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Das jüdische Echo · 1929-08-09 · 32 (9.8.1929) · p. Seite 482

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
32 (9.8.1929)
Date
1929-08-09
Page
Seite 482 (sequence 6)
Language
German
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482 Das Jüdische Echo Nr. 32 Jewish Agency nicht eintreten, aber sie werden in der Zionistischen Organisation verbleiben und versuchen, diese Organisation vor dem Verfall zu retten, damit die später enttäuschten Agency-Zionisten einen Zufluchtsort haben sollen, wohin sie zurückkehren können. Kundgebung des Kongresses in Sachen der Klagemauer Zürich, 2. August. (JTA.) In der Sitzung des Zionistenkongreß vom Freitagnachmittag verlas der Präsident des Kongresses Nahum Sokolow, während sich sämtliche Delegierten und Gäste zum Zeichen des Protestes und der Trauer von den Sitzen erhoben, die folgende Erklärung der Exekutive: Seit dem Zusammentritt des 16. Kongresses haben die Exekutive und viele Delegierte aus Palästina Nachrichten erhalten, aus denen hervorgeht, daß die von der palästinensischen Regierung den moslemitischen Behörden gegebene Erlaubnis, in unmittelbarer Nachbarschaft der Klagemauer gewisse Bauarbeiten auszuführen, unter der jüdischen Bevölkerung Erez Israels tiefe Besorgnis hervorgerufen hat. Diese Arbeiten würden zum ersten Male die Ermöglichung einer direkten Verbindung zwischen dem Haram-Gebiet und einem arabischen Hause schaffen, das unmittelbaren Zugang zu der jüdischen Andachlsstätte an der Klagemauer hat. Die Exekutive hat die autoritative Versicherung erhalten, daß die Ausführung dieser Arbeiten keinerlei Handlung im Gefolge haben wird, die geeignet wäre, Belästigungen oder Störungen der jüdischen Beter hervorzurufen. Die Exekutive hat zwar die von der Palästinaregierung über ihre Absichten gegebenen Versicherungen entgegengenommen, hielt es jedoch für ihre Pflicht, die Aufmerksamkeit auf die Tatsache zu lenken, daß die Öffnung einer direkten Verbindungsmöglichkeit zwischen dem Haram-Gebiet und der jüdischen Andachtsstätte gerade jene Wirkung haben kann, die nach dem Wunsch der Regierung und nach unserer eigenen gerechten Forderung unbedingt vermieden werden soll. Dies aber ist die Seite der Frage, die bei allen Juden in Palästina und in der ganzen jüdischen Welt die tiefste Erregung hervorgerufen hat. Alle legalen Rechte, die die Eigentümer der Grundstücke, an denen die Arbeiten ausgeführt werde nsollen, besitzen mögen, sind bedingt und begrenzt durch die anerkannte Pflicht der palästinensischen Regierung, das Recht der Juden auf ungestörte Andachtsübung an der Klagemauer zu schützen.“ Die Erklärung machte tiefsten Eindruck auf alle Anwesenden, zahlreiche Delegierte hatten Tränen in den Augen. Zur Symbolisierung des Ernstes der jüdischen Klage wurde die Sitzung für kurze Zeit unterbrochen. Entsprechend den Wünschen des Kongresses und dem Einverständnis mit der politischen Kommission entsandte die Exekutive eine Delegation nach London, um an maßgebender Stelle die ernste Besorgnis, mit der der Kongreß die gegenwärtige Lage betrachtet, auszudrücken. Die Antwort der Exekutive In der Sitzung des Kongresses vom Freitag antwortete als Erster Harry Sacher im Namen der Exekutive den Rednern in der Debatte. Hierauf ergriff das Mitglied der Exekutive Professor S. Brodetsky das Wort, um auf die politischen Äußerungen zu antworten. Er polemisierte insbesondere gegen die Revisionisten und stellte fest, daß 90 Prozent der Kongreßmitglieder für die Politik der Exekutive sind. Er sprach sein Bedauern darüber aus, daß die Revisionisten nicht in die Agency eintreten, wodurch eine Uneinheitlichkeit des Kongresses zum Vorschein kommen könne. Zum Schluß sprach Nahum Sokolow. Referate Sachers, Hantkes und Ussischkins Die Sitzung des Kongresses, die am Sonntag, dem 4. August, 4 Uhr nachmittags, begann, war ausgefüllt von den Referaten Harry Sachers über die Tätigkeit der Palästina-Exekutive, Artur Hantkes über Keren Hajessod und M. M. Ussischkins über Keren Kajemeth. Harry Sacher bemühte sich, in großen Zügen die Probleme zu umreißen, mit denen die Palästina- Exekutive in den letzten zwei Jahren zu tun hatte, und die Prinzipien darzustellen, die die Exekutive bei Behandlung dieser Frage zugrunde gelegt hat. Er teilte das Problem in drei Gruppen ein: 1. Mit dem Jischuw verbundene Probleme, 2. mit der Organisation verbundene Probleme, 3. mit der Regierung verbundene Probleme. Hinsichtlich des ersten Punktes widerlegte er den gegen die Exekutive erhobenen Vorwurf, daß sie die Interessen des Jischuw nicht mit der gebotenen Energie vertreten habe. Die Poli- MERCEDES-BENZ Ein Wagen, den alle bewundern zuverlässig — bequem elegant — preiswert DAIMLER-BENZ A.-G. Verkaufstelle München, Lenbachplatz 4 Fernruf 59390 LEITER: DIREKTOR JAKOB WERLIN

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