Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1929-08-16 · 33 (16.8.1929) · p. Seite 495

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
33 (16.8.1929)
Date
1929-08-16
Page
Seite 495 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103083-9176052--09701-9082610
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 33 Das Jüdische Echo 495 Vor allem müsse die Erziehung von jeder Politik frei bleiben. Rednerin erklärt, die religiöse Erziehung des Jischuw sei trotz der Abmachungen von 1920 zwischen Exekutive und Misrachi kein Monopol des Misrachi, vielmehr trage die Exekutive auch hierfür die volle Verantwortung. Zum Schlüsse versicherte Miß Szold, auch sie wünsche einen hebräischen Humanismus in Palästina, wie Buber ihn vorgeschlagen habe, sie erkenne aber, daß die Vorbedingung hierfür die Schaffung der administrativen Einheit des zionistischen Erziehungswerkes sei. Darauf begann die Generaldebatte über die Palästinareferate. Raw Ostrowski (Misrachi) richtete heftige Angriffe gegen Miß Szold. Baraz (Hitachduth) kritisierte die Wirtschaftspolitik Sachers und sein Verhalten gegenüber den Forderungen der Arbeiter. R em e s (Poale Zion) stimmt dieser Kritik zu und wirft der Exekutive vor, die palästinensische Arbeiterschaft dauernd entmutigt zu haben. Sosk i n (Revisionist) verlangt eine Massenkolonisation durch Anleihe, nicht durch Agency; Schocken (Governor des K. K. L.) macht einige kritische Bemerkungen, erkennt aber den Wert der von der Palästinaexekutive geleisteten Arbeit an. Er verlangt die Einsetzung eines Wirtschaftsaktionskomitees und verteidigt die deutschen Zionisten gegen die von Ussischkin erhobenen Angriffe. Dr. Goldmann (Radikal) erklärt, daß die Aufgaben einer Palästinaexekutive gerade da begännen, wo die in der Baseler Panikstimmung gewählte sie für beendet gehalten habe; den Ausführungen von Miß Szold jedoch stimmt er voll und ganz zu. Weiter sprechen Schmorak (Allgemeine Zionisten), Mossinson (Allgemeine Zionisten), Frau Persitz (Allgemeine Zionisten) und B a d i c h i (Yemenit). Darauf erteilt Sacher die Antwort der Exekutive. Er erklärt, die Exekutive werde von den Parten zum Teil aus dem Grunde kritisiert, weil sie alle Probleme allein vom Standpunkt des allgemeinen zionistischen Interesses beurteilt habe. Sie habe nie Parteiinteressen vertreten. Was den Frieden zwischen den Arbeitgebern und den jüdischen Arbeitern, sowie die Beschäftigung ausschließlich jüdischer Arbeiter durch die Pflanzer anbetrifft, so habe die Exekutive nicht in zwei Jahren durchsetzen können, wofür schon seit 25 Jahren gekämpft werde. Keine Exekutive könne in dieser Frage ihre Meinung auf oktroyieren. Ein kleiner Fortschritt sei trotzdem erzielt worden, und mehr hätte keine andere Exekutive erzielt. Er widerlegt die gegen die Exekutive erhobenen Beschuldigungen und schließt mit dem Hinweis darauf, daß diese Exekutive am Ende ihrer Arbeit mehr Anerkennung gefunden habe als bei ihrer Wahl, was bisher noch nie der Fall gewesen sei. In der zwölften Sitzung vom Dienstag abend referiert Grünbaum über die Aufgaben und die Organisation der Kulturarbeit in der Galuth. Grünbaum hält die Zeit für gekommen, dem Kongreß die Errichtung eines besonderen Departements für die hebräische Kulturarbeit in der Galuth innerhalb der Zionistischen Exekutive sowie die Schaffung eines besonderen Fonds für die Kulturarbeit in der Galuth I. MÜNCHENER PL.ISSE-BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÖNCHEN Holsaum, Knöpfe, Endeln Kanten, KostUmstlckareien Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 22 9 75 vorzuschlagen. Die Erziehungsarbeit erfordert viel Geld, da in den hebräischen Schulen in der Galuth über 50 000 Kinder erzogen werden und der Joint seine Subvention für die hebräische Kulturarbeit immer mehr verringert. Ein solcher Fonds bedeutet keine Konkurrenz für die großen zionistischen Fonds, da diese nur dann auf die Dauer Erfolg haben können, wenn das Kräftereservoir der Galuth durch die Erziehungsarbeit gestärkt wird. In der Diskussion vertritt Wolfsberg den Standpunkt des Misrachi. Er verlangt eine Anerkennung der Tradition, die einzig imstande sei, die Existenz des jüdischen Volkes zu sichern. Jabot i n s k y (Revisionist) unterstützt die Vorschläge Grünbaums und regt die Bildung eines Bundes der hebräisch Sprechenden in der ganzen Welt an. J e h u d a (Rußland) schildert die Schwierigkeit der Kulturarbeit in Rußland und appelliert an den Kongreß, den russischen Zionisten moralische und politische Hilfe zu bringen. Weiter sprechen G o r d o n (Ilitachduth) und Zlatopolsky (Allgemeine Zionisten). In einer kurzen Sitzung vom Mittwoch vormittag wird der Bericht der Gesundheitskommission behandelt; nachmittags unterbreitet Dr. Rufeisen die Resolutionen der finanzpolitischen Kommission, die vom Kongreß angenommen werden. Darauf erstattet Dr. Halpern den Bericht der Ageney-Kommission Dr. Halpern bemerkt einleitend, die Arbeit der Kommission sei dadurch erleichtert worden, daß ihr der frühere Entwurf des A.C. eine wertvolle Wegleitung bot und in der Präambel des vorliegenden Entwurfes die Balfour-Deklaration und das Mandat verankert sind. Die Kommission ist der Ansicht, daß die Zionisten mit ihren Partnern nutzbringend Zusammenarbeiten können, wenn das zu schaffende Instrument der Jewish Agency brauchbar sein wird. Die Grundlage der Agency ist das Verhältnis fifty fifty, wobei die Lücke in den Reihen der Nichtzionisten, die durch den erhofften Zustrom in das Lager der Zionisten entstehen dürfte, durch neue Menschen ausgefüllt werden soll, die uns heute noch nicht so nahe stehen wie unsere Partner. Als Modus für die Behandlung des Verfassungsentwurfes schlägt die Kommission vor, daß zunächst der Text des Verfassungsentwurfes mit den Änderungen der Kommission und den Minderheitsanträgen verlesen wird und dann über die einzelnen Punkte und anschließend über den gesamten Entwurf abgestimmt, wird, worauf die Resolution vorgelegt werden solle, unter welchen Bedingungen die Exekutive ermächtigt wird, das Dokument zu unterschreiben, durch das die Jewish Agency tatsächlich ins Leben tritt. Nachdem der Vorsitzende namens des Präsidiums diesem Modus zugestimmt hat und der Verfassungs- Soll Dir ein langes Leben winken, DfffifttlfCfiffBllil dann mußt Du "" trinken. Dieses hervorragende Heilwasser aus Adelholzen, der stärksten Rubidiumquelle der Erde, liefern alle Drogerien und Apotheken. Nur wo nicht erhältlich direkte Anfrage an Älteste Hauptniederlage OTTO PACHMAYR G.m.b.H. München Alleinvertretung für München und Umgebung Telephon 27471/73

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.