Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 36 (6.9.1929)
- Date
- 1929-09-06
- Page
- Seite 533 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 36 Das Jüdische Echo 533 General Motors Automobile Chevrolet LORIN/ER & CO 6 Nymphenburger Straße128 / Telephon 61836 Zylinder das jüdische Viertel angegriffen und in demselben ein Blutbad angerichtet worden war. Als das Gemetzel vorüber war, wurden 3000 Juden aus ihren Wohnungen evakuiert und nach den Polizeibarakken gebracht. Der Rest der jüdischen Gemeinde von Safed mußte in der gefährdeten Stadt gelassen werden, wo es an Kräften fehlte, sie zu schützen. Eine Anzahl Juden, die in die Baracken gebracht wurden, haben sich dem Sicherheitsdienst zur Verfügung gestellt und baten um Waffen, um zur Stadt zurückzukehren und ihre gefährdeten Brüder zu schützen. Das wurde nicht gestattet. Nach stundenlangen Verhandlungen setzte man durch, daß dem Arzt, der sich an die gefährdeten Punkte zur Hilfeleistung an Verwundete begab, eine Eskorte beigegeben wurde. Die Lage im nördlichen Galiläa Jesod Hamaalah ausgeplündert Jerusalem, 2. September. (JTA.) Die Kolonisten von Jesod Hamaalah im nördlichen Galiläa wurden wiederholt von Araberschwärmen angegriffen, die in den letzten Tagen an den Jordanübergängen herumstreiften, ohne daß sie durch Truppen irgendwie gestört worden waren. Schließlich wurde die Kolonie evakuiert, woraufhin die Araber in das schutzlos gebliebene Dorf eindrangen und es ausplünderten. Die Plünderung dauerte die ganze Nacht hindurch, aber nicht ein einziger Soldat der Besatzung machte den Versuch, dem Treiben Einhalt zu gebieten. Jerusalem, 3. September. (JTA.) Nachdem die jüdische Kolonie Jesod Hamaalah in der Nähe von Safed nach schwerem Kampfe mit angreifenden Arabern auf militärische Anordnung evakuiert worden war, und nachdem die schutzlos gebliebene Kolonie von den Arabern ausgeplündert wurde, ist nun der männlichen Einwohnerschaft von Jesod Hamaalah gestattet worden, in die Kolonie zurückzukehren. Bei den Kämpfen um Jesod Hamaalah, die von den Kolonisten und britischen Truppen gegen die Araber verteidigt wurde, wurden — wie jetzt von britischer militärischer Seite mitgeteilt wird — 14 Araber getötet. Bei den Kämpfen um die Kolonie Mischmar Hajarden wurden zwei Araber getötet. Versöhnungswillen bei Arabern und Juden? Die Zionistische Exekutive betraut den Waad Leumi, einen Weg ausfindig zu machen Jerusalem, 30. August. (JTA.) In prominenten arabischen Kreisen machen sich Zeichen eines Versöhnungswillcns bemerkbar. Im Hinblick darauf beschloß die Zionistische Exekutive Palästinas, den Waad Leumi damit zu betrauen, einen Weg zu suchen, auf welchem ein Verständnis angebahnt werden kann. Der Waad Leumi erließ wiederum eine Proklamation, die das Ziel verfolgt, beruhigend auf die noch aufgeregte öffentliche Meinung zu wirken. Der unerfreuliche Zwischenfall vom Donnerstag, bei welchem ein Araber durch Juden getötet wurde, hat sich so abgespielt, daß der Araber, der sich auf dem Wege zum deutschen Krankenhaus befand, mit einem vorbeigehenden Juden Streit anfing und dann von der sich ansammelnden aufgeregten Menge getötet wurde. Arabische und jüdische Führer bemühen sich, die Ruhe in Tiberias zu erhalten Jerusalem, 3. September. (JTA.) In der Stadt Tiberias, die eine große jüdische Gemeinde beherbergt, herrscht nach wie vor Ruhe. Die Nervosität der letzten Woche, die sich nach dem Unglück von Safed noch steigerte, hat einer ruhigeren Auffassung Platz gemacht. Arabische und jüdische Führer, unter ihnen der Mufti und die Rabbiner von Tiberias, haben eine gemeinsame Beratung abgeh'alten und beschlossen, ihren ganzen Einfluß aufzubieten, um den Frieden in Tiberias zu erhalten. Der Mufti von Tiberias erließ eine Proklamation, in der er seine Gemeinde dringend ermahnt, die Ruhe zu bewahren. Eine gleiche Proklamation erließen die Rabbiner an die jüdische Gemeinde. Ein Aufruf der Jewish Agency London, 29. August. (JTA.) Die Jewish Agency hat einen Aufruf an das Judentum erlassen, der von Dr. Weizmann als dem Präsidenten der Jewish Agency, Lord Melchett als dem Vizepräsidenten des Council, und Felix M. Warburg als dem Vorsitzenden des Administrativ-Komitees der Jewish Agency unterzeichnet ist. In dem Aufruf wird an das jüdische Volk appelliert, sich gerade in diesem Augenblick, wo soviel Unglück über den jüdischen Jischuw in Palästina hereingebrochen ist, stark an dem Aufbau Palästina zu beteiligen und so der Welt zu zeigen, daß der Wille des jüdischen Volkes, Erez Israel wieder aufzubauen, unerschüttert bleibt, und weder Terror noch Gewalt weicht. Das jüdische Blut, mit welchem in den letzten Tagen der Boden Palästinas getränkt worden ist, redet zu uns und fordert von uns, die Arbeit für das Land in der Zukunft zu verstärken. Die verantwortlichen Leiter der Jewish Agency haben schleunigst die notwendigen Schritte getan, um Entschädigung für die Zerstörungen und Beraubungen, Bestrafung der Schuldigen, Entlassung der schuldigen oder ihrer Aufgabe nicht gewachsenen Beamten, eine gerechte Lösung des Klagemauerproblems, erneuerte und erhöhte jüdische Einwanderung, und eine unmißverständliche Politik der Mandatsregierung in der Frage des Wiederaufbaus und der Sicherung Palästinas durchzusetzen. kaufen, nehmen Probe Sie eine Wein im Keller Bevor Sie Fernsprecher 370840 Freie Stadtzustellung Heinrich Höchftl Tengstraße 6