Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 31 (2.8.1929)
- Date
- 1929-08-02
- Page
- Seite 472 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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472 Das Jüdische Echo Nr. 3[ I. MÜNCHENER PLISSE-BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÖNCHEN Holsaum. Nnöpfe, Endeln Kanten,KostUmstfcleareien Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 22 9 75 sation der Landwirtschaft in Palästina ein. Er verhehlt sich nicht, daß sich der Zionismus auch in alle Zukunft mit einer großen jüdischen Diaspora abzufinden haben werde. Palästina müsse aber den Chauvinismus auch bei dem eigenen Volke bekämpfen. Der Redner betonte die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit aller Schichten der Bevölkerung, vor allem der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Er wiederholte und begründete seinen Vorschlag, einen besonderen Kolonisationsfonds einzurichten. Ohne Hoffnung auf bessere Lebensformen werde die Einwanderung nicht fortschreiten. Aber Wirtschaftlichkeit allein könne Palästina auch nicht aufbauen. Weizmanns Rechenschaftsbericht und Programm Unter allgemeiner Spannung des Kongresses erhob sich Präsident Dr. Weizmann, um seine Eröffnungsrede durch „Rechenschaftsbericht und Program m“ zu ergänzen und damit die politische Debatte einzuleiten. Ich bin sicher, sagte Dr. Weizmann, daß der neue englische Außenminister jedem vernünftigen Vorschläge der zionistischen Exekutive sympathische Beachtung schenken werde. Dr. Weizmann schilderte die Beziehung der palästinensischen Administration zum zionistischen Aufbauwerk. Wenn auch die Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei den öffentlichen Arbeiten der Regierung in der letzten Zeit zugenommen habe, so erhalten die Juden noch immer nicht Arbeitsgelegenheiten zugewiesen, die ihnen von rechts wegen zukämen. Das hebräische Schulwesen müsse einen weit größeren Zuschuß aus dem Regierungsfonds erhalten, als wie dies gegenwärtig der Fall ist. Die Arbeitslosigkeit sei von 4000 Arbeitslosen Ende 1927 und 1300 Ende 1928 heute auf eine verschwindend geringe Ziffer zurückgegangen. Die Industrie entwickle sich zu steigender Bedeutung. Man könne von einer neuen und hoffnungsvollen Phase der wirtschaftlichen Entwicklung sprechen. Dr. Weizmann berichtete über die Vorgeschichte der Erweiterung der Jewish Agency und bemerkte, daß sich eine provisorische Regelung nicht gut hat bewerkstelligen hat lassen; es wurde aber für den Fall einer Auflösung der erweiterten Agency Sicherheit dafür geschaffen, daß der alte Zustand, wonach die zionistische Organisation als Jewish Agency fungiert, wieder hergestellt werde. Hierzu hat die britische Regierung ihre Zustimmung erteilt. Der Kongreß wird nach Erweiterung der Agency sein Budget auf 750 000 Pfund stellen; dazu kommt ein Eventualbudget, so daß das Gesamtbudget eine Million Pfund betragen wird. Das bedeute eine Erhöhung von rund 50 Prozent im Vergleich zu den Jahren 1927/28. Im zweiten Jahre nach der Erweiterung der Agency werde man mit neuer großer Kolonisationstätigkeit beginnen können. Der Erwerb einer beträchtlichen Landreserve sei das Hauptziel der nächsten Zeit. Ferner müsse die wirtschaftliche Lage des jüdischen Arbeiters gestärkt werden. Niemals, erklärte Weizmann, habe ein zionistischer Kongreß vor wichtigeren Entscheidungen gestanden, als der gegenwärtige Kongreß. Dr. Weizmann erklärte, daß die Exekutive und er selbst in der politischen Arbeit Disziplin fordern müssen. Es dürfe nicht weiter Vorkommen, daß einzelne zionistische Gruppen mit der Mandatarregierung oder einer anderen Regierung verhandeln. Beginn der Hauptaussprache — Wahl der Permanentskommissiofi Zürich, 30. Juli. (JTA.) In der Sitzung von Montag nachmittag referierte Dr. Felix Rosenb 1 ii t h , Mitglied der Exekutive, über „Die Verfassung der Jewish Agency“. Er berichtete über die Verhandlungen mit den Führern der Nichtzionisten und erläuterte die einzelnen Punkte der Verfassung. Hierauf hielt das Mitglied der Exekutive, Professor S. Prodetsky, ein sehr eindringliches Referat über „Die Aufgaben der Zionistischen Organisation in der Zukunft“. In der Abendsitzung von Montag trat der Kongreß in die Hauptaussprache ein. Die Debatte eröffnete der Präsident des Weltmisrachi Rabbi Meir (Berlin). Es folgten Dr. Chaim Arlosoroff für Hitachduth und Kaplansky für Poale Zion. Der Beginn der Hauptaussprache bewegte sich auf einem sehr hohen Niveau, die an der Leitung geübte Kritik war maßvoll im Ton und sehr inhaltreich. MERCEDES-BENZ Ein Wagen, den alle bewundern zuverlässig — bequem elegant — preiswert DAIMLER-BENZ A.-G. Verkaufstelle München, Lenbachplatz 4 ■ Fernruf 59390 LEITER: DIREKTOR JAKOB WERLIN