Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 32 (9.8.1929)
- Date
- 1929-08-09
- Page
- Seite 485 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 32 Das Jüdische Echo 485 men der HNI berichtete Frau Esther Smoira (Jerusalem) als Gast der Wizo-Konferenz über die Notwendigkeit des zu schaffenden gemeinsamen Council in Erez Israel. Doch traten in Zwischenrufen und Debatten noch unbehobene Gegensätze zwischen HNI und Wizo in Palästina zutage, die erst zu einer Klärung geführt werden müssen, wobei die Einbeziehung der Hadassah in den Palestine Advisery Council sich als wünschenswert ergab. Die HNI verlangt Übernahme eines Teilbudgets durch die Wizo, ohne gleichzeitig ausreichende Garantien für deren Verwendung zu geben. Hier liegt die Frage der Zusammenarbeit, da die palästinensische Wizo keineswegs von ihrem vorgezeichneten Programm der Erziehung der Frauen zu produktiver Arbeit in Erez Israel abzugeben geneigt ist. Doch ist zu hoffen, daß gemeinsame Richtlinien ausgearbeitet werden; zugleich erhofft die Programmkommission der Wizo von dem zu schaffenden Council objektive und ausreichende Informationen über die Gesamtlage der Frauenarbeit im Lande, um unverantwortliche Nachrichten und Sammlungen zu inhibieren. Für das Zustandekommen des Council setzte sich namentlich Mrs. Freeman (Kanada) ein, die namens der kanadischen „Hadassah“ (Föderation der Wizo in Kanada) bereits seit einiger Zeit die HNI zwecks Erhaltung ihres Säuglingsheimes in Jerusalem subventioniert. Der dritte Tag brachte nebst einem Referat über die Zusammenarbeit mit dem Kontinentalbund Zionistischer Mädchenvereinigungen (Dr. Rappaport, Wien) die Referate und Debatten über Kulturarbeit und Propaganda in engstem Zusammenhänge mit den Fragen der Organisation: Zweckverband für Palästinahilfe oder Zionistische Frauenbewegung. Die Referate Dr. Hoffmann (Wien) und Gerda Arlosoroff (Tel-Awiw) betonten die Notwendigkeit ausreichender Information und zionistischer Erziehung. Die Beschlüsse der Weltkonferenz des Keren Kajemeth Lejisrael 1. Programm für die Bodenerwerbstätigkeit. Die wichtigste Aufgabe des Keren Kajemeth Lejisrael in der nächsten Zukunft ist die Schaffung von Bodenreserven in allen Teilen des Landes, wo infolge der Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse eine Erschwerung des Bodenerwerbes und Steigerung der Bodenpreise zu erwarten ist. Daneben hat der KKL diejenigen Flächen zu erwerben, die für die Vollendung der bereits begonnenen Siedlungsarbeit unentbehrlich sind. Demensprechend schlägt die Weltkonferenz des KKL dem XVI. Kongreß vor, für die nächsten zwei Jahre folgendes Programm des KKL zu akzeptieren: a) Den Erwerb möglichst großer Flächen in den Zonen der intensiven Landwirtschaft, die für eine dichte Besiedlung in Betracht kommen. b) In der Nähe der bestehenden und zu entstehenden Kolonien müssen Bodenflächen zwecks Ansiedlung der in den Kolonien beschäftigen Arbeiter erworben werden, c) Erwerb der entsprechenden Flächen für die Gründung von Schunath Owdim in der Nähe von Tel-Awiw und Jerusalem, d) In den Gebieten, wo in der Zukunft eine industrielle Entwicklung einsetzen kann, in erster Linie dort, wo bereits Arbeiten für die bestehenden Konzessionen begonnen wurden, soll sich der KKL ausreichend große Flächen sichern, e) Erwerb der I. MÜNCHENER PLISSE-BRENNEREI FRANZ GRÖBER, MÜNCHEN Holsaum, Knöpfe, Endeln Kanten.KostUmstlckereien Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 22 9 75 für die Konsolidierung der von der Zionistischen Organisation im Emek Jesreel begründeten Siedlungspunkte notwendigen Flächen, um allen Ansiedlern, die von der zionistischen Kolonisationsinstanz bestimmte Flächeneinheit geben zu können. f) Ein organischer Teil der Tätigkeit des KKL ist die Ausführung der ersten Amelforation, d. h. die Sanierung des Bodens. Auf allen bereits bestehenden und in der Zukunft zu erwerbenden Böden wird der KKL solche Arbeiten ausführen. Ebenso soll er für alle Siedlungspunkte auf den bereits in seinem Besitz befindlichen Böden die Wasserversorgungsarbeiten zu Ende führen. Dagegen hat der KKL von nun ab von allen weiteren Wasserversorgungsarbeiten befreit zu werden, weil diese Arbeiten einen Teil der eigentlichen Kolonisationsarbeit darstellen und dementsprechend von den Kolonisationsinstanzen der Zionistischen Organisation ausgeführt werden müssen, g) Der KKL führt weiter Pflanzungsarbeiten aus im Rahmen der speziellen Eingänge des Bauspendenfonds. 2. Jewish Agency. Die Weltkonferenz des KKL nach folgenden Abänderungsvorschlag zum Entwurf der Konstitution für die erweiterte Jewish'Agency: a) Das Recht des KKL, die jüdische Öffentlichkeit zur finanziellen Unterstützung aufzurufen, (Par. 11, P. 1) bedarf keiner Beratung mit der Agency, b) Es muß eine ausdrückliche Bestimmung in den Entwurf hineingenommen werden, wonach die Governors des KKL als Repräsentanten des zionistischen Aktionskommitees lediglich von der zionistischen Instanz bestimmt werden werden können, c) Es soll klar zum Ausdruck gebracht werden, daß das der Förderung des privaten Bodenerwerbes dienende Institut der Jewish Agency lediglich im Wege einer einmaligen finanziellen Maßnahme aktionsfähig gemacht werden kann, d) Der Verkauf der Böden dieses Instituts darf keinesfalls im Kreditwege geschehen. 3. Sammlungen. Der XVI. Zionistenkongreß macht es allen Mitgliedern der Z. O. zur Pflicht, durch aktive Mitarbeit an den Sammlungen das für die Jahre 5690 und 5691 notwendige Kontingent von einer Million Pfund netto aufzubringen, welches für die Deckung der bestehenden Verpflichtungen des KKL, wie auch für den Erwerb neuer Ländereien verwendet werden soll. Zum Zusammentritt der Jewish flgency Die Vertreter Amerikas Neuyork, 23. Juli. (JTA.) Von den 44 Mitgliedern, die die amerikanischen Nichtzionisten zu stellen haben, sind bereits 41 ernannt, darunter Louis Marshall, Felix M. Warburg, Dr. Lee K. Frankel, Rabbi Leo Jung, Richter Horace Stern, Dr. Cyrus Adler, der Vizegouverneur des Staates Neuyork Herbert H. Lehman, Richter M. S. Sloß (San Francisco), Dr. Julian Morgenstern (Cincinnatti), Richter Irving Lehman, Alexander Kahn (Neuyork), Monty M. Lehmann (New Orleans), Henry Morgenthau junior, Henry Wineman (Detroit). Lettland Riga, 31. Juli. (JTA.) In einer Versammlung von Vertretern des Judentums in Lettland wurde Senator A. Grusenberg, der Vorkämpfer für jüdische Emanzipation in Rußland und berühmt gewordene Verteidiger von Mendel Beilis im Kiewer Ritualmordprozeß, in den Council der Jewish Agency