Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 39 (27.9.1929)
- Date
- 1929-09-27
- Page
- Seite 581 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 39 Das Jüdische Echo 579 eignisse in ihren respektiven Ländern hervorgerufen haben. Der Präsident hat sich zum Interpreten aller Delegationen gemacht, indem er sich dem schon geäußerten Bedauern über die von den verschiedenen Bevölkerungsteilen erlittenen Verluste an Menschenleben anschloß. Die Kommission hat die der Völkerbundversammlung durch den Ministerpräsidenten Großbritanniens, dem Rat durch den britischen Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten und der sechsten Kommission durch den britischen Delegierten gegebebenen Erklärungen mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Die Vertreter der Mandatarmacht haben die Versicherung abgegeben, daß keinerlei Akt des Terrors oder der Unordnung imstande sein werde, ihre Politik der restlosen Anwendung der Bestimmungen des Mandates, für das sie die internationale Verantwortung vor dem gesamten Völkerbund übernommen hatte, zu ändern. Sie haben fernerhin den Rat, die Versammlung und die Kommission dahin informiert, daß bereits wirksame Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ordnung ergriffen wurden, daß eine Untersuchungskommission ernannt worden ist und daß die Mandatarmacht keineswegs die Absicht hat, Abänderungen an dem durch das Mandat aufgestellten System zu beantragen. Die Kommission zweifelt nicht, daß die seitens der britischen Regierung in Angriff genommene Untersuchung den Völkerbund über die unmittelbaren wie auch fernliegenden Ursachen dieser traurigen Ereignisse aufklären wird und daß die Mandatarmacht gleichzeitig die Verfügungen zur Kenntnis bringen wird, die sie ins Auge fassen will, um diese Ursachen aus der Welt zu schaffen, um der Wiederkehr solcher Ereignisse vorzubeugen und solide Grundlagen für eine zukünftige freie Regierung in Palästina zu legen. Die Versammlung a) erneuert den Ausdruck des Vertrauens, das von den vorangegangenen Versammlungen der Mandatarmacht votiert worden ist; b) (I) äußert ihr tiefes Bedauern über die in Palästina kürzlich vorgekommenen Zwischenfälle, die den Verlust an Menschenleben im Gefolge hatten; (II) äußert ihr volles Vertrauen in die von der Mandatarmacht eingeleitete Untersuchung; (III) hofft bestimmt, daß es der Mandatarmacht gelingen wird, in kürzester Zeit die Ordnung wiederherzustellen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um der Wiederholung solcher Ereignisse vorzubeugen; c) Glaubt unerschütterlich, daß die Institution der Mandate, dank den vereinigten Bemühungen der Mandatarmächte, der Ständigen Mandatskommission und des Rates, das ihr vorgezeichnete zivilisatorische Ideal weiter verwirklichen wird.“ Gelegentlich der Annahme dieser Resolution gab das Mitglied der britischen Delegation, Mrs. Swanwick, folgende Erklärung im Namen der britischen Regierung ab: „Meine Delegation hat mich beauftragt, der Völkerbundversammlung die Dankbarkeit der britischen Regierung für die Art, in welcher die Versammlung die tragischen, letztens in Palästina vorgekommenen Ereignisse behandelt hat, zum Ausdruck zu bringen. Der Ministerpräsident und der Außenminister ‘meines Landes haben diese Frage bereits zur Sprache gebracht. Ich habe ihren Äußerungen nur hinzuzufügen, daß wir den Bericht erwarten, den sie in Aussicht gestellt haben. Wir sehen das uns anvertraute Mandat als eine heilige Pflicht an, und wir werden YEHUDI MENUHIN Das „dreizehnjärige Geigenwunder“ kein Wunderkind, sondern ein Genie, ein Phänomen spielt nur auf ELEKTROLA MUSIKSALON WALTER SOLDAN Theatinerstraße 47 ■ Telefon 25487 Daselbst auch Vorverkauf für das MENU HIN-KONZERT am 10. Oktober es ausführen in diesem Geiste, in dem es uns anvertraut wurde. Wir sind der Ansicht, daß es unsere Pflicht ist, die Völker, die in diesem Mandatsgebiet leben, einander zu nähern, und wir glauben, daß, solange eine Annäherung und Versöhnung dieser Völker nicht stattgelunden hat, die Aufgabe, ihnen ei ne Selbstverwaltung zu geben — was einen Teil unserer Bemühungen in Palästina darstellt — auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben werden muß. Wir haben so viele arabische und jüdische Freunde in den Grenzen unseres Heimatlandes, daß ich hoffen kann, daß wir uns nicht unfähig erweisen werden, diesen Zwist beizulegen. Es handelt sich, wie es der Berichterstatter richtig unterstrichen hat, um zwei Fragen: erstens das unmittelbare Problem der endgültigen Beilegung des letzten Vorfalles und zweitens, das schwere Problem der Untersuchung der f e r n e r l i e g e n d e n Ursachen, zwecks Versöhnung der in dem Mandatsgebiet lebenden Völker. Wir rechnen deshalb mit der Sympathie und Hilfe der Mandatskommission und hoffen, sie nicht umsonst darum gebeten zu haben.“ Dr. Weizmann bei Macdonald Die Forderungen der Exekutive der Jewish Agency an die britische Mandatarmacht London, 24. September. (JTA.) Der Ministerpräsident Großbritanniens, Ramsay Macdonald, empfing am Montag, dem 23. September, vormittags, den Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, Prof. Dr. Ghaim Weizmann, zu einer längeren Besprechung. Dr. Weizmann unterbreitete .Macdonald ein Statement, in welchem die Forderungen der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency an die Mandatarregierung dargelegt werden. Ein Hufriif Ussischkins London, 17. September. Herr M. M. Ussischkin, Leiter des Jüdischen Nationalfonds (Keren Kajemeth Lejisrael), erläßt den folgenden Aufruf: An unsere Brüder und Freunde in aller Welt! Wir haben bei den schweren Ereignissen in Erez Israel Menschen, wir haben Besitz verloren — aber die Arbeit im Lande bleibt bestehen. Die Antwort des ganzen Volkes, ohne Unterschied, muß sein: Der Aufbau wird fortgesetzt. Wir haben nicht nur die Zukunft unseres Volkes mit dem Aufbau verknüpft, sondern wir haben auch die