Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 33 (16.8.1929)
- Date
- 1929-08-16
- Page
- Seite 493 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 33 Das jüdische Echo 493 den Weg der Revolution der Weltwirtschaft bezeichnen. Es darf aber kein theokratisches, sondern muß ein nach demokratischen Grundsätzen aufgebautes Palästina werden, dessen Arbeiterorganisationen allmählich die politische Macht übernehmen. Auch wenn er es für nützlich halte, daß Palästina sich gewissen Formen des modernen Kapitalismus nutzbar mache. Um sein Ziel zu erreichen, muß Palästina aber auch die öffentliche Meinung auf seiner Seite haben, und diese wird von zwei Gruppen von Menschen gebildet: von denen, die denken, und von denen, die arbeiten. In diesem Sinne begrüßt Blum auf der einen Seite den größten Denker der Gegenwart Professor Einstein und auf der anderen die sozialistische Arbeiterorganisation Palästinas, die er als eine wertvolle Gewähr dafür bezeichnet, daß die palästinensische Arbeiterbewegung: eine bedeutsame Rolle bei der Verwirklichung der Ziele des internationalen Sozialismus spielen wird. D’Avigdor-GoIdsmid, der Führer der britischen Delegation der Nichtzionisten, spricht der Weisheit und Großzügigkeit der Zionistischen Organisation und ihrer Führer die höchste Anerkennung aus. Endlich finde ihre Arbeit, die sie durch die schwersten Jahre allein habe leiten müssen, die Anerkennung der jüdischen Gesamtheit, die durch die heutige Tagung ihre Antwort auf die Einladung Weizmanns zur Mitarbeit gebe. Die erweiterte Jewish Agency werde,, da der Beschluß des Board of Deputies einstimmig gefaßt wurde, die überwältigende Mehrheit auch der englischen Juden hinter sich habe, die ihre Verantwortung als Staatsbürger der Mandatarmacht für die Verwirklichung des Mandates zu würdigen verstehen und bereit sind, am wirtschaftlichen und kulturellen Aufbau des Landes mitzuarbeiten. Direktor Oskar Wassermann begrüßt die Tagung im Namen der nichtzionistischen deutschen Delegation, hinter der zwar noch nicht alle deutschen Juden, aber ihr größter Teil stehen. Er weist darauf hin, daß die Nichtzionisten viel mehr mit bringen als Geld, nämlich ihr moralisches Gewicht, Verständnis für die Bedürfnisse Palästinas und vor allem die jüdische Einheit und Einigkeit. Auch die Nichtzionisten wissen, daß Fortschritte nur erzielt werden können, wenn die Jugend mit uns ist, und sie werden nichts zulassen, was den Enthusiasmus der jüdischen Jugend lähmt. Der Jischuw in Erez Jisraei darf nicht das Objekt, sondern muß das Subjekt unserer Tätigkeit sein, wie ja die Juden überhaupt durch den P a 1 ä s t i n a a u f b a u zum ersten Male wieder Subjekt ihrer eigenen Geschichte werden. Felix Warburg spricht seine Zuversicht aus, daß in der Jewish Agency die Juden aller Schattierungen ihre Differenzen beiseite lassen und in Einigkeit Zusammenarbeiten werden. Das Werk wird gelingen, wenn man aufhören wird, zuviel zu beobachten und zu kritisieren und anfangen wird, mehr zu arbeiten. Er empfindet den heutigen Tag als ein persönliches Glück und verspreche alles was in seinen Kräften steht zum Erfolg der gemeinsamen Sache zu tun. Der Dichter Schalom Asch feiert den heutigen Tag als den ersten, an dem das jüdische Volk sich nicht in Trauer,; sondern in Freude und zur Zusammenarbeit an einem schöpferischen Werke zusammenfindet. Die heutige Tagung, die von jüdischen Vertretern aller Richtungen beschickt ist, sei die deutliche Antwort an Professor Weizmann, der vor einigen Jahren die Frage stellte: jüdisches Volk, wo bist du? Ussischkin wendet sich am heutigen Tage, an dem die dritte Epoche der jüdischen Renaissancebewegung beginne, eingeleitet durch ihren Schöpfer Chajim Weizmann, an die Nichtzionisten und fordert sie auf, mit den Bausteinen, die die Zionisten ihnen mitbringen, der Balfour-Deklaration, der Chaluzbewegung, über 1 Million Dunam jüdischen Boden, über 100 jüdische Kolonien, einer lebenden hebräischen Sprache, der hebräischen Universität und dem Enthusiasmus der jüdischen Welt, Palästina aufzubauen. Sie sollen aber schnell bauen, weil wir keine Zeit haben zu warten und auch nicht warten wollen. Er wünscht den Menschen mit den grauen Haaren, die hier anwesend sind, daß sie noch die Zeit erleben,, da Palästina aufhört, Palästina zu sein und Erez Jisraei wird. In seiner Schlußansprache führt Nahum Sokolow, der Präsident der Zionistischen Exekutive, aus, er habe heute Reden von Nichtzionisten gehört,* die beim Zionistischen Kongreß hätten gehalten werden sollen. Wir betrachten die Nichtzionisten als Zionisten. Ihre Aufgabe müsse es sein, mitzuarbeietn an dem Bau der großen Sukkah, die ein Symbol des Friedens ist. Unter der Fahne von Erez Jisraei werde ein Brith Schalom geschlossen. Und auch unsere alte Religion bildet ein einigendes Moment. Die Zionistische Organisation bringt ein großes Vermögen im Geiste Herzls mit. Wir müssen nun gemeinsam Realitäten schaffen, müssen aber auch Träumer sein. Die Opfer, die gerade die Juden Amerikas ohne Gegenleistung PEL ZAAODEN ÜERNHAkÜ BAUCH MÜNCHEN SCHÄFFLERSTRHSSE 3 KÄUFINGERSTRÄSSE 25 BRIENNER STRÄSSE 8