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Das jüdische Echo · 1929-08-23 · 34 (23.8.1929) · p. Seite 505

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
34 (23.8.1929)
Date
1929-08-23
Page
Seite 505 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 34 Das Jüdische Echo 505 General Motors Automobile Chevrolet LORIN/ER & CO 6 Nymphenburger Straße128 / Telephon 61836 Zylinder verlangt, nicht ohne weiteres mit Rentabilität identifizieren, da im Interesse einer gesunden Volkswirtschaft auch Investitutionen notwendig sind, die keinen unmittelbaren Gewinn abwerfen. Aufgabe der Jewish Agency wird es sein, als oberste kontrollierende und regelnde Instanz eine sich selbst erhaltende palästinensische Landwirtschaft zu entwickeln und die Bedingungen zu schaffen, damit den Tausenden und Zehntausenden von Menschen, die einwandern wollen, die Möglichkeit dazu gegeben wird. — Die von Fränkel vorgeschlagene Korporation darf nicht im Gegensatz zu den nationalen Fonds stehen, sondern muß gleich diesen die Voraussetzung für Investitutionen großer Kapitalien in Palästina schaffen. Die Jewish Agency ist nicht das Ende einer Entwicklung, sondern wird der Anfang einer neuen Entwicklung sein, wenn auch die Nichtzionisten die Verantwortung für das Palästinawerk nicht nur in Versammlungen, sondern im täglichen Leben tragen. Die Jewish Agency soll eine Kampfgenossenschaft für die Verwirklichung des von ihr akzeptierten Basler Programms in schweren Zeiten sein, in denen das Gemeinsame am stärksten zum Ausdruck kommt. Dr. Liepmann (Sachverständiger der Survey- Kommission) pflichtet den Empfehlungen bei, die Dr. Granovsky in seinem kürzlich erschienenen Buch, wonach das Eigentum an palästinensischem Boden auf die Dauer im Eigentum des jüdischen Nationalfonds bleiben sollte. Der in Palästina vorhandene Boden umfaßt rund 25 Millionen Dunam Land, wovon etwa 10 Prozent bewässerbar sein dürften. In der Küstenebene und im Emek sind zwei Wirtschaftstypen zu berücksichtigen, bewässerte und unbewässerte Wirtschaft, wobei der erste Typus insbesondere durch Citruspflanzungen, Orangen, Gemüse usw. repräsentiert wird. Die Entwicklung der Küstenebene und die Wohlfahrt der jüdischen Kolonien könnten ernstlich gefährdet werden, wenn nicht alles getan wird, um den Ruf der palästinensischen Orange zu schützen. Und es wird eine Aufgabe der Jewish Agency sein, die Bemühungen des Landwirtschaftsdepartements der palästinensischen Regierung in dieser Hinsicht zu unterstützen. Großer Wert ist auch dem lebenden Inventar zuzumessen, wie es die Exekutive heute bereits tut. Vor allem muß die Rinderrasse in Palästina verbessert werden. In bezug auf den Bodenkauf darf man über der Küstenebene im Emek das Hügelland nicht vergessen, das für die Entwicklung von Waldungen und damit auch für die auf chemischen Prozessen beruhenden Industrien von großer Bedeutung ist. Das Hügelland sollte Regierungsboden bleiben, aufgeforstet und der Bevölkerung, insbesondere der jüdischen, langfristig verpachtet werden. Bodenmangel führt zu der in allen zivilisierten Ländern beobachteten Landflucht und bewirkt so eine große soziale Gefahr. Wenn er auch nicht der Ansicht sei, daß die jüdische Landwirtschaft in Palästina nach dem Maßstabe bäuerlicher Wirtschaft durchgeführt werden soll, ■so befürwortete er doch, eine Lebenshaltung zugrunde zu legen, die es der jüdischen Bevölkerung und insbesondere ihren Kindern ermöglicht, auf dem Lande zu bleiben. Ussischkin weist auf die Fehler hin, die in der Bodenpolitik Palästinas gemacht worden sind und die bewirkten, daß wir nur 16 Prozent des kulturfähigen Bodens und nur 6 Prozent des gesamten Bodens des Mandatargebietes erworben haben. Die Jewish Agency müsse Schritte unternehmen, damit die Regierung, die zusieht statt zu helfen, ihre Politik dahin ändert, daß sie uns vor der Bodenspekulation der Araber schützt und die Preisbildung der Liegenschaften und Grundstücke reguliert. ■ | Dr. Nachum Goldmann erklärt im Namen der Radikalen, die sich der Erweiterung der Jewish Agency bis zuletzt entgegengestellt hätten, diese könnten ihre Bedenken nicht von heute auf morgen zurückstellen, würden aber, nachdem sie sich einmal entschlossen hätten mitzumachen, in voller Loyalität mitarbeiten. Die Radikalen hoffen, daß sich die Form des Zusammenschlusses von Zionnisten und Nichtzionisten, gegen die allein sie opponiert hätten, mit der Zeit ändern und aus der Agency eine große jüdische Agency auf demokratischer Grundlage werden wird. Die erste Aufgabe der Jewish Agency müsse es sein, die aktive staatliche Unterstützung beim Aufbau zu erwirken. Ein Chaos in der jüdischen Arbeit wird aber auch dann nur vermieden werden können, wenn die Agency allein über die letzten Richtlinien der Wirtschaftspolitik entscheidet und alle Institutionen, insbesondere auch die Korporation, ihr angegliedert werden. Oskar Wassermann führt aus, man habe uns Erez Jisrael gegeben, aber ohne Erez, und unsere Pflicht werde nun sein, alles notwendige Land und nicht nur die Regierungsböden zu erwerben. Bodenkäufe von Privaten in Palästina können sehr verdienstvoll sein, eine Tat des Judentums ist aber nur der Erwerb des Bodens für die jüdische Allgemeinheit. Auf den anderen Gebieten menschlicher Tätigkeit bedürfe es dagegen noch der Spekulation, die dem individuellen Erwerbssinn entspricht. Die Korporation bezwecke etwas außerordentlich Wertvolles, das man nicht beeinträchtigen sollte. Es sei klar, daß ein Unternehmen, das durch die von Fränkel erwähnten Männer geführt wird, nichts gegen Palästina tun wird, sondern eine dauernde enge Fühlung mit der Agency und mit der Einwohnerschaft Palästinas wird unterhalten müssen, wenn es nicht die Opposition der jüdischen Bevölkerung und die ernste Konkurrenz der nationalen Fonds heraufbeschwören will. Wassermann unterstützt das Programm Weizmanns und weist auf die Notwendigkeit hin, den Keren Hajessod und den Keren Kajemeth zu fördern und absolutes Einvernehmen zwischen ihnen aufrecht zu erhalten. Keren Hajessod und Keren Kajemeth müssen die einzigen Fonds der Jewish Agency sein und anders als durch sie darf kein Geld für den Aufbau aufgebracht werden. Ihre Haupttätigkeit muß in der Bereitstellung des Landes, seiner Urbarmachung und der Siedlung bestehen. Im Namen der jüdischen Arbeiterschaft sprechen nun Herzfeld. Ben Gurion und Remes. Schipjakoff stellt sich der Tagung nicht so sehr als amerikanischer Nichtzionist wie als amerikani-

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