kefar- N a t a n i a , in der Nähe des alten Apollonia, der Hafenstadt zur Zeit von Alexander Jannai, dem Hosmonäer, und Herodes. Und dort, abermals mit einer geringen Unterbrechung, beginnt eine Reihe jüdischer Kolonien von Kefar-Saba bis Petach-Tikva. So zieht sich die jüdische Kolonisation in Schomron südlich von Chedera parallel der Küste, ein wenig landenwärts, hin. Aber auch nördlich von Chedera sind jüdische Siedlungen vorhanden: Benjamina, Sichron-Jakob mit seinen Nachbarsiedlungen, A11 i t h — bis zur Haifa-Bucht. Das sind Flächen, die sich nach Größe und Bedeutung wohl mit dem jüdisch gewordenen Emek messen können. Noch sind die „trennenden Streifen“ im jüdischen Schomron recht zahlreich; aber schon sind überall in der samarischen Tiefebene jüdische Siedlungen verstreut, fast wie um Tel-Awiw herum und im gesegneten Emek. Es ist Pflicht des jüdischen Volkes, bald den Tag herbeizuführen, wo die „trennenden Streifen der Kutäer“ endgültig verschwinden werden; und dann werden wir auch in Schomron einen zusammenhängenden Komplex besitzen, wie in Judäa und im Emek. Die Stunde Schomrons ist gekommen! Und nachher wird auch die Zeit kommen für die Umgebung Jerusalems, für das Südland, für die Hule-Ebene, für den Norden Obergaliläas und für Transjordanien. Auf keinen Teil Palästinas werden wir verzichten. Der Nationalfonds muß sich „ausbreiten ostwärts und westwärts, nach Norden und nach Süden“. Bis heute waren einzelne in Israel reich, und das jüdische Volk war bettelarm. Jetzt endlich muß die Nation als Ganzes vermögend gemacht werden, mit Hilfe a 11 ihrer Söhne, der reichen wie der armen. Denn der Besitz des Nationalfonds ist unser Nationaleigentum, Bodenbesitz unserer zukünftigen Regierung — der Regierung des zukünftigen Jüdischen Nationalheims. Jerusalem, Av 5689. Ein Kalender Unter dem Titel „Das Jahr des Jüdischen Frauenbundes“ hat der jüdische Frauenbund auch heuer wieder einen von Lisbeth Cassirer und Hannah Kaminski mit großer Sorgsamkeit und Liebe zusammengestellten Wochenkalender herausgebracht. Die 52 Illustrationen versuchen in Bildern von sozialer Arbeit und Frauenpersönlichkeiten, jüdischen Kunstwerken und jüdischen Architekten Zeugnisse jüdischen Ausdrucks abzulegen, zur Förderung des Verstehens der Frauen untereinander beizutragen und das mag ihnen auch gelingen, denn Texte und Bilder vermitteln vielseitige Anregung und umfassen jüdisches Leben aus aller Welt. Die Reproduktionen sind in Anbetracht des notwendig kleinen Formates gut; die Satzgestaltung läßt noch manches zu wünschen übrig. Berichtigung Die Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier bitten uns um Aufnahme folgender Berichtigung: In Nr. 20 Ihrer sehr geschätzten Zeitung veröffentlichten Sie einen vom Berliner Tageblatt übernommenen Artikel unter der Überschrift: „Der Stadtrat von Koburg...“, der sich auch mit den Vereinigten Verbänden heimattreuer Oberschlesier E. V. befaßte. Wir haben dem Berliner Tageblatt bereits im Mai d. J. eine Berichtigung übersandt. Dieselbe wurde am 9. Mai d. J. in Nr. 216 des genannten Blattes veröffentlicht. Die Berichtigung hatte folgenden Wortlaut: „Die Zentralleitung der Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier E. V. legt, zu unserem kürzlich veröffentlichten Artikel ,Volksbegehren in Koburg, die seltsame Rolle des Vereins heimattreuer Oberschlesier,* Wert auf die Feststellung, daß sie eine Ortsgruppe in Koburg nicht besitzt.

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