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Das jüdische Echo · 1929-09-20 · 38 (20.9.1929) · p. Seite 565

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
38 (20.9.1929)
Date
1929-09-20
Page
Seite 565 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 38 Das Jüdische Echo 565 VORANZEIGE Gastspiel des Moskauer hebr. Künstlertheaters 11.-17. November U ADIMAU im Schauspielhaus H ADIN Mi || durch Gewalt und Gegenbeschuldigung gedient wird. Es ist meine ernsteste Hoffnung, daß nach baldiger völliger Wiederherstellung der Ordnung die kompetenten verantwortlichen Behörden in ihren Bestreben, allen betroffenen Teilen der Bevölkerung Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, in der Lage sein werden, Friede und Zusammenarbeit wieder herbeizuführen. Präs. Hoover weist die arabische Delegation ab Die Mitglieder der arabischen Abordnung versuchten auch eine Unterredung mit dem Präsidenten Hoover herbeizuführen; sie wurden aber vom Präsidenten nicht empfangen, sondern an das Staatsdepartement verwiesen. Nach der Unterredung mit Stimson sprachen die Araber bei Senator Borah, Präsidenten des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten beim Senate, vor. Senator Borah riet der Abordnung, ihre Einwendungen an die Adresse der britischen Regierung zu richten. Hierauf begab sich die Abordnung zum englischen Botschafter, Sir Esme Howard, der ihr den Text der Erklärung vorlas, die der britische Minister Ramsey Macdonald in der Eröffnungssitzung der Völkerbundsversammlung bezüglich Palästinas abgegeben hat. Der jüdische Jischuw an den High Commissioner Waad Leumi, Hauptrabbinat und Agudas Jisroel überreichen Chancellor ein gemeinsames Memorandum Jerusalem, 8. September. (JTA.) Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat Palästinas), Hauptrabbinat und Agudas Jisroes in Palästina haben gemeinsam dem Oberkommissar, Sir John Chancellor, ein Memorandum unterbreitet, in welchem die Nöte und die Sorgen des jüdischen Jischuws in Palästina im Zusammenhang mit den letzten tragischen Ereignissen dargelegt, Klage gegen die Schuldigen erhoben und Sicherheit für die Zukunft verlangt wird. Noch ist die Zeit nicht gekommen, heißt es in dem Memorandum, um überall das Entsetzliche zusammenfassend zu berichten, das wir in den letzten zehn blutigen Tagen erfahren haben, Tage, in denen ein großer Teil der Arbeit zweier Generationen zerstört, 130 unserer Brüder ermordet und weitere Hunderte verletzt wurden. Und noch haben wir nicht die Gewißheit, daß dieses Kapitel der Greuel abgeschlossen ist. Noch immer gehen uns Tag und Nacht Berichte zu von neuen Opfern in immer anderen Orten, die ständiger Bedrohung ausgesetzt sind. Wir, die Repräsentanten des Jischuws, halten es für unsere Pflicht, gegenüber Eurer Exzellenz, anläßlich Ihrer Rückkehr in das Land, unserer Meinung Ausdruck zu geben, Ihnen unsere Schlußfolgerungen, zu denen wir bei der Beurteilung der Bluttaten und Zerstörungen gekommen sind, darzulegen, unsere dringenden Forderungen an Sie zu stellen: Erstens: Seit langer Zeit wird eine offene und eine verborgene Propaganda in diesem Lande betrieben, in der zu Angriffen gegen die Juden, die einer Arbeit des Friedens und des Aufbaus obliegen, gehetzt wird. Im Jahre 1921 wurde der mohammedanischen Bevölkerung eingeredet, daß ihr Eigentum und ihre Frauen gefährdet seien. Jetzt haben die Agitatoren die Klagemauer zum Anlaß einer Hetze genommen, weil sie wußten, daß sie es auf religiösem Gebiete leicht haben würden, die Massen aufzuwiegeln. Einer der Haupthetzer bei den Jerusalemer Pogromen des Jahres 1921 war der später zum Chef des Council der moslemitischen Bevölkerung durch die Regierung ernannte heutige Mufti von Jerusalem. Diesmal tritt er in der Rolle des Beschützers der heiligen Grundlagen des Moslemitentums gegen unsere vermeintlichen Angriffe auf. Diese Propaganda hat sich vor den Augen *der Regierung abgespielt und wurde von einer gutorganisierten Behörde geleitet; die Regierung aber, die verantwortlich ist für die Ordnung im Lande und für die Sicherheit seiner Bewohner, hat nichts getan, um diese gefährliche Propaganda zu hemmen und ihre Folgen zu verhindern. Diese eigentümliche Gleichgültigkeit seitens einer modernen und starken Regierung, die, wenn sie will, ihre Macht zu gebrauchen weiß, stärkt in uns die Überzeugung, daß sich in Regierungskreisen Elemente befinden, die an einer solchen Propaganda interessiert sind, sowie auch daran, einen Zwiespalt zwischen den dieses Land bewohnenden Völkern hervorzurufen. Zweitens: Seit dem Skandal an der Klagemauer am Versöhnungstage des letzten Jahres, der die Empörung der gesamten jüdischen Welt erregt hat, weil sie in dieser auf Befehl des Gouverneurs von Jerusalem ausgeführten Handlung eine eklatante Verletzung der religiösen Gefühle der Judenheit erblickte, haben wir immer wieder die Regierung vor der den Frieden des Landes bedrohenden Gefahr gewarnt. Die Haltung des Ignorierens und der Beleidigung gegenüber den Juden hat den Mut des Beleidigers gestärkt. Die Regierung erhöhte und beschleunigte die Gefahr, als sie die Erlaubnis erteilte, Bauarbeiten an der Klagemauer aufzuführen und dann wieder erlaubte, eine neue Tür zu öffnen, die den Platz vor der Mauer zu einem öffentlichen Verkehrsweg machte. Drittens: Die Regierung hat nicht das geringste getan — weder vor, noch nach den Ereignissen, noch bis zu diesem Tage —, um öffentlich den Verleumdungen entgegenzutreten, die die Unruhestifter unter der arabischen Bevölkerung verbreiteten, und um der Wahrheit über die Haltung des Friedens und Respekts, die der Jischuw stets gegenüber dem arabischen Volke und ihren heiligen Stätten bekundet hat, zum Durchbruch zu verhelfen.

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