Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 30 (26.7.1929)
- Date
- 1929-07-26
- Page
- Seite 457 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9072829-9103083-9176035--09644-9082553- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 30 Das Jüdische Echo 457 General Motors Automobile LORIN/ER & CO Nymphenburger Straße128/ Telephon 61836 Chevrolet 6 Zylinder densten Vorschläge zur Reform der Organisation, angefangen von der des Schekels bis zur Frage der territorialen oder fraktionsmäßigen Zusammenfassung der zionistischen Verbände, werden behandelt werden müssen; Richtlinien der politischen und kulturellen Propagandaarbeit sind aufzustellen; denn von diesem Kongreß muß ein Zusammenschluß der zionistischen Reihen zu einem neuen nationalen Vorstoß ausgehen. Wie ernsthaft die Exekutive gerade die Behandlung dieser Gegenstände vorbereitet hat zeigt der Umstand, daß neben einem Referat des Mitglieds der Exekutive, Professor Selig Brodetsky, über „Die Aufgaben der Zionistischen Organisation in der Zukunft“ auch eines von Izchak Grünbaum, der doch seit langem im politischen Gegensatz zur Exekutive steht, über „Aufgaben und Organisation der hebräischen Kulturarbeit in der Galuth“ auf der Tagesordnung des Kongresses angesetzt ist. Was nun auch Grünbaum vorschlagen mag: es ist ein glücklicher Gedanke der Exekutive, gerade ihn diesen Gegenstand behandeln zu lassen; einmal weil Grünbaum seit langem seine ganze Kraft der zionistischen Kulturarbeit und Tagespolitik in der Galuth widmet und deshalb sicher viel Positives zu sagen haben wird, dann aber auch weil sie damit zeigt, daß mit dem XVI. Kongreß tatsächlich eine neue Periode der zionistischen Arbeit beginnen soll, die, durch innerzionistisches Verständnis und innerzionistische Einigung ausgezeichnet, die Verwirklichung der zionistischen Idee verbürgt. I. E. Am 26. Juli A.C.-Sitzung in Zürich Paris, 17. Juli. (JTA.) Der Präsident des Aktions-Comitees der Zionistischen Weltorganisation hat im Einvernehmen mit der Zionistischen Exekutive das Aktions-Comitee für den 26. Juli zu einer Sitzung nach Zürich einberufen. 5. Konferenz der Wizo Am Montag, dem 22. Juli 1929, 7 Uhr abends, wurde im Kongreßgebäude des 16. Zionistenkongresses „Vereinshaus zur Kaufleuten“, Zürich, die 5. Konferenz der Weltorganisation zionistischer Frauen (Wizo) feierlich durch die Präsidentin der Organisation, Lady Herbert Samuel, eröffnet. Bisher sind 56 Delegierte, darunter Vertreterinnen aus Kanda und Südafrika, angemeldet. Palästina ist in diesem Jahre besonders stark vertreten. Anschließend an die Konferenz veranstaltet der Züricher Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina, gemeinsam mit dem Israelitischen Frauen-Verein, einen gesellschaftlichen Empfang für die Delegierten im Hause von Frau Armand Dreyfuß. (Ziko.) Jüdischer Bodenbesitz in Palästina Der Bericht des Keren Kayemeth zum 16. Kongreß enthält eine Reihe interessanter Ziffern über die Entwicklung des jüdischen Bodenbesitzes in Palästina. Seit dem letzten Kongreß hat sich darnach der jüdische Bodenbesitz in Palästina um 150000 Dunam vergrößert und beträgt jetzt 1200000 Dunam. Obwohl diese Bodenfläche nur 5,6 Prozent der gesamten Bodenfläche Palästinas (westlich des Jordans) beträgt, ist ihre Bedeutung bei Berücksichtigung des Bodenwertes ungleich größer, da sich diese Böden in den wichtigsten und wertvollsten Bezirken des Landes befinden. In den Ebenen Schefela und Saron haben die Juden 14,9 Prozent (410 000 Dunam), in der Haifa-Akka-Ebene 13,2 Prozent (75 000 Dunam), im Emek Iesreel 42,2 Prozent (207 000 Dunam) der Gesamtfläche der betreffenden Gebiete erworben; in der Jordansenke beträgt der jüdische Anteil 2 Prozent (30 000 Dunam), am Tiberiasee und bei Hule 7,6 Prozent (26 000 Dunam). Im Durchschnitt beträgt der jüdische Anteil an diesen fruchtbarsten Gebieten des Landes 13,3 Prozent (748 000 Dunam), wovon auf den Keren Kayemeth 32 Prozent entfallen. In den letzten zwei Jahren hat der Keren Kayemeth 82 000 Dunam erworben, darunter 35 000 Dunam in Samaria, 21 000 Dunam in der Akko-Ebene, 23 000 Dunam im Emek Jesreel. Die städtischen Böden des Keren Kayemeth umfassen eine Fläche von 2 587 000 Ouadratellen, von denen 1 344 000 Quadratellen auf vorstädtische Arbeitersiedlungen, 635 000 Quadratellen auf städtische Viertel 391 000 Quadratellen auf öffentliche Plätze und Gebäude, 160 000 Quadratellen auf Arbeiterinnen-Lehrfarmen entfallen, resp. für sie bestimmt sind. Dem Keren Kayemeth gehören insgesamt 25 Prozent, der PICA 35 Prozent, privaten Gesellschaften und Privaten 40 Prozent des jüdischen Bodenbesitzes in Palästina. (Ziko). „Berliner Tageblatt66 und Ostjudenhetze an den Universitäten Berlin, 21. Juli. (JTA.) Im „Berliner Tageblatt“ vom 16. Juli äußert sich an leitender Stelle der Rektor der Universität Marburg, Prof. Dr. Genzmer, zu der vom „Berliner Tageblatt“ aufgeworfenen Frage des Ausbleibens ausländischer Studierender an den deutschen Hochschulen. Das „Berliner Tageblatt“ hatte als einen der Gründe, warum Ausländer deutsche Universitäten meiden, den engstirnigen reakionären Nationalismus bezeichnet, der an den Universitäten herrscht. Diesen Vorwurf sucht Prof. Genzmer zu widerlegen: der Vorsitzende der Allgemeinen Studentenschaft in Marburg, Herr Tiedemann, habe in seiner Rede zwar von der „Überflutung des deutschen Landes durch undeutsche Elemente“ gesprochen, aber, so fährt Prof. Genzmer fort, insbesondere geht aus dem Zusammenhang deutlich hervor, daß die Wendung von der „Überflutung des deutschen Landes durch undeutsche Elemente“ sich in keiner Weise auf die ausländischen Studenten beziehen konnte. Sie hat sich, wie mir der Redner erklärt hat, auch nicht auf die deutschen Juden bezogen, sondern auf die nach dem Kriege aus dem Osten herbeiströmenden Elemente, die den meisten jüdischen Deutschen wohl ebensowenig erwünscht waren wie den nichtjüdischen.