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Das jüdische Echo · 1929-09-13 · 37 (13.9.1929) · p. Seite 548

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
37 (13.9.1929)
Date
1929-09-13
Page
Seite 548 (sequence 6)
Language
German
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548 Das Jüdische Echo Nr. 37 zusammengetroffen, alle versicherten mir ihre freundliche Beziehung zu uns. Auch der französische Premier Briand hat mir gegenüber in sehr klaren Worten seiner Sympathie für unsere Sache und seinem Bedauern über die Geschehnisse Ausdruck gegeben und gleichzeitig die Versicherung abgegeben, daß alle notwendigen Schritte zur Verhinderung von Unruhen, die von der Richtung der syrischen Grenze drohen könnten, seitens der französischen Regierung unternommen wurden. Dr. Weizmann erklärte zum Schlüsse, die Deklaration, die in der gestrigen Sitzung des Völkerbundrates seitens der Repräsentanten der verschiedenen Mächte hinsichtlich der Geschehnisse in Palästina gegeben wurden, hätten ihn befriedigt. Es fiel ihm nur auf, daß der Repräsentant Italiens, der sich ebenfalls an der Debatte über den Bericht der Mandatskommission beteiligt hatte, die Geschehnisse in Palästina seinerseits nicht erwähnt hat. Wir sehen, schloß Dr. Weizmann, den Resultaten der Arbeit der Untersuchungskommission mit Geduld entgegen. Sir Herbert Samuel und das palästinensiche Oberkommissariat Berlin, 9. September. (JTA.) „Tempo“ und andere Zeitungen haben mitgeteilt, daß Sir Herbert Samuel, der frühere Oberkommissar für Palästina, der auf der Reise von Karlsbad nach London in Berlin eingetroffen ist, von Macdonald nach London gerufen wurde, um mit ihm wegen der Übernahme seines alten Postens zu verhandeln. — Sir Herbet Samuel ersucht die Jüdische Telegraphen-Agentur, mitzuteilen, daß eine neuerliche Übernahme des Oberkommissariats für Palästina durch seine Person nicht zur Diskussion steht. Palästina vor dem Völkerbund Genf, 6. September. (JTA.) Am Freitag, dem 6. September, nachmittags, trat der Völkerbundsrat in die Behandlung des Tätigkeitsberichtes der Mandatskommission über ihre letzte Tagung, in der sie sich auch mit dem Bericht der britischen Mandatarmacht und dem Memorandum der Zionistischen Organisation über die Arbeit in Palästina im Jahre 1928 befaßt hat. Der Berichterstatter über den Palästinabericht Procope (Finnland) sprach das Bedauern des Völkerbundrates über die ernsten und traurigen Vorgänge in Palästina aus und gab der Sympathie für die Opfer Ausdruck. Hierauf ergriff der britische Außenminister Henderson das Wort und führte u. a. aus: Die ernsten Zwischenfälle haben sich während meiner Abwesenheit von London ereignet, so daß ich nicht in direktem Kontakt mit den verantwortlichen Ministern gewesen bin. Ich habe indessen die nötigen Informationen eingezogen. Die Unruhen begannen in Jerusalem am 16. August, und der erste Verlust an Menschen geschah am folgenden Tage. Am 23. August forderte die Verwaltung Militärverstärkungen von außerhalb. In der Nacht vom 23. bis 24. August griffen die Unruhen auf die Orte außerhalb Jerusalems über. Meine letzte Information datiert vom 31. August. An diesem Tage betrug die Zahl der Opfer: getötet 83 Mohammedaner, 4 Christen, 109 Juden; verwundet und im Hospital 122 Mohammedaner, 10 Christen, 183 Juden. Es kann gesagt werden, daß die Unruhen im allgemeinen beendet sind, wenn auch noch nicht überall volle Ordnung herrscht. Der Der Belagerungszustand ist nicht erklärt, und die Schuldigen sollen vor die Zivilgerichte gestellt werden. Es ist zwar möglich, daß auch außerordentliche Zivilgerichte eingesetzt würden, jedoch sollen keine Militärgerichte mit der Behandlung der Angelegenheit betraut werden. Die Regierung wird ferner eine parlamentarische Untersuchungskommission aus vier Mitgliedern einsetzen lassen, nämlich einem Richter und je einem Vertreter der drei großen Parteien. Die britische Regierung, schloß Henderson, habe nicht im Sinne, das Mandat oder seine Natur neu zu prüfen. Sie halte an der früheren Politik fest, das heißt an der Grundlage der Balfour-Deklaration von 1917, in der die Errichtung des Jüdischen Nationalheims in Palästina vorgezeichnet ist. Wenn der Bericht der Untersuchungskommission vorliegen wird, werde die Regierung entscheiden, welche Maßnahmen zu treffen seien, um für die Zukunft die Wiederkehr ähnlicher Ereignisse unmöglich zu machen. Vom deutschen Komitee pro Palästina Eine Erklärung von Graf Bernstorff Genf, 4. September. (JTA.) Graf Bernstorff, Präsident des Deutschen Komitees pro Palästina, der an der Tagung des Völkerbundes in Genf teilnimmt, hat am 4. September der Presse die folgende Erklärung übergeben: „Das Deutsche Komitee zur Förderung der jüdischen Palästina-Siedlung nimmt naturgemäß an dem Gang der Ereignisse in Palästina den lebhaftesten Anteil. Wir sind schmerzlich bewegt und tief betroffen durch den Verlust von Menschenleben und die Vernichtung jüdischer Siedlungen, die in friedlicher Arbeit geschaffen worden sind. Wir hoffen, daß alles geschehen wird, um Ruhe und Ordnung schnellstens wiederherzustellen. Die Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina darf durch die gegenwärtigen Unruhen in keiner Weise beeinträchtigt werden. Gerade in den letzten Wochen ist die Erweiterung der Jewish Agency durch Verbindung der Vertreter der Judenschaften der ganzen Welt mit der Zionistischen Organisation zur Tatsache geworden. Damit hat sowohl die politische wie die wirtschaftliche Basis des Siedlungswerkes eine erhebliche Verstärkung erfahren und es kann daher keinem Zweifel unterliegen, daß alles geschehen wird, um den Fortschritt der Kolonisation in Zukunft zu beschleunigen. Es handelt sich, wie wir immer betont haben, um ein Werk der Gesittung und des Friedens, das unter der Garantie des Völkerbundes steht und die Sympathie der gesamten Kulturwelt genießt. Erfreulicherweise hat die Zionistische Organisation auch in diesem Augenblick ihren Willen zur Verständigung mit dem arabischen Volk deutlich zum Ausdruck gebracht; man darf hoffen, daß die Mandatarmacht und der Völkerbund, die zur Durchführung der Balfour-Deklaration verpflichtet sind, das Verständigungswerk aktiv fördern werden. |J!. .iG Schritte beim englischen Botschafter in Berlin Berlin, 9. September. (JTA.) Herr Oskar Wassermann hat die von den deutschen Mitgliedern der Jewish Agency angenommene Resolution I. MÜNCHENER PLISSE-BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN Holsaum, Knöpfe, Endeln Kanten.KostUmstlckereien Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 22 9 75

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