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Das jüdische Echo · 1929-09-27 · 39 (27.9.1929) · p. Seite 580

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
39 (27.9.1929)
Date
1929-09-27
Page
Seite 580 (sequence 4)
Language
German
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580 Das Jüdische Echo Nr. 39 Cafe Wintergarten Franz Schnabl Vollständig renoviert (mit Parkettboden) neu eröffnet Nachmittags - Konzert Abends Tanz Kapelle Jose Zangelas Zivile Preise Kein Weinzwang Kein Eintritt Tassen und Portionen Kaf/ee werden verabreicht Ehre der Nation eingesetzt. Keine Gegnerschaft und kein Kampf der Meinungen, von welcher Seite sie auch kommen mögen, können den historischen Prozeß aufhalten, die prophezeite „Rückkehr der Söhne in ihr Land“! Als während des Krieges der Heerführer der Türken, Djemal Pascha, unseren Aufbau zerstören wollte, war unsere Antwort die Erlangung der Balfour-Deklaration. Unsere Antwort auf die Opfer des ersten Überfalles im Adar 1920 in Obergaliläa, den Verlust Trumpeldors und seiner Freunde, war die Chaluzbewegung unserer Jugend; die Antwort auf die Opfer von Jerusalem Pessach 1920 war die Ratifizierung der Balfour- Deklaration in San Remo. Nach dem großen Überfall auf Tel-Awiw und die Siedlungen in Judäa,, der viele Opfer forderte, im Mai 1921, war unsere Antwort die Erwerbung und die Besiedlung des Emek — unserer materiellen und geistigen Festung — und die Ausdehnung Tel-Awiws; nach dem Überfall auf Jerusalem im November desselben Jahres wurden als Antwort die neuen Siedlungen nahe bei Jerusalem gebaut; die Antwort auf die große ökonomische Krisis im vorigen Jahre war die Erwerbung und Besiedlung des Tales Scharon und Acco mit der Haifa-Bay. Und unsere Antwort auf diese letzte große Schwierigkeit unserer Kolonisation wird nochmals sein: Arbeit und Aufbau mit verdreifachter Anstrengung, mit größter Schnelligkeit, in weitestem Ausmaße. Neuer Boden, neue Menschen, Menschen und Boden — das ist die Forderung des Volkes und des Landes! Und noch etwas können wir aus diesen Ereignissen lerpen: An allen Orten, wo wir Boden unter unseren Füßen hatten und wo das Land von uns dicht besiedelt ist, blieb der Jischuw unangetastet. Der ganze Emek Jezreel und der Emek Scharon hatten kaum zu leiden. Gleich der erste Zusammenstoß wurde abgewehrt, dieselbe Situation war in Tel-Awiw mit seiner hundertprozentig jüdischen Bevölkerung. In Jerusalem und Haifa waren die Zusammenstöße bereits ernster Natur, da die Bevölkerung dort gemischt ist. Das wirkliche Unglück war in Hebron und in Safed, in Orten, wo die Juden nur eine kleine Minderheit bilden und wo wenig junge und frische Kräfte vorhanden sind. Auch!die landwirtschaftlichen Siedlungen, die besonders betroffen wurden, wie Kastiniah, Hulda u. a., sind klein und liegen vereinsamt. Noch mehr zusammenhängende, möglichst große Flächen zu schaffen, größere Siedlungen zu bauen, ist deshalb unsere Aufgabe. Der Keren Kajemeth muß in dieser Stunde, wie immer, der Pionier des Aufbaues und der Weiterführung der normalen Arbeit sein. Der Monat Tischri, der wichtigste Monat unserer Arbeit, naht. Und ich fordere im Namen der Ehre unseres Volkes von Euch allen eine Antwort: Es darf kein jüdisches Haus auf der ganzen Welt geben, das sich nicht mit einer maximalen Spende an der Erwerbung von neuem Boden in unserem Lande für neue Ansiedlung beteiligt. Jeder Zionist, ob alt oder jung, Mann oder Frau, muß in diesem Monat einen Teil seiner Zeit opfern, um diese Gelder zu sammeln. Er soll nicht nur Geld sammeln, sondern er soll auch gleichzeitig überall hin Aufklärung tragen über das, was in Erez Israel geschehen ist und welches unsere Aufgabe in der Zukunft ist. Unser Volk steht jetzt am Scheidewege: wird es die erforderlichen inneren Kräfte haben, dann wird auch hier wieder der alte Spruch wahr werden: „Meas jeze metek“, dann wird auch bald wieder unser Werk in Frieden weitergehen und, wie einer unserer früheren Bedränger, werden auch die jetzigen ausrufen: „Wie schön sind deine Zelte, Jaakow, und deine Wohnungen, Israel.“ Wenn der Erfolg bei Israel ist, wird er schön sein für das Land, und das Land schön sein für ihn. Ich rufe Euch zum Werk: Ein gutes Jahr und fruchtbare Arbeit! M. M. Ussischkin, London, in der Sitzung des A.-C. und der Jewish Agency, 4. Elul 5689. Die Aktion der Jewish Rgency in Deutschland Berlin, 20. September. (JTA.) Der von den deutschen Mtigliedern in der Jewish Agency gemeinsam mit der Leitung des Deutschen Keren Hajessod erlassene Aufruf, der unter der Devise „Hilfe durch Aufhau“ zu verstärkter und beschleunigter Förderung des Keren Hajessod als des zentralen Finanzinstruments der erweiterten Jewish Agency. aufruft, hat in weiten Kreisen des deutschen Judentums. Widerhall gefunden. Auch aus Kreisen, die dem Palästinawerk bisher zurückhaltend gegenüberstanden, sind auf Grund dieses Aufrufes namhafte Beträge zur Verfügung gestellt worden. Besonders erfreulich ist. daß eine ganze Anzahl der bisherigen Zeichner des Keren Hajessod — Zionisten und Nichtzionisten —■ angesichts der Ereignisse in Palästina über ihre regulären Zahlungen hinaus Sonderbeiträge überwiesen haben. In einer großen Anzahl von Orten haben in den letzten Tagen Konferenzen stattgefunden, an denen die Mitglieder des Initiativkomitees für die Erweiterung der Jewish Agency in Deutschland und der Keren-Hajessod-Komitees teilnahmen, und in denen die Frage der lokalen Durchführung der „Hilfedurch-Aufbau“-Aktion für den Keren-Hajessod eingehend erörtert wurde. Die Keren-Hajessod-Kommission bei der Zionistischen Vereinigung für Deutschland hat beschlossen, allen zionistischen Keren-Hajessod-Zeichnern nahezulegen, für die Aktion „Hilfe durch Aufbau“ als Mindestbetrag einen Barbetrag in Höhe von 25 Prozent ihres regulären Jahresbeitrages zu überweisen. An größeren Sonderbeiträgen erhielt das Jüdische Palästina-Werk (Keren Hajessod) (Bankkonto bei der Deutschen Bandk, Berlin W 8, Mauerstraße 35) in den ersten zehn Tagen nach Erscheinen des Aufrufs fünf Beiträge ä 10 000 RM., drei Beiträge ä 5000

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