Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 35 (30.8.1929)
- Date
- 1929-08-30
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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522 Das Jüdische Echo Nr. 35 Die Lage am Dienstag — Die Angriffe der Araber dauern an — Die Kolonie Castinah hat schwer gelitten Kairo, 27. August. (JTA.) Nach telephonischen Meldungen aus Jerusalem und den übrigen Teilen Palästinas war die Lage am Qienstag morgen unverändert. Die Araber erneuern ihre Angriffe an verschiedenen Punkten. In jeder Stunde erfährt man über neue arabische Angriffe. Die neue jüdische Kolonie Castinah, die isoliert liegt, wurde von Arabern angegriffen. Bei der Abwehr des Angriffes wurden 5 Mitglieder der Kolonie getötet. Angriffe von Arabern auf Juden in Haifa haben sich heute wiederholt. Vier Juden wurden getötet, 57 Juden verwundet. Die britischen Militärpersonen helfen die Angriffe abwehren, aber sie stören auch die Selbstverteidigung der Juden. Die Araber griffen die Kolonie Mischar Haemek an und wurden zurückgeschlagen. Die Kolonie Chulda in Judäa ist von den Bewohnern geräumt worden. Aus verschiedenen Teilen des Landes treffen Nachrichten ein, daß die Araber jüdische Synagogen zerstören und niederbrennen. In mehreren Fällen hat arabische Polizei an diesem Zerstörungswerk teilgenommen. Die Lage am Dienstag mittag — Die Verwundeten von Hebron nach Jerusalem gebracht Jerusalem, 27. August. (JTA.) In der Kolonie Nahalal ist die Stimmung eine gute. Die Kolonisten fühlen eine gewisse Sicherheit; die Kolonie ist von den Arabern nicht wieder angegriffen worden. Die hohe Aufgabe des Händlers ist es, aus der Vielheit der Erzeugnisse das auszuwählen, was den Wünschen seiner Käufer am meisten entspricht. Deshalb können Sie bei uns unter Instrumenten wählen, die wir selbst seit Jahren als gute und bewährte Marken erprobt haben. Flügel«Pianos Harmoniums Wir bieten Ihnen gerne günstige Zahlungsbedingungen. Besuchen Sie uns bitte. Pianohaus Carl Hirsch am Sendlingeriorplaiz München / Lindwurmstrabe 1 Mehrere jüdische Familien der Jerusalemer Vorstadt Rechawjia wurden in den Häusern der benachbarten christlichen Missionen untergebracht. Das Haus des Groß-Mufti von Palästina wird ständig von vier Polizisten bewacht. Alle Juden der Jerusalemer Altstadt haben sich in einem Stadtviertel konzentriert, um besser Angriffen standhalten zu können. Die zahlreichen Verwundeten in Hebron wurden nach Jerusalem gebracht, wo besser für ihren Schutz gesorgt werden kann. Am Dienstag trafen die Verwundetentransporte in Jerusalem ein. Der Anblick der Verwundeten ist grauenvoll. Jüdische junge Leute bewachen ununterbrochen das moslemitische Minarett, das sich in unmittelbarer Nähe des Jerusalemer jüdischen Viertels Sichron Mosche befindet. Die ganze aufrührerische arabische Bewegung beschränkt sich auf moslemitische Araber; die christlichen Araber nehmen diesmal an den Angriffen auf die Juden nicht teil. Bei den antijüdischen Unruhen im Jahre 1921 haben sich christliche Araber an den Angriffen auf die Juden beteiligt. Bei den Angriffen auf die jüdische Einwohnerschaft von Jerusalem sind die in Jerusalem wohnenden Moslemiten weit weniger als die Araber der Umgegend, besonders die aus Lifta beteiligt. Die Lifta-Araber waren auch diejenigen, die die Angriffe am Freitag durchführten. Sie marschierten bewaffnet in einer langen Prozession durch die Hauptstraße (Jaffa-Road). Dr. v. Weisl und Ben Avi wurden in dieser Straße als die ersten überfallen und durch Messerstiche verletzt. Als die Prozession dann bei dem jüdischen Viertel Mea Schearim anlangte, stellte sich ihnen die jüdische Selbstwehr entgegen, um die jüdische Einwohnerschaft vor den Eindringlingen zu schützen, Sofort eröffneten die Araber aus Lifta die Angriffe; dabei kam es zu den ersten schweren und verlustreich verlaufenen Kämpfen. Der Palästinaregierung gelang es noch nicht, die Rädelsführer der arabischen Revolte zu fassen. Informationen der Zionistischen Exekutive — Niedergebrannte Siedlungen — Doppelzüngigkeit der oberen Behörden London, 27. August. (JTA.) Die Zionistische Exekutive erhielt am Dienstag, dem 27. August, Telegramme aus Palästina, in denen von ernsten Zusammenstößen in verschiedenen Teilen des Landes die Rede ist. Es wird noch folgendes mitgeteilt: In der Nähe von Jerusalem wurden mehrere kleinere jüdische Siedlungen von den Arabern niedergebrannt, so die landwirtschaftliche Mädchenfarm Meschek Poalot, das Dorf Artuff, Kfar Uria, Emek Arazim, Gdud Awodah, Beth Alpha, Chulda und Teile von Mekor Chajim. Die bei dem Blutbad in Gaza mit dem Leben davongekommenen Juden wurden mit der Bahn nach Jerusalem gebracht. Die Behörden sind noch nicht in der Lage, die Dinge zu meistern. Die Aufstände breiten sich über ganz Judäa, einem Teil des Emek Jezreel und über Galiläa aus. In Jerusalem selbst verlief die letzte Nacht leidlich ruhig, aber heute morgen erneuerten sich die Schießereien und Zusammenstöße. Auf Tel-Awiw wurde am Montag ein heftiger Angriff unternommen, der zurückgeschlagen wurde. Unter der Bewohnerschaft von Tel-Awiw herrscht keine Panik. Man ist sicher, daß man sich wird behaupten können.