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Das jüdische Echo · 1929-07-26 · 30 (26.7.1929) · p. Seite 459

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
30 (26.7.1929)
Date
1929-07-26
Page
Seite 459 (sequence 16)
Language
German
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Nr. 30 Das Jüdische Echo 459 Behandlung des Entwurfes. Die jüdischen Deputierten, mit Unterstützung auch nichtjüdischer Deputierter, unter ihnen Mitglieder der Regierungspartei, führen eine heftige Propaganda gegen die Annahme des Gesetzes. Die jüdisch-nationalen Parlamentarier Dr. Theodor Fischer, Dr. Joseph Fischer und Dr. M. Landau sowie die Deputierten der Regierungspartei Adv. S. Rosenberg und Hoffmann hatten im Parlament eine lange Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Maniu, in der sie ihn zu überzeugen suchten, daß der Regierungsentwurf nicht allein den Interessen der Juden, sondern auch denen des Staates entgegengesetzt ist. In Bukarest und in allen Teilen Altrumäniens und der neuen Provinzen werden zahlreiche Protestversammlungen abgehalten, in denen die Regierung aufgefordert wird, den Gesetzentwurf zurückzuziehen und es den Juden selbst zu überlassen, sich ihr Gemeindegesetz zu schaffen. Am 17. Juli fand eine von den größten jüdischen Organisationen Bukarests veranstaltete massenhaft besuchte Protestversammlung statt. Der Vorsitzende, der frühere Senator Eli Bercovitz, Präsident der Bukarester Gemeinde und des Verbandes der jüdischen Gemeinden Altrumäniens, warnte die Regierung davor, im innerjüdischen Leben eine Diktatur ausüben zu wollen. Die Bukarester jüdische Gemeinde, sagte er, unterhält aus eigenen Mitteln achtzehn Schulen, zwei Krankenhäuser und eine sehr große Zahl Wohlfahrtsanstalten. Die Regierung steuert nichts zu diesem Budget bei. Tritt das Gemeindegesetz in Kraft, so kann die dann zersplitterte Gemeinde diese Lasten nicht mehr tragen. Es sprachen noch die Herren Marcel Goldmann, Dr. Steinhardt, Dep. Joseph Fischer, Dep. Landau, Dr. L. Mayerson, Dr. J. Bercovitz, Rabbiner Gutmann und der frühere Senator Horia Carp. Es wurde eine Resolution angenommen, die besagt: Die jüdische Bevölkerung von Bukarest, folgend dem Ruf des Gemeindeverbandes, der Union, der Bukarester Gemeinde, des Rabbinerrates, des Synagogenrates und des Verbandes der Gesellschaften für gegenwärtige Hilfe, protestiert gegen den Plan, den jüdischen Kult des Rechtes zu berauben, selbst die Normen für seine innere Organisation zu geben, und erklärt, daß sie den Kampf gegen den Regierungsentwurf mit allen legalen Mitteln bis zu Ende führen wird. Der Numerus clausus in Ungarn Budapest, 21. Juli. (JTA.) Kultusminister Graf Klebelsberg hat soeben die Zahl der an den Universitäten und Hochschulen aufzunehmenden Hörer festgestellt. Die Zahl ist gegenüber dem Andrang zum Hochschulstudium eine ziemlich geringe. Sämtliche Universitäten und Hochschulen sind verpflichtet, alle Vorzugsabiturienten, die sich melden, ohne Rücksicht darauf, welcher Konfession sie angehören, aufzunehmen. „Pester Lloyd“ stellt fest, daß dieser Erlaß des Grafen Klebelsberg insofern einen Wendepunkt bedeutet, als der Numerus clausus gegen jüdische Studierende doch einigermaßen abgebaut wird. Denn die Hochschulbehörden sind nunmehr gehalten, die jüdischen Vorzugsabiturienten ohne Rücksichtnahme auf die Verhältniszahl unbedingt zu immatrikulieren. Doch erhebe sich die Frage, warum an ein längst spruchreifes Problem mit solcher Zaghaftigkeit herangetreten wird. Daß der Numerus clausus dem internationalen Kulturrenommee der ungarischen Nation unsäglichen Schaden zugefügt hat, weiß die Regierung ganz genau. Ein großer Teil der jüdischen Lernbegierigen zieht ins Ausland. Die Rückkehr zur vollen Lernfreiheit ist eine Radikalkur, die wirkliche Genesung verheißt. Die Mandatskommission verschiebt die Behandlung der Agudah-Petition Der Beschluß über die arabische Klagemauer- Petition Genf, 21. Juli. (JTA.) Die Mandatskommission des Völkerbundes hat soeben ihre 15. Session beendet. Wie der JTA.-Vertreter erfährt, hat die Mandatskommission die Petition des Jerusalemer Waad Hair Haaschkenasi und der Agudas Jisroel betreffend Knesseth Israel (Organisation der jüdischen Gemeinden Palästinas) auch diesmal nicht in Behandlung gezogen. Bekanntlich haben die Petenten seinerzeit um Verschiebung der Behandlung bis zur Beistellung ergänzenden Materials ersucht. Da aber das Material bis heute nicht zugestellt worden ist, hat es die Kommission für richtig befunden, die Behandlung dieser Petition bis zu einem Zeitpunkt zu verschieben, an dem der Wunsch der Petenten genauer Umrissen sein wird. Bezüglich der arabischen Petitionen zur Frage des Ketel Maarabi ist die Kommission zu dem gleichen Beschluß gekommen wie in der letzten Session: es wurde die Erwartung ausgesprochen, daß die Mandatarmacht energische Schritte unternehmen wird, um die beiden Parteien zu einer Übereinstimmung zu bringen. Das Protokoll der Sitzungen und die Schlußfolgerungen der Mandatskommission werden wie gewöhnlich erst nach Zusammentreten des Völkerbundsrates, dem sie unterbereitet werden würden, veröffentlicht werden. Ein- und Auswanderung in Palästina im Monat Mai 1929 Während des Monats Mai wanderten in Palästina 263 Immigranten ein, darunter 195 Juden, 51 Christen und 17 Mohammedaner. Während des gleichen Zeitraumes wanderten 253 Personen, darunter 184 Juden, 38 Christen und 31 Mohammedaner aus. Hebräische Universität und internationp’''** Kongreß für Religionsgeschichte Jerusalem, 16. Juli. (JTA.) Nach einer Mitteilung der Hebräischen Universität wird der Dozent für jüdische Philosophie, Dr. Zwi Diesendruck, die Hebräische Universität auf dem 5. internationalen Kongreß für Religionsgeschichte, der vom 27. bis 29. August in Lund (Schweden) tagt, vertreten. Dr. Diesendruck wird ein Referat über „Den Begriff der Seele in der jüdischen Religionsphilosophie des Mittelalters“ halten. Auch die Mitglieder des Kuratoriums der Hebräischen Universität, Dr. Martin Buber und Prof. J. Horovitz von der Universität Frankfurt, werden Vorträge auf dem Kongreß halten. B. MARSTALLER kgl. Hofsattler / München Erzeugnisse unserer Großwerkstätten: Schiffskoffer / Schrankkoffer Autokoffer (D. R. Patent) Menageu. Toilettekoffer FEINE LEDERWAREN Fernruf Nr. 90939 Verkaufsräume Damenstiftstraße 16

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