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Das jüdische Echo · 1929-08-30 · 35 (30.8.1929) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
35 (30.8.1929)
Date
1929-08-30
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Nr. 35 Das Jüdische Echo 521 immer wieder Kämpfe, die schnell liquidiert werden, wobei es auf beiden Seiten Verluste gibt. Die Kolonien Nahalal und Hartuf im Emek Jezreel, die schon einmal Angriffe abgewehrt haben, sind noch immer in einer schweren Gefahr. Die arabischen Angriffe werden planmäßig geleitet, die Aktionen der Araber spielen sich öffentlich ab, da noch keine Kräfte vorhanden sind, um ihnen zu begegnen. Die palästinensische Polizei ist unfähig, die Lage zu beherrschen. Die Behörden, die begonnen haben, die von den Juden organisierte Selbstwehr zu bewaffnen, verfügen nicht über einen einheitlich durchdachten Verteidigungsplan. Die Selbstverteidigung der jüdischen Jugend hat sich bisher glänzend bewährt; sie ist auch gut organisiert. Beirut, 26. August. (JTA.) Der Korrespondent der Jüdischen Telegraphen-Agentur in Beirut, der Verbindung mit Haifa hat, erfährt, daß in der Nacht zum Montag und im Verlauf des Montagvormittags an verschiedenen Stellen der Stadt Haifa Juden von Arabern angegriffen worden sind. Die Zahl der Toten und Verwundeten wird nicht genau angegeben, soll aber erheblich sein. Die Lage wird in Haifa als sehr ernst empfunden, da die Araber den offenen Aufruhr gegen die Mandatarmacht proklamieren. Ein Eisenbahnzug, der englische Truppen nach Haifa bringen sollte, wurde von Arabern überfallen, ein Teil der Truppen wurde von den Angreifern entwaffnet. Jerusalem, 26. August. (JTA.) Am Montag morgen und dann wiederholt im Verlauf des Tages wurden im Zentrum und in der Peripherie von Haifa Juden von Arabern angegriffen. Gegen mittag zählte man drei jüdische Tote und. mehrere jüdische Verwundete. Ein Versuch der Araber, die Villenvorstadt Hadar Hakarmel anzugreifen, wurde zurückgewiesen. Aus den Kolonien des Emek Jezreel treffen immerwährend Notrufe ein. Der Emek fühlt sich schwer bedroht und schutzlos. Vom Montag Die Kämpfe in Tel-Awiw und Jaffa Jerusalem, 26. August. (JTA.) Im Verlaufe des Montags kam es an der Peripherie von Tel- Awiw wiederholt zu schweren Kämpfen, indem Arabertrupps immer wieder versuchten, in die Stadt einzudringen. Die jüdische Selbstwehr erscheint rechtzeitig an den gefährdeten Stellen und schlägt die Angreifenden zurück. Aus Jerusalem wurden britische Truppen für Tel-Awiw avisiert. Die Bewohnerschaft von Tel-Awiw hofft, daß wenn die angekündigten britischen Kriegsschiffe rechtzeitig am Dienstag oder spätestens Mittwoch früh eintreffen, die jüdische Selbstwehr die Stadt ohne große Verluste selbst wird halten können. Jerusalem, 26. August. (JTA.) Im Verlaufe des Montagnachmittags sind 200 berittene britische Soldaten in Tel-Awiw eingetroffen. Sofort wurde der Kriegszustand proklamiert, 70 Zivilisten aus Tel-Awiw wurden für den Polizeidienst mobilisiert. Aus den Vorstädten von Tel-Awiw zieht die Einwohnerschaft in die innere Stadt. Das Zentrum der Stadt zeigt ein außerordentlich bewegtes Bild. Die ersten Kämpfe in Tel-Awiw am Sonntag haben sich in folgender Weise abgespielt: Eine Trauerprozession von Moslemiten marschierte aus Jaffa an die Grenze von Tel-Awiw, um einen in den Kämpfen mit der Polizei getöteten Moslemiten auf dem zwischen Jaffa und Tel-Awiw gelegenen mohammedanischen Friedhof zu bestatten. Plötzlich, wie auf ein Signal hin, brachen die Moslemiten in die Straßen von Tel-Awiw ein. Die Polizei feuerte auf die Angreifer, von denen sechs getötet und mehrere verletzt wurden. In dem Tel-Awiw unmittelbar benachbarten Viertel von Jaffa entbrannten schwere Kämpfe. Von den Bürgern Tel- Awiws, die hier auf Vorposten, um Angriffe auf Tel-Awiw abzuwehren, standen, wurden einige getötet und mehrere verletzt. Unter den ersten Toten von Tel-Awiw befindet sich Benjamin Goldberg, ein Sohn des in der ganzen zionistischen Welt populären Führers der russischen Zionisten, Jizchak Goldberg. Araber versuchten die Polizeikaserne in Jaffa zu stürmen; sie wurden zurückgeschlagen, wobei 5 Araber getötet und mehr als 30 verwundet wurden. Andauernde Kämpfe in Jerusalem Jerusalem, 26. August. (JTA.) Das offizielle Protokoll des Hospitals meldet, daß bisher in den Kämpfen in Jerusalem 80 Personen, unter ihnen 59 Juden, getötet und insgesamt 233 Juden und Araber verwundet worden sind1. Aus verschiedenen Teilen des Landes treffen Entsetzenerregende Nachrichten über Massacres ein. Auch Frauen und kleine Kinder werden von den Arabern nicht geschont und unbarmherzig niedergemetzelt. Jüdische Häuser werden zerstört. In Ramleh fanden riesige Kundgebungen von Arabern statt. Kairo, 26. August. (JTA.) Am Montag, dem 26. August, 3 Uhr nachmittags, hat der Jerusalemer „Waad Hair“ folgendes telephonisch nach Kairo gemeldet: In diesem Augenblick greifen die Araber die Jerusalemer jüdischen Viertel „Machne Jehuda“ und „Schaarej Chessed“ an. Um sieben Uhr abends kam eine zweite telephonische Mitteilung vom Jerusalemer „Waad Hair“, in der es hieß, die Araber greifen immer wieder verschiedene jüdische Viertel Jerusalems an; an verschiedenen Punkten der Stadt wird gekämpft. Die jüdische Kolonie Beth Alpha, eine Kwuzah an der Grenze von Galiläa, die von Chaluzim aus der Tschechoslowakei bewohnt ist, wurde von Arabern angegriffen. Der Angriff konnte zurückgeschlagen werden. In der Jerusalemer Altstadt wurden drei Juden durch eine explodierende Bombe verletzt. Die Stadt Jerusalem ist von jüdischen Flüchtlingen aus den kleineren Orten der Umgebung überfüllt; es kommen immer neue Flüchtlinge in die Stadt. Das Jerusalemer jüdische Viertel „Nachlath Zion“ wird soeben, Montag nachmittag, von Arabern angegriffen; Panzerwagen eilen an den stark gefährdeten Punkt, um den Angriff abzuwehren. Notrufe aus allen Teilen des Landes — Die Jüdische Selbstverteidigung wird von der Behörde nicht unterstützt London, 26. August. (JTA.) In London ist soeben das folgende, an hiesige Persönlichkeiten gerichtete Telegramm aus Palästina eingetroffen: „Wir kämpfen um unser Leben, in allen Gegenden des Landes finden Metzeleien statt. Die Gefahr für den Emek Jezreel wächst mit jeder Stunde. Die arabische Propaganda wird sehr intensiv geführt, in aller Öffentlichkeit werden Kämpfer gegen die britische Macht geworben. Das Verhalten der Regierung ist schwächlich, sie kommt uns in unserer Selbstverteidigung nicht zu Hilfe.“ Über Kairo eingetroffene Meldungen aus Tel- Awiw besagen, daß die britischen Soldaten, die zum Schutze Tel-Awiws am Montag dort eintrafen, sofort die jüdische Selbstwehr entwaffneten.

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