Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 35 (30.8.1929)
- Date
- 1929-08-30
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 2× ep/1047930
- Hebron 2× ep/1047559
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520 Das Jüdische Echo Nr. 35 hörde hat daraufhin die Evakuierung des Villenviertels Talpioth, das 70 Häuser zählt, verfügt. Die ausschließlich jüdische Einwohnerschaft des Ortes wurde in Jerusalemer Hotels untergebracht. Britische Aeroplane kreuzten über den arabischen Dörfern Lifta und Finn in der Nähe von Jerusalem, die Nester der arabischen Pogromleute sind, um die Bewegung der Araber zu beobachten. Die Aeroplane warfen, um die Araber einzuschüchern, Brandbomben auf die Dörfer ab. Die jüdische Siedlung ,,Gdud Avodah“ in der Nähe von Jerusalem, die von den Bewohnern geräumt worden war, wurde durch die Araber niedergebrannt. Arabische Demonstrationen in Jaffa und in Nablus — Angriffe auf Tel-Awiw und auf Nahalal zurückgeschlagen Jerusalem, 25. August. (JTA.) Am Sonntag nachmittag versuchten die Araber eine Attacke auf die jüdische Stadt Tel-Awiw. Sie wurde zurückgeschlagen. Dabei wurden 13 Juden, fünf von ihnen schwer, verletzt. Die Verluste der Araber sind unbekannt. Bei dem Angriff auf die jüdische Kwuzah Nahalal, der zurückgewiesen wurde, wurden mehrere Juden, die die Kolonie verteidigten, verletzt. Am Sonntag, 6 Uhr abends, dauerte der Kampf bei Nahalal fort. Einer späteren Meldung zufolge hat der Kampf dort aufgehört. Aus Hebron und Nablus ziehen große Gruppen Araber nach Jerusalem, um die Reihen der Jerusalemer Moslemiten zu verstärken. In Jaffa veranstalteten die Araber eine Massendemonstration. Die Araber von Nablus machten einen Versuch, in die bei Nablus befindlichen Polizeibaracken einzudringen. Die Polizei wehrte den Angriff ab und tötete acht Araber. Nach den neuesten offiziellen Meldungen der Palästinaregierung wird jetzt die Lage in Nablus und in Hebron bis zu einem gewissen Grade von der Regierung beherrscht. In Jaffa und in Tel- Awiw ist die Stimmung unruhig, aber die Ordnung nicht gestört. In Haifa herrscht vollkommene Ruhe. Die Regierung gibt bekannt, daß bei den Kämpfen der Inspektor für Einwanderung, Herr Best, ein englischer Christ, getötet worden ist. Inspektor Best galt als einer der vornehmsten Beamten der Palästinaregierung. Der Lage der Juden brachte er stets Verständnis entgegen. Die Regierung warnt den Groß-Mufti nud die Führer der arabischen Nationalisten Jerusalem, 25. August. (JTA.) Die Regierung hat den Groß-Mufti von Palästina, der in Palästina allgemein als der geistige Urheber der unter den Arabern betriebenen Hetze in Verbindung mit dem Klagemauer-Problem gilt, verwarnt und ihm mitgeteilt, daß sie ihn persönlich für die weiteren Vorkommnisse in Palästina verantwortlich macht. Die gleiche Warnung richtete die Regierung an den Vorsitzenden der Arabischen Exekutive Musa Kazim Pascha und an andere Führer der arabischen Nationalisten, sowie an den Scheich von Mukhtar und die Scheichs der umgebenden Dörfer. Die Schutzmaßnahmen der Regierung Jerusalem, 25. August. (JTA.) Die Regierung hat in Jerusalem an alle Engländer und an einen großen Teil der zur Abwehr der arabischen Angriffe organisierten jüdischen Selbstwehr Waffen und Munition verteilt. Es konnten hernach die auf entlegene jüdische Viertel in Jerusalem von Arabern unternommenen Angriffe leicht abgewehrt werden. Die Regierung veröffentlicht ein offizielles Kommunique, in welchem gesagt wird, es seien Maßnahmen ergriffen werden, um die Ordnung wiederherzustellen. An alle Teile der Bevölkerung erging eine Warnung, sich jeder Gewalttätigkeit zu enthalten. London, 25. August. (JTA.) Am Sonntag, dem 25. August, nachmittag, gab das britische Kolonialamt ein offizielles Kommunique heraus, in welchem erklärt wird, daß die Regierung Palästinas alles mögliche tut, um die vollkommene Ordnung im Lande wiederherzustellen. Da die Araber dazu übergegangen sind, auch die jüdischen Kolonien anzugreifen, habe die Regierung Streitkräfte zum Schutze der Kolonien entsandt. Eine Kompagnie der sogenannten transjordanischen Grenzmacht wurde zum Schutze des Emek Jezreel, eine zweite Kompagnie zur Überwachung der Ruthenberg- Werke am Jordan entsandt. Der Pogrom in Hebron Fürchterliches Blutbad unter den Bachurim der Jeschiwah Jerusalem, 25. August. (JTA.) Erschütternde Nachrichten trafen heute aus Hebron ein. Dort haben die Araber die kleine jüdische Gemeinde und die große Jeschiwah (Thora-Lehranstalt), die in Hebron vor einigen Jahren als der Hauptzweig der berühmten Slabodkaer Jeschiwah in Litauen errichtet worden ist, überfallen und ein Blutbad angerichtet. Man zählt 45 Tote, unter ihnen zwei Rabbiner, die an der Jeschiwah als Lehrer wirken, ferner etwa 50 Verletzte. Die Nachrichten aus Hebron haben die Jerusalemer Judenheit furchtbar erschüttert. Letzte Meldungen besagen, daß der Überrest der jüdischen Einwohnerschaft Hebrons und des Bestandes der Jeschiwah im Polizeigebäude eingeschlossen ist. Aus Jerusalem haben sich Militär und bewaffnete Juden nach Hebron begebe. Nach neueren Meldungen wurden bei dem Überfall auf die Jeschiwah in Hebron von den Jeschiwah-Jüngern 42 getötet und 47 verletzt. Unter den Getöteten sollen sich 12 Amerikaner befunden haben. Es heißt, daß sich die Bachurim zur Wehr gesetzt haben und daß auf arabischer Seite 40 Personen gefallen sind. Auch die Chassidim-Kolonie Nachlath Jakob bei Haifa wurde von Arabern angegriffen. Die Kolonisten setzten sich zur Wehr und schlugen zunächst die Angriffe ab. Rechoboth in schwerer Gefahr — Ein Notruf des Arbeiterführers Ben Zewi London, 26. August. (JTA.) Der bekannte Führer der palästinensischen Arbeiterschaft Ben Zwi, der sich in Rechoboth aufhält, hat auf dem Wege über Kairo ein Telegramm nach London gesandt, in welchem es heißt: Die Kolonie Rechoboth (eine der größten und reichsten Kolonien Palästinas) wird angegriffen; wir sind verraten; wir sind von der ganzen Welt abgeschnitten. Die Lage im ganzen Lande ist eine gefährliche. Unsere Kraft reicht zur Abwehr nicht aus. Rettet uns! Beirut, 26. August. (JTA.) Soeben ist in Beirut über Haifa ein Bote der jüdischen Telegraphenagentur in Jerusalem eingetroffen. Er berichtet, daß die arabischen Angriffe in ganz Palästina andauern. In Jerusalem selbst entstehen