Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 37 (13.9.1929)
- Date
- 1929-09-13
- Page
- Seite 547 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37 Das Jüdische Echo 547 kutive in London hatte bei der Regierung der Mandatarmacht wiederholt energische Vorstellung erhoben, mit dem Ziele einen angemessenen Schutz für die jüdische Gemeinschaft, sofortige Wiederherstellung der Ordnung, Bestrafung der Schuldigen, Hilfe an die Betroffenen, Entschädigung für den Verlust von Leben und Eigentum und eine neue Bestätigung der Politik des Palästina- Mandates zu sichern. Diese Bemühungen wurden vom Marquis of Reading und Lord Melchett beträchtlich unterstützt; Hand in Hand mit der Exekutive erhoben sie Vorstellungen bei der Regierung. Der Staatssekretär für die Kolonien gab die Zusicherung, daß sofort Schritte ergriffen werden würden, um die Ordnung wiederherzustellen und die Ursachen des Aufruhrs durch eine Untersuchung festzustellen; die zu diesem Zwecke ernannte Untersuchungskommission würde sich in ganz kurzer Zeit nach Palästina begeben. Dr. Weizmann hatte in Genf eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Macdonald. Lord Melchett führte dann aus, er vertraue darauf, daß der bei den jüngsten Unruhen entstandene Schaden entweder durch die britische oder durch die Palästinaregierung wieder gutgemacht werden würde. Allgemein herrscht ein Gefühl der Scham über das vollkommene Versagen der britischen Administration in Palästina vor; die Untersuchungskommission werde zweifellos die Ursachen dieses Versagens aufdecken. Er halte es für unbedingt notwendig, daß die Zionistische Organisation bei den von der Untersuchungskommission anzustellenden Verhören durch einen Anwalt vertreten sein solle und daß auch die von ihr gestellten Zeugen verhört werden. Er halte es für notwendig, daß alle viel energischer ihre Kräfte für Palästina einsetzen, als sie es.bisher getan haben; er persönlich sei bereit, das Äußerste nach dieser Richtung zu tun. Vor allem sei es notwendig, die Einwanderung nach Palästina zu erhöhen. Er beabsichtige, bei einer baldigen Gelegenheit wiederum das Land zu besuchen, um die Lage zu studieren. Harry Sacher sprach Lord Melchett den Dank der Versammlung aus für die von ihm geleistete politische und finanzielle Hilfe im Verlauf der jetzigen Krise. Die um 10.30 Uhr vormittags eröffnete Sitzung vertagte sich um 2 Uhr nachmittags. — Inzwischen sind weitere Mitglieder des Aktionskomitees und des Administrativ-Komitees in London eingetroffen, so u. a. der Präsident der Z. V. f. D., Herr Kurt Blumenfeld. - Welzmann bei Macdonald und Briand Genf, 8. September. (JTA.) Professor Dr. Chajim Weizmann, Präsident der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, hatte am 6. September nachmittags eine längere Unterredung mit dem englischen Ministerpräsidenten Macdonald. Er besuchte dann auch Herrn Aristide Briand und traf sich auch noch mit mehreren anderen führenden politischen Persönlichkeiten. Er erklärte dem JTA-Vertreter, daß er vom Ergebnis der Unterredung befriedigt sei. Dr. Weizmann über sein Zusammentreffen mit den Staatsmännern in Genf Genf, 8. September. (JTA.) Professor Dr. Chajim Weizmann, der Präsident der Jewish Agency, der sich am 7. September abends, von Genf nach London begeben hat, um an den Sitzungen des Aktionskomitees und des Administrativ-Komitees teilzunehmen,* erklärte vor seiner Abreise dem JTA-Vertreter, es sei nun die Erwartung berechtigt, daß die britische Regierung eine Änderung ihrer Politik gegenüber dem Jüdischen Nationalheim in Palästina in dem Sinne eintreten lassen wird, daß sie das Mandat und die Balfour-Deklaration nach ihrem Geiste und ihren Buchstaben verwirklichen und nach dieser Richtung sofort aktive Schritte unternehmen wird. Die Politik der Palästina-Administration, sagte Dr. Weizmann weiter, war bis jetzt nicht dazu angetan, uns Zionisten zufriedenzustellen. Zur Ermöglichung des Aufbaus des Jüdischen Nationalheims in Palästina muß die Regierung eine erhöhte jüdische Einwanderung ins Land gestatten. Die Frage einer erhöhten Einwanderung bildet aber nur einen Teil der allgemeinen Palästinapolitik der Regierung, die nun auf neue Bahnen gelenkt werden muß. Meine gestrigen Unteredungen mit dem britischen Premierminister Macdonald und mit Lord Cecil (Viscount Chelwood), sowie meiner heutigen Unterhaltung mit dem Minister des Äußeren Henderson haben mich von der freundlichen Beziehung der Regierung zum Nationalheim überzeugt. Es müssen aber die Resultate und Schlußfolgerungen der Untersuchungskommission, die mit der Erforschung der unmittelbaren Ursachen der Unruhen betraut worden war, abgewartet werden. Ich bin in Genf noch mit einer Reihe politischer Persönlichkeiten verschiedener anderer Länder P£LZMOD£N » -s ' BERNHARD BAUCH MÜNCHEN SCHÄFFLERSTRÄSSE 3 KÄUFINQERSTRÄSSE 25 BRIENNER STRÄSSE 8