Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 40 (4.10.1929)
- Date
- 1929-10-04
- Page
- Seite 595 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40 Das Jüdische Echo 595 Gegen die Jewish flgency. Der Central-Verein Berlin, 26. September. (JTA.) Der Arbeitsausschuß des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat in seiner Sitzung vom 22. September folgende Entschließung gefaßt: „Die deutschen Mitglieder der Jewish Agency für Palästina, des Initiativkomitees für die Erweiterung der Jewish Agency in Deutschland und das Präsidium des Keren Hajessod veröffentlichen in der Tagespresse einen Aufruf, in welchem behauptet ist, ,daß die Repräsentanten der jüdischen Gemeinschaften aller Länder sich verpflichtet hätten, mit aller Kraft an der Errichtung der jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina mitzuarbeiten/ Hierzu erklärt der Arbeitsausschuß des CV. zur Vermeidung von Mißdeutungen folgendes: 1. Am 24. März 1929 hat der Hauptvorstand des CV. ausdrücklich beschlossen, von der Entsendung von Vertretern in die Jewish Agency abzusehen. Die obige Behauptung trifft also nicht zu. 2. In den zahlreichen Entschließungen unserer Hauptversammlung und des Hauptvorstandes, die unverändert in Kraft sind, hat der CV., unbeschadet seiner Stellung zu Kolonisationsfragen, gegen alle jüdisch-nationalen Bestrebungen Stellung genommen.“ Die Vereinigung für das liberale Judentum Berlin, 23. September. (JTA.) Am 21. September fand in Berlin eine Sitzung des Hauptvorstandes der Vereinigung für das liberale Judentum statt. Nach einem einleitenden Referat des Vorsitzenden der Vereinigung, Herrn Rechtsanwalt Heinrich Stern (Berlin), und einer eingehenden Debatte gelangte folgende Resolution zur Annahme: „Der in der Tagespresse verbreitete Aufruf der deutschen Mitglieder der Jewish Agency und des deutschen Keren Hajessod e. V.: ,Das jüdische Palästinawerk4, ,Hilfe durch Aufbau4 zwingt uns, folgendes zu erklären: Es ist unrichtig, daß, wie in dem Aufruf behauptet wird, die Einigung der Judenheit für den Palästinaaufbau gelungen sei und daß ,die Repräsentanten der jüdischen Gemeinschaften aller Länder4 sich verpflichtet haben, bei der Errichtung der jüdisch-liberalen Heimstätte in Palästina mitzuarbeiten. In Wahrheit steht die große Mehrheit der deutschen Juden dem jüdisch-nationalen Aufbauwerk ablehnend gegenüber, weil sie sich national als Deutsche fühlen und das Judentum ihnen nicht nationale, sondern religiöse Gemeinschaft ist. Deshalb haben große Vereinigungen der deutschen Juden die Beteiligung an der Jewish Agency abgelehnt. Wir beklagen die Opfer der blutigen Unruhen in Palästina aufs tiefste. Jegliche Unterstützung des jüdisch-nationalen Aufbauwerkes lehnen wir ab; als die wahre Aufgabe der Juden erscheint uns die Arbeit an der Verwirklichung der religiös-sittlichen Ideale des Judentums in ihren Heimatländern. Vorstand der Vereinigung'für das liberale Judentum.“ (Solche Beschlüsse konnten nicht ausbleiben, wir werden in der nächsten Nummer noch darauf zurückkommen. D. Red.) I. MÜNCHENER PLISSE BRENNEREI FRANZ GRÖBER, MÜNCHEN Holsaum, Knöpfe, Endeln Kanten, KostUmstlckareien Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 22 9 75 Emile Vandervelde In Nürnberg Das Keren-Hajessod-Komitee Nürnberg hatte am Montag, dem 23. September, zu einem Abend eingeladen, an welchem Herr Emile Vandervelde, der ehemalige belgische Außenminister, und seine Gattin über: „Das jüdische Aufbauwerk und aktuelle Palästinafragen“ sprachen. Herr Dr. Meinhold N u ß b a u m , der Leiter des Abends, begrüßte die in außerordentlich großer Zahl erschienenen Gäste und feierte Herrn Vandervelde als einen der internationalen Politiker der Kriegs- und Nachkriegszeit, der auch an der Mandatsverfassung mitgearbeitet hat. Herr Rabbiner Dr. Freudenthal hieß die beiden Redner upd die Versammlung als Mitglied der Keren-Hajessod-Kommission willkommen. Er betonte, daß die Antwort der gesamten jüdischen Welt auf die schmerzlichen Ereignisse in Palästina ausgedrückt wurde in dem Willen, weiterhin den Aufbau zu unterstützen und das Werk zu vollenden. Gerade der Keren Hajessod hat von Anfang an seine Mittel einem friedlichen Aufbau zur Verfügung gestellt. Sodann ergreift Frau Vandervelde das Wort. Sie schildert den Beginn ihrer Orientreise, zuerst das glänzende, luxuriöse Ägypten mit seinen vornehmen, modernen Hotels, mit seiner Eleganz. Und dann in Palästina das Erlebnis: ein armes, steiniges Land, eine nach europäischen Begriffen arme Bevölkerung, aber Menschen, Men- P-ELZMODZM ■*Y-V ■ >?<£>». ■ BERNHARD BAUCH MÜNCHEN SCHÄFFLERSTRASSE 3 KÄUFINGERSTRÄSSE 25 BRIENNER STRASSE 8