Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 39 (27.9.1929)
- Date
- 1929-09-27
- Page
- Seite 582 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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582 Das Jüdische Echo Nr. 39 1. Die zweite K. G. der Agudas Jisroel gibt ihrem tiefsten Schmerz über die letzten Ereignisse in Palästina Ausdruck. Sie erhebt Protest nicht nur gegen die eigentlichen Verbrecher, sondern auch gegen alle diejenigen, welche durch Nichterfüllung ihrer Pflicht mittelbar das Unglück verschuldet haben. 2. Die K. G. protestiert aufs schärfste gegen jeden Versuch, die jahrhundertealten Rechte des jüdischen Volkes an der Kotei Maarawi irgendwie zu schmälern, der Wand, an welcher seit vielen Generationen das jüdische Volk in heißen Tänen sein Gebet zu Gott ergießt. Die K. G. erklärt, daß jeder Versuch, den bisherigen Rechtszustand des jüdischen Volkes an der Kotei Maarawi zu verschlechtern, den schärfsten Protest der Gesamtjudenheit liervorrufen wird. 3. Die K. G. erlkärt, daß keinerlei Demonstration oder Gewalttaten die Rechte des jüdischen Volkes an Palästina beeinträchtigen können. Es sind dieses von Gott gegebene, geschichtlich begründete Rechte, die niemals Objekt politischer Kombinationen sein dürfen und können. 4. Die K. G. fordert von der englischen Regierung •eine unparteiische genaue Untersuchung aller Geschehnisse und fordert im Namen des beleidigten Rechtes die Bestrafung all derer, die unmittelbar oder mittelbar an den unmenschlichen Verbrechen schuldig sind. Außerdem betrachtet es die Iv. G. als eine selbstverständliche Pflicht der englischen Mandatarmacht, dafür zu sorgen, daß für alle Vermögensschäden völliger Ersatz geleistet wird. Eine Palästina-Kommission und eine Kommission für „Knesses Jisroel“ Die K. G. beschloß, u. a. eine Delegation, bestehend aus drei Großrabbinern und den Herren Jakob Rosenheim und J. M. Lewin nach Palästina zu entsenden, um das dortige orthodoxe Judentum zu vereinen und die bisher der Agudah fernstehenden Kreise für die Idee zu gewinnen. Aufgabe dieser Delegation ist es, einen Ausgleich zu finden zwischen den verschiedenen Strömungen des orthodoxen Judentums und insbesondere die Vereinigung der orthoxen Gemeinden herbeizuführen. Auch der Chinuch-Frage soll die Delegation ihre besondere Aufmerksamkeit zuwenden. Bis zum Eintreffen der Delegation soll eine Chinuch-Zentrale, bestehend aus 12 Personen, die Angelegenheiten des Erziehungswesens in Erez Israel ordnen. Die Lage in Palästina Vollkommene Ruhe in Palästina Jerusalem, 20. September. (JTA.) Aus einer Mitteilung der Regierung geht hervor, daß nunmehr in ganz Palästina vollkommene Ruhe herrscht und daß die Regierung die Lage als so gesichert ansieht, daß sie allen Flüchtlingen ■— einschließlich der Flüchtlinge der Jerusalemer Altstadt — empfiehlt, in die verlassenen Heime zurückzukehren. Eine Ausnahme machen Hebron, Moza und einige wenige verwüstete jüdische Kolonien. Die Behörden haben die Verteilung von Lebensmittelrationen an alle jene Flüchtlinge abgebrochen, denen die Rückkehr in ihre Heime empfohlen werden kann. Verurteilung von Juden wegen Waffenbesitzes Jerusalem, 20. September. (JTA.) Der Kassierer der Haifaer Mühle, Ben Aryah, wurde wegen Waffenbesitzes zu vier Monaten Gefängnis oder 50 Pfund Geldstrafe verurteilt. Er wurde nach Erlegung der Geldstrafe aus der Haft entlassen. Gegen drei Juden in Jerusalem wurde die Anklage wegen Mordes erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, daß sie am Freitag, dem 23. August, als die Araber ihren Massenangriff auf die jüdischen Stadtviertel Jerusalems durchführten, einen Araber in dem Viertel Mea Schearim getötet haben. Zwei jüdische junge Leute Jerusalems wurden zu einem Monat Gefängnis oder je drei Pfund Geldstrafe verurteilt, weil sie während der Unruhen in Jerusalem mit Waffen patrouillierten. Der Anwalt der Angeklagten wies auf eine Entscheidung des Berufungsgerichtes hin, wonach ein Mensch, der angegriffen wird, nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflichtet sei, sich zu verteidigen. „Doar Hayom“ darf wieder erscheinen — Maßnahmen gegen die arabische Hetzpresse Jerusalem, 20. September. (JTA.) Die Redaktion der Jerusalemer hebräischen Tageszeitung „Doar Hayom“, die wegen eines Gedichtes von Reubeni in der vergangenen Woche unterdrückt worden war, hat vom Oberkommissariat die Mitteilung erhalten, daß die Zeitung ab Sonntag, den 22. September, wieder erscheinen dürfe. Aus Kreisen der Regierung wird mitgeteilt, daß die in Jaffa erscheinende arabische Zeitung „El Akdan“ durch eine Regierungsorder unterdrückt wurde, weil sie immer wieder zu Unruhen hetzte. Die Zeitung, die zweimal wöchentlich zu erscheinen pflegte, wurde seit Beginn der Unruhen täglich herausgegeben. Die Jerusalemer arabische Zeitung „Felestin“, die arabische Vergeltungsaktionen gegen die Juden ankündigte, wurde von der Regierung verwarnt, bei gleichzeitiger Mitteilung, daß sie bei Fortsetzung des hetzerischen Tones unterdrückt werden wird. Einwanderung in Palästina Jerusalem, 14. September. (JTA.) Im Monat Juli waren in Palästina laut der jetzt veröffentlichten Statistik 336 Juden, 97 Christen und 8 Moslemiten eingewandert. Im gleichen Monat verließen das Land 182 Juden, 77 Christen und 22 Moslemiten. In den letzten Tagen sind mehrere Hundert Chaluzim aus Polen, Rumänien und anderen Ländern in Palästina eingewandert. Jerusalem, 18. September. (JTA.) Der Dampfer „Asia“ hat gestern 205 Juden, unter ihnen 94 Chaluzim, 42 bemittelte Einwanderer, 32 Touristen und 37 Zurückkehrende nach Jaffa gebracht. Ein Delegierter der Jewish Agency zur Untersuchung der Ereignisse in Palästina London, 19. September. (JTA.) Der bekannte Neuyorker jüdische Anwalt Jonah J. Goldstein, Soll Dir ein langes Leben winken, MtMff Offff a dann mußt Du mJ MmFWU&IJUWBC trinken. Dieses hervorragende Heilwasser aus Adelholzen, der stärksten Rubidiumquelle der Erde, liefern alle Drogerien und Apotheken. Nur wo nicht erhältlich direkte Anfrage an OTTO PACHMAYR G.m.b.H. München Älteste Hauptniederlage Alleinvertretung für München und Umgebung Telephon 27 471/73