Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1929-09-20 · 38 (20.9.1929) · p. Seite 563

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
38 (20.9.1929)
Date
1929-09-20
Page
Seite 563 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/9072829-9103083-9176084--09780-9082689
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 38 Das Jüdische Echo 563 General Motors Automobile LORIN/ER & CO Nymphenburger Straße128/ Telephon 61836 Chevrolet 6 Zylinder Die hebräische Tageszeitung „Doar Hayom“ konfisziert Jerusalem, 13. September. (JTA.) In der Nacht von Donnerstag zu Freitag erschien der Gouverneur von Jerusalem, Major Keith Roach, in Begleitung einer großen Polizeieskorte im Hause der Jerusalemer hebräischen Tageszeitung „Doar Hayom“, veranlaßte eine eingehende Untersuchung der ganzen Betriebsanlage und beschlagnahmte alle Exemplare der eben fertiggewordenen Freitag-Ausgabe der Zeitung. Er ließ dann das Haus durch Wachen besetzen. Schon während des Donnerstags war in Jerusalem das Gerücht im Umlauf, daß die Behörden gegen „Doar Hayom“ wegen eines in dieser Zeitung erschienenen Gedichtes von Reubeni vorzugehen gedenken, aber niemand erwartete, daß der Gouverneur persönlich eine aufsehenerregende Mitternachtsaktion unter großem Aufwand inszenieren werde. Am gleichen Tage, an dem die Aktion gegen „Doar Hayom“ durchgeführt wurde, brachte die arabische Tageszeitung „Felestin** einen Artikel, in welchem den Juden für den Fall, daß sie auf ihren Forderungen der Bestrafung der Schuldigen, des Schadenersatzes, der Legalisierung ihrer Selbstwehr usw. weiterbestehen, ein Blutbad angedroht wird. Die Behörden haben aber gegen „Felestin“ nichts unternommen, obwohl Artikel im „Felestin“ und Aufsätze in anderen arabischen Zeitungen den Aufruhr predigen. Arabische Studenten, die einen Appell zur Boykottierung jüdischen Handels und jüdischer Industrie Unterzeichneten, wurden unter der Beschuldigung der Verbreitung aufrührerischer Propaganda verhaftet. Luke ist über die Massakers in Safed entsetzt Jerusalem, 10. September. (JTA.) Der Chefsekretär der Palästinaregierung, Herr Luke, besuchte gestern die Stadt Safed. Von dort kam er nach Haifa. Hier erklärte er Vertretern der Presse, daß der Anblick der Stadt Safed in ihm Entsetzen hervorgerufen hat. Er habe tiefstes Mitgefühl mit den Opfern. Die Regierung, sagte er, werde ihr Möglichstes tun, um der Verbrecher habhaft zu werden und sie streng zu bestrafen. Auch werde die Regierung den Einwohnern helfen, die Stadt wieder aufzubauen, in der mehr als 60 Wohnhäuser, ferner 40 Warenläden und 12 größere Warenhäuser niedergebrannt worden waren. 800 000 Dollar für den Nothilfsfonds in Amerika aufgebracht N e u y o r k , 13. September. (JTA.) Der „Palestine Emergency Fund“ (Nothilfsfonds für Palästina) hat bis heute, in den Vereinigten Staaten 800 000 Dollar aufgebracht. Die Sammlungen werden intensiv fortgesetzt. Deutsche Neuwäscherei O.m.h. H. FELIX BRAND VE R MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr-23708 Spezial-Dampfwaschanstalt nur Herren-Stärkwäsche Annahmestelle auch Jägerstr. 16 / Augsburg A. 432 vord. Lech Eine Abordnung des Zionistischen Aktions-Komi** tees und der Jewish Agency im britischen Kolonialamt Lord Passfield bekräftigt nochmals das Festhalten Englands am Mandat London, 15. September. (JTA.) Am vergangenen Donnerstag erschien eine Abordnung des gegenwärtig in London tagenden Zionistischen Aktions-Komitees und des Administrativ-Komitees der Jewish Agency im britischen Kolonialamt und wurde vom Kolonienminister, Lord Passfield, empfangen. Das Kolonialamt gibt hierüber das folgende Kommunique aus: Der Staatssekretär für die Kolonien hat eine Abordnung des Administrativ-Komitees der Jewish Agency und des Zionistischen Aktions-Komitees empfangen, die sich aus folgenden Herren zusammensetzte: d’Avigdor Goldsmid, Professor S. Brodetsky, Miß Nettie Adler, M. Dizengoff (Bürgermeister von Tel-Awiw), M. M. Ussischkin, Farbstein (Mitglied des polnischen Sejm), L. Motzkin, Dr. Max Soloweitschik (früher Minister für jüdische Angelegenheiten der litauischen Regierung), Gedaliah Bublik (Neuyork) und Ochberg (Südafrika). Im Namen der Abordnung äußerten sich die Herren Goldsmid, Prof. Brodetsky und der Bürgermeister von Tel-Awiw, Dizengoff, mit Anerkennung über das schnelle Handeln der englischen Regierung anläßlich der letzten Krisis in Palästina. Die Mitglieder der Abordnung betonten jedoch die Notwendigkeit, die Tatsache zu klären, wie es kommt, daß nach acht Jahren des Friedens ein solcher Ausbruch der Leidenschaften überhaupt möglich werden konnte. Die Mitglieder der Delegation, die eine große Zahl der mit der Frage der Einwanderung nach Palästina und mit den Kapitalinvestitionen in diesem Lande unmittelbar verbundener Juden repräsentiert, wünschten, von der Regierung die Versicherung zu erhalten, daß in der Zukunft Ruhe und Ordnung in einer Weise gesichert sein werden, daß die Möglichkeit gegeben sein wird, alle Freunde des Aufbauwerkes in Palästina und alle jene, die diesem Werke sympathisch gegenüberstehen, aufzufordern, ihre Anstrengungen zugunsten des Aufbaus des Jüdischen Nationalheims in Palästina zu verstärken. Der Bürgermeister von Tel-Awiw, Herr Dizengoff, wies darauf hin, daß in normalen Zeiten gute Beziehungen zwischen Juden und Arabern herrschen, und sprach die Hoffnung aus, daß diese guten Beziehungen schnellstens wieder angeknüpft werden würden. Der Staatssekretär für die Kolonien, Lord Passfield, erklärte, es könne keine Rede davon seitj. daß die englische Regierung sich vom Palästina- Mandat zurückziehen oder von der in der Balfour-Deklaration zum Ausdruck gekommenen Politik, in Palästina ein Nationalheim für das jüdische Volk zu schaffen, abweichen werde.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.