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Das jüdische Echo · 1929-08-23 · 34 (23.8.1929) · p. Seite 506

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
34 (23.8.1929)
Date
1929-08-23
Page
Seite 506 (sequence 6)
Language
German
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506 Das Jüdische Echo Nr. 34sehen Nicht-Poalezionist vor, um allen Europäern, die vor dem Prozeß der Amerikanisierung Angst haben, die Sache leichter zu machen. Er versichert, nie Zeuge eines besseren Geistes gewesen zu sein als desjenigen, von dem die nichtzionistischen Delegierten beseelt seien, mit denen er gemeinsam hierher gereist sei. Wenn vielleicht auch die großen Massen des jüdischen Volkes der ganzen Welt noch nicht erfaßt sind, so beginne man doch allmählich sich zu verstehen. Soweit Amerika in Frage kommt, halte er es für möglich, die .Jewish Agency zu demokratisieren. Fast eine Million organisierter jüdischer Arbeiter in den Vereinigten Staaten sind gewillt, am Aufbau Palästinas mitzuwirken. Dr. Daiches dankt dem Präsidenten des Board of Deputies, d’Avigdor Goldsmid, für seine bedeutsame Mitwirkung an dem Beschluß der englischen Juden, in die Agency einzutreten. Es sei eine starke Agency notwendig, um noch weitere Teile des Judentums aufzunehmen. Judge Lewis führt aus, die amerikanischen Zionisten begrüßen die Jewish Agency, weil sie wissen, wer sie macht. Wir brauchen die Agency, damit Palästina rasch erbaut wird. Genug der Theorien und der Diskussionen. Unsere Losung muß von jetzt ab die gemeinsame Arbeit sein. Hermann Struck wendet sich an die Tagung im Namen des Misrachi, der von Anfang an für die Erweiterung der Jewish Agency, allerdings auf dem Wege eines jüdischen Weltkongresses für Erez Jisrael eingetreten sei, und spricht den PEL 2.AAOD-EN kg •BERNHARD BAUCH MÜNCHEN SCHÄFFLERSTRASSE 3 KÄUFINGERSTRASSE 25 BRIENNER STRASSE 8 Wunsch aus, daß alles geschehen werde, um den baldigen Eintritt auch derjenigen jüdischen Gemeinschaft in die Agency herbeizuführen, die ihr heute noch nicht angeschlossen sind. Weizmann erklärt in seinem Schlußwort, er wolle, da er zum ersten Male in seinem Leben keine Antwort auf die Oppositionsreden geben müsse, nur einige Unklarheiten richtig stellen. Zum Schlüsse seiner Rede anerkennt Weizmann dankend die Loyalität, mit der der Vertreter der Kongreßopposition hier gesprochen habe. Er glaube, daß im nächsten Jahre auch diejenigen mit uns sein werden, die sich heute außerhalb des Saales befinden. Die erste Tagung der Jewish Agency dürfte erreicht haben, daß die zionistischen Freunde weniger Furcht und die nichtzionistischen größere Kenntnis von den Problemen und Schwierigkeiten bekommen haben. In der Sitzung vom Dienstag nachmittag erstattete Oskar Wassermann den Bericht der Budgetkommission. Die nichtzionistischen Mitglieder der Budgetkommission schlagen vor, die Ausgabenzusammenstellung, wie sie das Budget des Zionistenkongresses enthält, ohne sich im einzelnen damit zu identifizieren, als Grundlage für die Geschäftsbehandlung des nächsten Jahres anzunehmen, weil sich die nichtzionistischen Mitglieder bei der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit über die Angemessenheit und Notwendigkeit einiger Ausgabeposten kein Urteil bilden konnte,, während sich die zionistischen Mitglieder auf jahrelange Erfahrungen stützen können. Vor Ablauf des Jahres soll das Administrativ-Komitee dann auf Grund der gesammelten Erfahrungen' ein eigenes Budget der Jewish Agency ausarbeiten. Die zionistischen Mitglieder der Budgetkommission schließen sich dem Anträge ihrer nichtzionistischen Kollegen an. In die zukünftigen Budgets müssen, verteilt über die nächsten fünf Jahre, noch Ausgabeposten in der Gesamthöhe von etwa 450 000 Pfund aufgenommen werden, die sich aus der Abwicklung bestehender Verpflichtungen ergeben. Die Budgetkommission ist der Ansicht, daß die vorgesehenen Einnahmen von 750 000 Pfund für das Jahr 5690 nicht nur erreicht, sondern überschritten werden können, wenn die Bedeutung des Aufbauwerks in Palästina für das ganze Judentum richtig erfaßt wird. Die Einnahmen des Keren Hajessod müssen erheblich vergrößert werden. Das Budget sieht bereits für die landwirtschaftliche Kolonisation, allerdings nur zur Konsolidierung, eine Summe von 204 500 Pfund gegenüber 85 000 Pfund im Vorjahre vor, was eine erhebliche, wenn auch noch lange nicht ausreichende Vergrößerung darstellt. In der Kommission seien sich alle darüber einig gewesen, daß das mit großer Arbeitsleistung und genauer Vorbereitung aufgestellte Budget der Zionistischen Organisation, wenn auch nicht rechtlich, so doch tatsächlich so behandelt werden solle, als ob es auch für die Nichtzionisten aufgestellt worden wäre. Da die Jewish Agency den größten Wert darauf legen muß, daß tatsächlich nicht mehr ausgegeben als eingenommen wird und eine Steigerung der Ausgaben vorgesehen ist,, müssen auch die Einnahmen entsprechend gesteigert werden. Im übrigen wird das zu wählende Administrativ-Komitee die Arbeiten der Budgetkommission übernehmen. Oberrabbiner Dr. Fischer (Budapest) weist darauf hin, daß der größere Teil der jüdischen Gemeinden sich dem Gedanken des Zionismus und •der Jewish Ageny widersetze, und ihr Verständnis daher erst noch geweckt werden müsse. Er schlägt vor, daß die Agency als eine der groß-

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